George R.R. Martins „Game of Thrones“, hierzulande als „Das Lied von Eis und Feuer“ erschienen, wurde nicht nur als geniale Fernsehserie adaptiert, auch als Comic hat man sich der Geschichte angenommen. Im Gegensatz zum Fernsehen gibt es hier aber einen unschätzbaren Vorteil: Auch die Geschichten um den Heckenritter, die etwa 100 Jahre vor „Game of Thrones“ stattfinden, wurden adaptiert.

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Zwei Bände mit den Abenteuern von Ser Duncan sind nun erschienen, den ersten gab es schon einmal vor ein paar Jahren, im Zuge des „Game of Thrones“-Erfolgs hat man ihn nun jedoch neu aufgelegt.

Der Heckenritter 1 beginnt mit dem Tod. Dem von Ser Arlan, dem Herrn des Knappen Dunk, der sich entschließt, Schild und Schwert an sich zu nehmen und sich selbst zum Ritter ernennt. Als Ser Duncan der Große möchte er an einem Turnier teilnehmen und sich ein besseres Leben aufbauen. Denn Heckenritter sind per se verarmte Ritter, sie dienen keinem Herrn und reisen durch das Land. Die Hecke ist ihr Hof, daher der Name.

Anders als so viele Ritter edleren Bluts hält sich Duncan jedoch an die Tugenden der Ritterschaft. Er will den Unschuldigen helfen, was ihn in Teufels Küche bringt. Denn er schlägt Prinz Aerion Targaryen, als dieser eine Puppenspielerin misshandelt. Aerion fordert Vergeltung und Duncan bleibt die Wahl: Hand und Fuß verlieren oder sich dem Gottesurteil stellen. Er wählt letzteres, braucht jedoch sechs andere Ritter, die mit ihm gegen Aerion und seine Kämpen antreten.

Die Geschichte von Dunk und seinem Knappen Egg sind Teil eines Zyklus. Martin hat mehrere Kurzgeschichten geschrieben, die Adaption der ersten übernahmen Ben Avery und Mike S. Miller.

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"Der Heckenritter" spielt 100 Jahre vor Game of Thrones.
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Avery erzählt aus Dunks Perspektive. Durch die vielen erklärenden Texte, die aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur dargeboten werden, erhält der Comic ein sehr literarisches Feeling. Es ist kein Comic-Band, den man zügig gelesen hätte. Vielmehr beschäftigt er den Rezipienten, wobei er dank der wunderbaren Bilder auch dem Auge schmeichelt.

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Die bekannten Herrenhäuser aus „Game of Thrones“ kommen auch hier vor. Wer mit der Materie nicht schon vertraut ist, kann bei all den Sers und Lords aber schon leicht mal den Überblick verlieren. Im Grunde ist das aber auch nicht das Schlechteste, ergeht es dem Leser doch damit nicht anders als Ser Duncan.

Das zweite Abenteuer

Im April 2013 erschien bei Panini Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert mit einer neuen Erzählung um Dunk und Egg. Die Geschichte spielt anderthalb Jahre nach dem ersten Band. Ser Duncan hat sein Schwert dem alten Ser Eustace verschworen, ahnt aber nicht, dass er damit einen schweren Fehler gemacht hat. Das findet er erst heraus, als er wegen einer Grenzstreitigkeit als Unterhändler zur Roten Witwe aufbricht, mit der Ser Eustace im Clinch liegt.

Wie schon die erste Geschichte um den Heckenritter lebt auch „Das verschworene Schwert“ von einer sehr detailreichen Erzählung, die gerne abschweift. So werden Geschichten anderer Ritter und Herren erzählt, die mit der Haupthandlung nichts zu tun haben, aber schön illustrieren, dass in einer mittelalterlichen Welt Geschichte vor allem oral weitergegeben wurde.

Auf echte Fantasy-Elemente verzichtet die Geschichte. Sie ist vielmehr bodenständig erzählt und befasst sich mit dem Zwist, der zwischen Lehensherren auftritt. Interessant ist dabei auch, dass es hier nicht um eine wirklich große Auseinandersetzung geht. Beide Herrscher haben nur wenige Untertanen, so dass sich letzten Endes nur eine Handvoll Männer gegenüber stehen.

Neben der Softcover-Ausgabe gibt es von beiden „Heckenritter“-Bänden auch schön aufgemachte Hardcover-Ausgaben.

Das Spiel beginnt

Während die „Heckenritter“-Geschichten bei Marvel verlegt wurden, fand die Adaption von „Game of Thrones“ ihr Heim beim kleineren Verlag Dynamite. Die deutsche Ausgabe umfasst die ersten sechs Hefte und erzählt die Geschichte bis zu dem Moment, da Daenerys klar wird, dass sie von Khal Drogo schwanger ist.

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Die Figuren gleichen nicht jenen aus der Fernsehserie. Vielmehr orientiert sich Zeichner Tommy Patterson am Roman und bringt seine eigene Interpretation der Protagonisten zu Papier. In einer Beziehung ist der Comic der Fernsehserie aber ähnlich: beim Alter der Figuren. Daenerys wirkt auch im Comic älter als sie im Roman ist, was angesichts der expliziten Szenen (fast) unumgänglich ist.

Dem Comic vorangestellt ist ein umfangreiches Vorwort von George R.R. Martin, der von seiner eigenen Liebe für Comics erzählt, aber auch davon, was ihn bei der Adaption seines Romans in ein anderes, in ein visuelles Medium fasziniert hat.

Panini hat den Comic in zwei Varianten veröffentlicht. Einerseits als normalformatiges Paperback, andererseits im Überformat. Letzteres ist zwar deutlich teurer, verleiht aber den ausgesprochen schönen Zeichnungen noch mehr Geltung.

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Auf die Fortsetzung musste man recht lange warten. Der erste Band erschien im Juli 2012, der zweite folgt nun endlich im Juni 2013.

Fazit

Wie bei der Fernsehserie wird es ziemlich lange dauern, bis die Romane von „Game of Thrones“ komplett adaptiert sind. Als Alternative zu den Romanen und der Fernsehserie ist diese Reihe aber auf jeden Fall interessant, auch und gerade, weil man vergleichen kann, wie verschiedene Medien bestimmte Sequenzen umsetzen.

Für sich stehend sind hingegen die „Heckenritter“-Geschichten, die auch in Westeros spielen, aber 100 Jahre zuvor. Bekannte Familiennamen tauchen auch hier auf, die Geschichten selbst haben aber nichts mit „Game of Thrones“ zu tun. Interessant sind sie aber zweifelsohne. Zeichnerisch überzeugt „Game of Thrones“ mehr, von Erzählform und Text sind beide Reihen aber von hohem Niveau. Wer nicht genug von „Game of Thrones“ bekommen kann, der sollte hier ruhig mal einen Blick riskieren.

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