In den USA ist jüngst „From Dusk Till Dawn: The Series“ gestartet. Dies ist ein Projekt, bei dem eigentlich alles hätte schiefgehen können. Wie katastrophal es sein kann, aus einem Kinoerfolg eine Fernsehserie zu machen, zeigte unlängst „Zombieland“. Aber „From Dusk Till Dawn: The Series“ hat einen gewaltigen Vorteil: Robert Rodriguez sitzt am Ruder. Das Ergebnis ist darum – wie soll es auch anders sein – richtig cool.

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Die erste Staffel besteht aus zehn Episoden und erzählt, ganz grob gesagt, die Handlung des 1996er-Films noch einmal, das aber natürlich ausführlicher und mit allerhand kleinen und großen Veränderungen.

From Dusk Till Dawn - The Series - Everybody be cool. You be cool.

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Eine Geschichte, die viele bereits kennen. Trotzdem in keiner Sekunde langweilig.
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Seth (D.J. Cotrona) und Richie Gecko (Zane Holtz) sind auf der Flucht. Sie haben eine Bank überfallen und mehrere Polizisten erschossen. In einem Schnapsladen eskaliert die Situation erneut. Geiseln werden genommen, ein Texas Ranger wird erschossen, ein anderer, Freddie Gonzalez (Jesse Garcia), schwört bittere Rache.

Die Geckos rasen in Richtung mexikanischer Grenze, wo sie sich mit Carlos (Wilmer Valderrama) treffen wollen. Der kommt ihnen schon entgegen, ist aber mehr als er zu sein scheint. Und er hat Seth mehr als einmal empfohlen, auf seinen Bruder zu hören, da dieser mehr sieht und weiß. Richie wirkt jedoch auf seine Umwelt wie ein Irrer.

Vor und zurück

In der ersten Folge gibt es nur die Ereignisse in dem Schnapsladen zu sehen. Um das Ganze aufzupeppen, wird jedoch immer wieder gegengeschnitten und gezeigt, was die Handlungsträger zuvor getan haben. Das erlaubt es der Serie, die Handlung voranzutreiben, aber zugleich auch den Platz zu finden, um die Figuren stärker auszubauen.

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Robert Rodriguez legt wieder selbst Hand an; und das merkt man auch.
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Einiges hat sich dabei im Vergleich zum Film geändert. War Richie dort ein Psychopath, der gerne getötet hat, so ist er das hier auch noch. Aber: Er sieht immer wieder monströse Gestalten und hört Warnungen, die sonst niemand wahrnimmt. Es ist Santanico (Eiza Gonzalez), die immer wieder zu ihm spricht. In dieser Version ist Richie irre, aber eben nicht nur.

Interessant ist dabei, dass er sich verändert hat, während Seth im Gefängnis saß. Sein Bruder erkennt ihn nicht wieder. Das macht die Figur deutlich vielschichtiger, da es für ihn auch einen Weg zurück gibt. Im Film war er immer nur ein reinrassiger Psychopath.

D.J. Cotrona ist als Seth Gecko gut, allerdings muss man schon mögen, dass der Schauspieler hier eine George-Clooney-Gedenk-Darstellung abliefert. Soll heißen: Er passt sogar sein Sprachmuster an das Clooneys an. Das ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber nichtsdestotrotz erscheint Cotrona in der Rolle recht cool.

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Die Serie hat sich bereits bewährt. jetzt darf man auf weitere Folgen hoffen.
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Die Familie

Erst in der zweiten Folge taucht Jacob Fuller mit seiner Tochter und seinem Sohn auf. Die Grundsituation ist hier dieselbe, allerdings gibt es auch für diese Familie eine Hintergrundgeschichte, die dazu da ist, die Serie anzureichern. Das geht soweit, dass man sich fragt, ob und was Jacob mit dem Tod seiner Frau zu tun hat.

Gespielt wird er übrigens von Robert Patrick, der vor vielen Jahren in „From Dusk Till Dawn 2: Texas Blood Money“ mitgespielt hat.

Coole Neuinterpretation der bekannten Geschichte mit einigen interessanten Änderungen und Twists.Fazit lesen

Schon deutlich früher als im Film taucht hier Carlos auf, der den Geckos entgegen kommt. Mit ihm taucht auch ein Mystery-Element auf. Nicht, weil man sich fragt, was er ist – das erfährt man innerhalb weniger Minuten –, sondern vielmehr, was er mit Richie Gecko vorhat.

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Serienstart war in den USA am 11.03.2014. In Deutschland warten wir noch auf eine Veröffentlichung.
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Rodriguez und andere

Drei der ersten vier Episoden wurden von Robert Rodriguez inszeniert. Er ist ein Experte darin, wenig Geld groß aussehen zu lassen. So erscheint auch „From Dusk Till Dawn: The Series“ deutlich teurer als sie ist. Rodriguez inszeniert verspielt und zitiert sich bisweilen selbst (so etwa bei dem Blick auf die Bankangestellte im Kofferraum des fahrenden Wagens). Was die Gewalt angeht, so kann man zumindest für die ersten zwei Folgen schon konstatieren, dass sich die Serie nicht zurückhält. Hier spritzt das Blut, wenn Menschen erschossen werden.

Interessant wird es zu sehen, in welchen Gang die Serie schaltet, wenn die Geckos erst mal das Titty Twister erreicht haben. Sicherlich wird man dort auch mehr über Santanico erfahren, was in den ersten Minuten der ersten Folge schon etwas angedeutet wird.

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Die Filmvorlage merkt man der Serie immer wieder an.
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Texas Ranger Earl McGraw

Bislang war es Michael Parks, der Ranger Earl McGraw immer gespielt hat, neben „From Dusk Till Dawn“ auch im „Kill Bill“- Zweiteiler und „Grindhouse“. Für die Serie hat man nun einen anderen Altstar rekrutiert, der jüngst sowohl mit Quentin Tarantino („Django Unchained“) als auch Robert Rodriguez („Machete“) zusammen gearbeitet hat: Don Johnson. Der ehemalige „Miami Vice“-Star bringt viel Charisma mit. Schade eigentlich, dass seine Rolle recht klein ist. In der Beziehung unterscheidet sich seine Figur nicht von der filmischen Vorlage.