Die neue Serie „Friends with Benefits“ debütierte in den USA im August 2011, nur wenige Tage nach dem Kinostart von „Freunden mit gewissen Vorzügen“, der im Original denselben Titel trägt. Beide Formate haben miteinander nichts zu tun, es war aber sicherlich ein unglückliches Timing, konnte doch der Eindruck entstehen, eine Serie zum Film zu sehen. Immerhin geht es auch um ein ähnliches Thema: Freunde, die im jeweils anderen nicht den Partner fürs Leben sehen, aber auf den Spaß in der Kiste nicht verzichten wollen.

Pro Sieben hat die 13-teilige Serie nun ins Programm genommen. Ab Mittwoch, den 9. Oktober, läuft jeweils eine Folge um 22.30 Uhr. Damit wird die Serie auch schnell durch sein, denn mehr als diese eine Staffel gibt es nicht.

Schuld daran ist der US-Sender, der nicht so recht wusste, was er mit der Show anfangen sollte. Eigentlich wurde „Friends with Benefits“ schon 2009 für den Sender ABC entwickelt. Dort entschied man sich aber gegen den Stoff, woraufhin die Macher ihn zu NBC brachten, wo 2010 die Entscheidung fiel, die Serie zu produzieren.

Sie sollte ursprünglich Anfang 2011 als Midseason-Replacement eingesetzt werden, falls eine der neuen Serien auf ihrem Sendeplatz scheitern würde. Dazu kam es aber nicht, weshalb „Friends with Benefits“ immer wieder verschoben wurde, bis die Show im August und September 2011 in schneller Folge und am Samstagabend unzeremoniell um die Ecke gebracht wurde. Ein Erfolg war unter diesen Umständen praktisch nicht möglich.

Friends with Benefits - "Wir könnten einfach Sexfreunde sein!"

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Justin Timberlake und Mila Kunis gibt's zwar nicht zu sehen, inhaltlich hat die TV-Serie aber einiges mit dem gleichnamigen Kinofilm gemein.
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Fünf Freunde

Im Mittelpunkt der Handlung stehen fünf Freunde, die allesamt Single sind. Sie alle suchen natürlich nach dem richtigen Partner, aber das ist leichter gesagt als getan. Wenn Mr. oder Mrs. Right auf sich warten lassen, muss man sich eben anderweitig begnügen. So sehen das auch Ben und Sara, die beste Freunde sind und sich bisweilen im Bett wiederfinden, um sich miteinander zu vergnügen.

Freund und Freundin wollen die zwei aber nicht sein, was ihre anderen Freunde schon etwas irritiert. Zwar unterstützen sie Ben und Sara, stellen aber zugleich auch deren Beziehung infrage. Denn wenn man schon Sex hat und sich bestens miteinander versteht, warum ist man dann nicht offiziell zusammen? Und was passiert, wenn einer von beiden doch jemanden findet, mit dem er lieber zusammen ist? Erkennt der andere dann zu spät, was er eigentlich fühlt?

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Diese Fragen stellen auch die Freunde der zwei, die wiederum aber ihre eigenen Beziehungsprobleme haben. Das Finden der Liebe in der Großstadt ist eben kein leichtes Unterfangen.

Schauspieler und Figuren

Ryan Hansen, den man am ehesten als Dick Casablancas aus „Veronica Mars“ kennt, spielt Ben Lewis, der es wiederum nicht eilig hat, die Frau fürs Leben zu finden. Immerhin hat er ja noch Sara, mit der er kuscheln kann. Daneel Ackles, die Rachel Gattina in „One Tree Hill“ spielte, ist Sara Maxwell, eine Ärztin und Bens Gespielin. Anders als er sucht sie geradezu verzweifelt nach dem richtigen Kerl.

Keine Sitcom-Perle, aber amüsante Unterhaltung mit sympathischen Figuren und guten Gags.Fazit lesen

Jessica Lucas stellt Riley Elliot dar. Hierzulande kennt man sie vor allem aus „Cloverfield“ und „Evil Dead“. Riley ist Barkeeperin und Saras Mitbewohnerin. Ein Kind von Traurigkeit ist Riley auch nicht, trifft sie sich doch mit jeder Menge Männern. Zach Cregger ist hierzulande weitestgehend unbekannt, hat in den USA mit „Guys with Kids“ allerdings eine neue Serie. Seine Figur ist Aaron Greenway, ein reicher und nerdiger Ingenieur, der gerne Frauen kennenlernen möchte, aber nie welche trifft, die das notwendige „Potenzial“ besitzen.

Friends with Benefits - "Wir könnten einfach Sexfreunde sein!"

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Wer kauft schon die Kuh, wenn er die Milch umsonst haben kann?
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Andre Holland erhielt nach dem Ende von „Friends with Benefits“ mit „1600 Penn“ gleich eine neue Serie, die aber auch nicht gut lief. Er spielt Julian „Fitz“ Fitzgerald, den Mitbewohner von Aaron. Er liebt es, Frauen zu treffen und mit seinen Freunden herumzuhängen.

Im Kino top, im Fernsehen flop

Entwickelt wurde die Serie von Michael H. Weber und Scott Neustadter. Beide debütierten 2009 mit dem Independent-Hit „(500) Days of Sommer“. Auch dieses Jahr hatten sie einen Hit auf dem Sundance-Festival, mit James Ponsoldts sehenswertem Film „The Spectacular Now“. Als nächstes gibt es von den beiden die Adaption von John Greens erfolgreichem Roman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“.

Im Kino schlägt sich das Duo somit ganz gut, mit seiner ersten eigenen Fernsehserie erlitt es jedoch Schiffbruch. Dabei ist „Friends with Benefits“ durchaus gefällig, wenn auch nichts, was dereinst ein Sitcom-Klassiker hätte werden können. Dafür erinnert die Show dann insgesamt doch zu sehr an andere Formate.