„Allem, was ich schreibe, geht ein wahres Ereignis voraus.“ – Dieses Zitat von Ian Fleming ist der vierteiligen Miniserie „Fleming: The Man Who Would Be Bond“ vorangestellt. Die 2014 produzierte Miniserie debütiert im September im Programm von ARTE. Dort ist die kunstvoll gestaltete Serie, die es versteht, ein Arthaus-Feeling mit einer interessanten Biopic-Geschichte und ein paar Action-Einlagen zu kombinieren, gut aufgehoben.

Die Geschichte beginnt in den frühen 50er Jahren, auf Jamaica, als Ian Fleming seinen Roman „Casino Royale“ abschließt. Mit der Fertigstellung seines ersten Bond-Romans denkt er zurück an sein eigenes Leben. Vor Beginn des Weltkriegs weiß Ian Fleming nichts mit sich anzufangen. Er ist ein Frauenschwarm, aber ein Mann, der sich in keinem Job einfinden kann. Ganz anders als sein Bruder gilt er als das schwarze Schaf der Familie.

Fleming: The Man Who Would Be Bond - Die perfekte Miniserie für alle James-Bond-Fans

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Vom schwarzen Schaf zum suaven Antihelden - Flemings Geschichte ist mehr als nur Bond-Stoff.
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Doch dann wird er für den militärischen Geheimdienst rekrutiert. Der Krieg mit Deutschland steht vor der Tür, ein Mann von Flemings Vision und Vorstellungskraft ist da gefragt. Über die nächsten Jahre arbeitet Fleming hinter dem Schreibtisch, obwohl er immer wieder ersucht, ins Feld geschickt zu werden. Aber er ist zu wertvoll, seine Ideen, aber auch seine Leitung sind entscheiden im Geheimdienstkrieg gegen das Dritte Reich.

Mehr als nur ein Spionagestoff

Die Miniserie befasst sich aber nicht nur mit Ian Flemings Karriere beim Geheimdienst, sondern auch mit seinem Privatleben. Dabei schreckt man auch nicht davor zurück, die dunklen Seiten des Mannes zu zeigen. Illustriert wird dies durch die Darstellung einer Beziehung, die man nur als ungesund bezeichnen kann – die zwischen Fleming und Ann O’Neill.

Diese Beziehung nimmt nicht den Löwenanteil der dreistündigen Erzählung ein, aber sie ist ein wichtiges Element, da sie dazu beiträgt, Fleming zu vermenschlichen. Das Leben ist komplex, die Liebe auch – nichts weniger als das illustriert „Fleming“.

Überall Bond

James Bond ist so etwas wie Ian Flemings Alter Ego, nur noch erfolgreicher, noch selbstbewusster, letzten Endes auch brutaler. In Bond findet man viel von Ian Fleming, und in „Fleming“ findet man viel von Bond. Das macht diese Miniserie auch für jene reizvoll, die sich nicht per se für die Lebensgeschichte von Ian Fleming interessieren. Aber zu sehen, was ihn für seine schriftstellerische Karriere beeinflusst hat, ist faszinierend.

Fleming: The Man Who Would Be Bond - Die perfekte Miniserie für alle James-Bond-Fans

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Die Serie ist nicht nur gut in Szene gesetzt, sondern vor allem auch ein tolles Psychogramm.
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Hier gibt es einen M, eine Moneypenny, aber auch die Affären, die eines Bonds würdig sind. Das sind die wahren Elemente, aber auch stilistisch verweist die Miniserie immer wieder auf Bond. Die Eingangssequenz mit den Tauchenden erinnert an „Feuerball“, die Musik wiederum findet immer wieder zur klanglichen Reminiszenz an die berühmte Titel-Melodie der James-Bond-Reihe.

Nicht die erste Verfilmung

Das Leben von Ian Fleming war schön häufiger Stoff von Filmen und Serien, am vielleicht augenscheinlichsten in „Spymaker“, einem Film, der vor allem deswegen im Gedächtnis hingen blieb, weil er mit Stunt-Casting auf sich aufmerksam machen wollte. Damals spielte Sean Connerys Sohn Jason den Agenten.

Fleming: The Man Who Would Be Bond - Erste Bilder zur James Bond Schöpfer-Serie: Fleming

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In der neuen Miniserie, die man zweifelsohne als bislang gelungenste Erzählung in Sachen Ian Fleming bezeichnen kann, spielt Dominic Cooper die Hauptrolle. Der Mime hat schon häufig gezeigt, dass er ambivalent gestaltete Figuren mit extremer Menschlichkeit auszeichnen kann, so etwa als Udai Hussein in „The Devil’s Double“.

Spannende Melange aus Fakt und Fiktion, die Ian Fleming als Bond-Prototyp zeigt.Fazit lesen

Auch als Ian Fleming bedient er die Klaviatur der Gefühle perfekt, ist mal sympathisch, mal abscheulich. Cooper brilliert vor allem auch in den Momenten, die nicht zu Flemings Sternstunden gehören. Exzellent ist auch Lara Pulver, besser bekannt als Irene Adler aus „Sherlock“, die Flemings große Liebe darstellt.