So erfolgreich wie in den USA läuft „Family Guy“ hierzulande nicht, aber zumindest läuft die Show, und das immerhin schon seit dem Jahr 2002. Nun beginnt Pro Sieben mit der Ausstrahlung der neunten Staffel, die am 27. Juli ihre Premiere feiern wird. Ein freudiges Ereignis für Fans, aber irgendwie auch eine bittere Pille, denn in den USA ist auch schon die elfte Staffel gelaufen.

Family Guy - Comic Con Trailer 2015Ein weiteres Video

Es gibt also reichlich Nachholbedarf im deutschen Fernsehen. Ob die zehnte und elfte Staffel im Anschluss an die neunte jedoch zeitnah ausgestrahlt werden, ist noch unklar.

Im Mittelpunkt der Serie steht die Familie Griffin. Sie könnte ganz normal sein. Nur: Sie ist es nicht. Das jüngste Kind von Peter und Lois Griffin ist ein sadistisches Baby, das die Mutter umbringen und die Welt beherrschen will. Sohn Chris ist hingegen äußerst dumm, während Tochter Meg gerne zur coolen In-Crowd gehören würde, aber keinen Anschluss findet. Dann ist da noch der Martini schlürfende Hund Brian, der als einziger in dieser Familie so etwas wie den Durchblick besitzt und auch mit dem irren Baby ganz gut zurechtkommt.

Family Guy - Staffel 9 - Die Griffins in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“

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Wahnsinn und keine Ende: Seth McFarlane hat des Ende der Absurditätsfahnenstange auch mit Staffel 9 noch lange nicht erreicht.
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Eine der besten Staffeln

Dadurch, dass man lange Zeit hatte, sich mit der Staffel zu beschäftigen, kristallisiert sich auch heraus, dass dies eine der besten der ganzen Serie ist. Den Anfang macht „Und dann gab es weniger“. Der Titel legt es ja schon nahe: Der Staffelauftakt orientiert sich an Agatha Christie. Die Griffins finden sich hier auf einem Landsitz wieder, zu dem fast alle Bewohner von Quahog eingeladen wurden. Schauspieler James Woods ist religiös geworden und möchte sich bei allen entschuldigen, wird dann jedoch umgebracht. Aber wer ist der Mörder?

Im Original spricht sich Woods gleich selbst, etwas, das man bei der zweiten Episode der Staffel nicht erwarten darf. Hier tauchen nämlich George W. Bush und John McCain auf. Es würde nicht überraschen, wenn Seth McFarlane bei diesen hätte anfragen lassen, ob sie Lust haben, sich selbst zu spielen, aber Reaktion dürfte es kaum gegeben haben. Dafür war der erzkonservatIve Republikaner Rush Limbaugh bereit, sich selbst zu sprechen.

Family Guy - Staffel 9 - Die Griffins in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“

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Die an Agatha Christies Romanen angelehnte Episode "Und dann gab es weniger" zählt zu den vielen Highlights der Season.
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Eine Frage der Moral stellt sich in „Carter geht fremd“, denn Peter erwischt seinen Schwiegervater beim Fremdgehen, lässt ihn jedoch nicht auffliegen, sondern erpresst ihn, um sich selbst ein schöneres Leben machen zu können. Danach wird in „Halloween in der Spooner Street“ das gruselige Fest zum 31. Oktober gefeiert. Während das Baby davon überfordert ist, planen Peter und Joe, sich an Quagmire für dessen Scherze zu rächen.

Subversiv, respektlos, politisch inkorrekt, zum Schreien komisch.Fazit lesen

Im weiteren Verlauf der Staffel wird Lois Profiboxerin, Brian zum Bestsellerautor und Stewie beschließt, den Weihnachtsmann zu killen. Warum? Weil der im Einkaufszentrum Feierabend gemacht hat, bevor Stewie und Brian an der Reihe waren, auf dem Schoss zu sitzen und ihre Wünsche zu äußern.

Peter muss zudem in die Dialyse, hat ein Treffen mit dem Tod, der ihm zeigt, wie das Leben ohne Alkohol wäre, einer der Nachbarn wird verdächtig, ein Nazi-Kriegsverbrecher zu sein, Stewie bekommt einen bösen Klon und eine Zeitreise führt zurück zu Leonardo Da Vinci.

Wie schon in den vorherigen Staffeln zeigt die Serie auch mit dem neunten Jahr, dass man in einer Zeichentrickserie auch Themen anschneiden kann, die man dort nicht vermuten würde. Hier geht es auch um erwachsene Geschichten, vor allem aber erwachsene Probleme, die natürlich mit dem typischen Seth-McFarlane-Humor unter die Lupe genommen werden. Da ist Übersteigerung angesagt, aber das ändert nichts daran, dass „Family Guy“ mit Metaebenen daherkommt, die dafür sorgen, dass die Show nicht nur in oberflächlicher Form zu unterhalten weiß.

Natürlich persifliert sie auch moderne Popkultur – und das sogar mit einem Highlight, auf das speziell „Star Wars“-Fans gewartet haben.

Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Das Finale „Es ist eine Falle!“ ist dann das ganz große Highlight für alle „Star Wars“-Fans. Nachdem Peter in den Jahren zuvor schon erzählt hatte, wie „Eine neue Hoffnung“ und „Das Imperium schlägt zurück“ ablaufen, wenn die Familie Griffin und ihre Freunde die Hauptrollen übernimmt, wendet er sich nun dem sechsten und bislang letzten Film der „Star Wars“-Reihe zu.

Family Guy - Staffel 9 - Die Griffins in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“

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Family Guy trifft (zum Glück schon wieder) auf Star Wars. Müssen wir mehr sagen?
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Da nicht genügend „Family Guy“-Figuren vorhanden sind, um alle „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“-Figuren zu bedienen, kommen auch welche aus „American Dad“ und „The Cleveland Show“, zwei weiteren von Seth McFarlane entwickelten Zeichentrickserien, zum Zug.

Dabei gibt es auch Besuch aus einer anderen Science-Fiction-Serie, denn Patrick Stewart und Michael Dorn leihen hier Captain Jean-Luc Picard und Lt. Worf ihre Stimmen. Aus „Star Wars“ selbst gibt es auch einen Gast zu begrüßen. Carrie Fisher spricht wieder Angela, wie schon mehrmals in der Serie, die wiederum in die Rolle von Mon Mothma schlüpft.

Mit dabei sind außerdem noch Anne Hathaway als heiße Blondine, Rush Limbaugh als das Rancor, Bruce McGill als John Williams und Adam West wieder mal als Bürgermeister, der hier in die Rolle von Grand Moff Tarkin schlüpft – auch wenn es denn in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ eigentlich gar nicht mehr gab.

Der Titel der Episode bezieht sich auf den Ausspruch von Admiral Ackbar, den dieser zum Besten gibt, als die Flotte der Rebellen feststellen muss, dass der Todesstern voll funktionsfähig ist. Zuvor hatte man als Arbeitstitel „Episode VI: The Great Muppet Caper“ und „We Have a Bad Feeling About This“, letzteres eine Paraphrase von Han Solos wohl berühmtestem Einzeiler.