Wir leben im Zeitalter von Sherlock Holmes. So populär wie heute war Arthur Conan Doyles Detektiv wohl noch nie. Zu den „Sherlock Holmes“-Filmen mit Robert Downey Jr. und der BBC-Serie „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch, die beide die Figur neu erfanden, gesellt sich nun die amerikanische Serie „Elementary“.

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Wie „Sherlock“ transportiert sie den Detektiv in die Moderne. Ein Remake der BBC-Serie ist sie jedoch nicht. Sie steht auf eigenen Füßen und ist derartig gut, dass sie dem britischen Kollegen wohl bald den Rang ablaufen wird.

Im September in den USA gestartet, muss man hierzulande nicht lange auf das Debüt von Johnny Lee Miller als Sherlock Holmes warten. Sat1 hat sich die Rechte an der Serie gesichert und beginnt schon am 10. Januar 2013 mit der Ausstrahlung. Zu dem Zeitpunkt ist noch nicht einmal die komplette Staffel in den USA gelaufen. Darum wird es auch nicht mehr als acht bis zehn Folgen geben.

Dennoch: Schön, dass ein deutscher Sender mal so schnell reagiert. Ein Grund hierfür mag auch sein, dass „Elementary“ in den USA hervorragende Einschaltquoten einfährt.

Elementary - Neuer Holmes. Neue Watson. Neues York… äh… New York

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Holmes und... äh, Dr. Watson?!
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Sherlock Holmes und Joan Watson

Sherlock Holmes war schwer drogenabhängig und musste sich in den USA einer Therapie unterziehen. Früher war er als konsultierender Detektiv in London tätig, nun verfolgt er diese Aufgabe in New York.

Von seinem Vater wird Dr. Joan Watson angeheuert. Die ehemalige Chirurgin, die nicht mehr praktiziert, seit sie jemanden auf dem OP-Tisch verloren hat, arbeitet als Begleiterin. Sie hilft Drogenabhängigen, wieder im richtigen Leben Fuß zu fassen. Nun soll sie Holmes helfen, der ein schwieriger Klient ist. Aber Holmes mag sie, weil sie clever ist. Darum nimmt er sie zu den Fällen, die er zu lösen hat, auch immer wieder mit.

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Holmes wird von Captain Toby Gregson immer wieder zu Fällen hinzugezogen und erweist sich als brillanter Beobachter, der Dinge sieht, die anderen entgehen.

Benedict und Johnny Lee

Eigentlich wollte man ein Remake der BBC-Serie in den USA produzieren, doch erhielt man dafür die Rechte nicht. Da Sherlock Holmes jedoch Allgemeingut ist, konnte man einfach eine eigene Show umsetzen, wobei man peinlich genau darauf achtete, nichts in „Elementary“ zu integrieren, das von Steven Moffat und Mark Gatiss für „Sherlock“ erschaffen worden ist, da das wiederum Copyright-Probleme mit sich gebracht hätte.

Einer der besten Serienstarts des Jahres 2011. Diese moderne Version von Sherlock Holmes hat das Zeug dazu, der exzellenten britischen Serie den Rang abzulaufen.Fazit lesen

Die größte Neuerung ist, dass aus Watson eine Frau geworden ist. Das gab es zuvor noch nicht. Noch vor Ausstrahlung der ersten Folge war fraglich, ob das funktionieren konnte. Denn bei einem gemischtgeschlechtlichem Duo steht natürlich im Raum, dass es über kurz oder lang nur darum geht, ob Holmes und Watson zusammenkommen. Serienschöpfer Robert Doherty erklärte jedoch, dass man sich darauf nicht einlassen wolle.

Tatsächlich ist es in den bisher gelaufenen Folgen auch so, dass eine sexuelle Spannung zwischen Holmes und Watson nicht besteht. Im Grunde ist Holmes viel zu sehr ein eigenbrötlerischer Exzentriker, als dass er überhaupt für eine Romanze in Frage käme (auch wenn es eine in seinem Leben gab; mit Irene Adler, aber was genau passiert ist, wurde bisher noch nicht geklärt).

Es ist ein nettes Detail, dass Johnny Lee Miller den in Amerika agierenden Holmes spielt, während Benedict Cumberbatch in London ermittelt. Denn beide Männer haben sich schon einmal zwei Rollen geteilt. 2011 spielten sie in Danny Boyles Theaterinszenierung „Frankenstein“ den Doktor und das Monster, wobei sie die Rollen Abend für Abend tauschten.

Elementary - Neuer Holmes. Neue Watson. Neues York… äh… New York

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"Elementary" ist eine ähnlich brillante Neuinterpretation der Vorlage wie die BBC-Serie von Steven Moffat.
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Keine Doyle-Fälle

Anders als die BBC-Serie, in der einige Geschichten von Arthur Conan Doyle stark variiert benutzt werden, setzt man bei „Elementary“ ganz und gar auf neue Fälle. Das ist natürlich auch notwendig, da pro Staffel 22 Episoden produziert werden.

Die einzelnen Fälle sind zumeist ungewöhnlich und so gestaltet, dass es schon eines Holmes bedarf, um sie zu lösen. Es gibt aber auch Ausnahmen, so z.B. die dritte Episode „Child Predator“, in der ein Kindermörder umgeht, aber nichts so ist, wie es zu sein scheint. Hier trifft Holmes auf jemanden, der ihm ebenbürtig ist. Während des Sehens dieser Folge erwartet man fast, dass aus seinem Widersacher Moriarty werden wird, aber dem ist nicht so.

Bislang ist Holmes‘ Erzfeind noch nicht aufgetaucht. Auch seinen Vater hat man noch nicht gesehen, obwohl er bereits einmal eine Stippvisite in New York angekündigt hat. Sicherlich bewahren die Macher ihn sich als Trumpf auf. Immerhin ist das auch etwas Neues: Der Vater von Sherlock Holmes hat bislang nirgendwo eine Rolle gespielt.