Vox hat sich die neue Serie „Dracula“ gesichert und sieht sie auch als eines der Highlights im diesjährigen Programm an. Das ist eine einigermaßen kühne Erwartung, ist die zehnteilige Serie in den USA doch durch ein Trauertal der Quoten gewatet. Im Grunde war es schon überraschend, dass der US-Sender die Staffel überhaupt in ihrer Gänze ausgestrahlt hat.

Dracula - Season 1 TrailerEin weiteres Video

Eine zweite Staffel ist dementsprechend natürlich auch nicht möglich. Aber Quoten sagen selten etwas über die Qualität eines Programms aus. Manch Schwachsinn erfreut sich regen Zuschauerinteresses, während qualitativ hochwertiges Fernsehen untergeht wie ein Stein.

Dracula - Der Fürst der Vampire gegen den Orden des Drachen

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Tolle Serie, großer Flop. Tja, so kann es leider manchmal gehen.
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„Dracula“ gehört der zweiten Kategorie an. Dies ist eine gute und spannende Variation von Bram Stokers Original und strahlt ein sehr klassisches Feeling aus, fast so wie die gruseligen Gothic-Horror-Filme der 50er und 60er Jahre.

Wer sich nun fragt, warum man überhaupt mit einer Serie anfangen soll, deren Ende so schnell kommt, der kann beruhigt werden. Obwohl natürlich genügend Potenzial für weitere Staffeln vorhanden ist, hat man diese zehn Folgen schon so gestaltet, dass sie für sich stimmig sind und eine Geschichte mit Anfang, Mittelteil und Ende erzählen.

Vertraut und doch anders

Dracula kommt in London an und gibt sich als Amerikaner Alexander Grayson aus, ein Geschäftsmann, der die Welt revolutionieren will. Tatsächlich will Dracula aber den Orden des Drachen vernichten, der als Geheimbund über diese Welt herrscht. Unterstützung erhält er dabei von niemand Geringerem als Abraham van Helsing, der Dracula wiederbelebt hat, damit er sich dieser Aufgabe widmen kann.

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Ein Hauch Erotik darf natürlich nicht fehlen, wenn es um den Fürst der Vampire geht.
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Man sieht schon, der Roman von Stoker wird hier nicht adaptiert, vielmehr greift man die Handlungsträger auf und entwickelt eine ganz neue Geschichte, bei der Dracula zu einer Art Held wird. Aber Blut braucht er dennoch und besorgt es sich auch!

In der Hauptrolle agiert Jonathan Rhys Meyers, der seiner Drogenprobleme wegen notorisch ist. Auch bei „Dracula“ hielt er sich nicht zurück. Als sich ein Rückfall abzeichnete, stellte ihm das Studio einen Aufpasser zur Seite, der ihn auf Schritt und Tritt begleitete - sogar auf die Toilette. Und man hielt seine Gage zurück, die er erst nach Abschluss der Dreharbeiten der zehn Folgen der ersten Staffel erhielt.

Als Van Helsing agiert Thomas Kretschmann, der vor kurzen noch für Dario Argentos neuesten Film den Grafen selbst darstellte. Damals hat er sich bis auf die Knochen blamiert, als Van Helsing macht er jedoch eine gute Figur.

In weiteren Rollen agieren Jessica De Gouw, die deutsche Zuschauer vor allem als Huntress in „Arrow“ kennen, Victoria Smurfit („Der Preis des Verbrechens“), Oliver Jackson-Cohen („Die Tore der Welt“), Nonso Anozie (Xaro Xhoan Daxos in „Game of Thrones“), Katie McGrath („Merlin – Die neuen Abenteuer“) und Ben Miles („Coupling“).

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Die Serie hält sich nah an Bram Stokers Original.
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Das Finden einer Nische

Entwickelt wurde die Serie von Cole Haddon, für den dies zugleich auch seine erste produzierte Arbeit als Autor ist. Das Ergebnis spricht für sich selbst, und Haddon scheint sich eine Nische einzurichten, denn nun arbeitet er an dem Fernsehfilm „The Strange Case of Mr. Hyde“, der eine Variation von Robert Louis Stevensons Klassiker darstellt.

Dabei handelt es sich zugleich um eine Adaption des Comics, den Haddon schon vor Jahren geschrieben hat. Die Hauptfigur ist der Inspektor aus H.G. Wells „Der Unsichtbare“, dem Jeykll bei der Jagd nach einem Serienkiller – Jack the Ripper – behilflich ist.

Spannende und schön anzusehende Neuinterpretation der klassischen Geschichte.Fazit lesen

Außerdem entwickelt Haddon die Serie „Nottingham“, eine Variation von „Robin Hood“, in der sich herausstellt, dass der Sheriff von Nottingham eigentlich auch Robin Hood ist.