Im Free-TV hat „Doctor Who“ noch immer nicht Fuß gefasst, im Pay-TV ist er natürlich auch der Nische vorbehalten, aber wenigstens gibt es DVDs und Blu-rays, die es erleichtern, den Abenteuern des Doctors zu folgen. Die siebte Staffel ist nun auch erschienen und bietet einige Veränderungen, wirkt aber auch dadurch ein wenig uneins.

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In dieser Staffel, die in England zweigeteilt ausgestrahlt wurde – fünf Folgen 2012, die restlichen acht Folgen im Jahr 2013 – muss man sich auch von Amy und Rory Pond verabschieden. Das ist clever gemacht, denn einerseits wusste man das als Zuschauer schon im Vorfeld, andererseits erwartete man es, da sich in diesen fünf Folgen immer wieder Momente ergeben, in denen einer oder beide sterben könnten. Wie man sie dann aus der Kontinuität herausholt, ist eine durchaus befriedigende Auflösung – und auch nicht das letzte Mal, dass man Amy sieht. Wenn auch nicht in dieser Box, aber in dem Special „The Time of the Doctor“, mit dem Matt Smith seinen Abschied nahm, sieht der Doctor die alte Freundin noch mal.

Alte Gegner und neue Feinde

In der Staffel gibt es ein Wiedersehen mit Daleks, Weeping Angels und Cybermen. Die Daleks tauchen schon in der ersten Folge auf, in der auch Jenna-Louise Coleman als Carla Oswin Oswald dabei ist. Sie wird der neue Companion des Doctors, wenn auch gänzlich anders, als man das erwarten würde.

Doctor Who - Staffel 7 - Alter Doctor, neuer Companion

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Carla Oswin Iswald wird der neue Companion des Doctors.
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Darüber hinaus gibt es mit der Großen Intelligenz (im Weihnachtsspecial von 2012 im Original von Ian McKellen gesprochen) einen neuen Gegner, der noch mehrmals in der Staffel aktiv ist, das aber aus den Schatten heraus.

Mit Monstern wie den Schneemännern bietet die Serie auch hier wieder die richtige Portion Skurrilität, wie sie nur die Briten so charmant hervorbringen können. Was eigentlich albern wirken könnte, wird bei „Doctor Who“ cool.

Der rote Faden

In der fünften und sechsten Staffel gab es mit dem Raumzeitriss und der Stille einen deutlich stärkeren roten Faden. In der siebten Staffel spürt man diesen nur bisweilen. Er ist manifestiert durch Clara Oswald, da mit diesem „unmöglichen Mädchen“ die Frage einhergeht, wie der Doctor mehrmals auf sie treffen konnte. Dieses Element wird aber auch erst zur Mitte der Staffel greifbar und danach nur minimal angespielt, bis das Finale schließlich kommt.

Dieses führt an den Anfang zurück, was besonders im Jahr des 50. Jubiläums der Serie recht passend ist. Die Auflösung, die sich Steven Moffat hier einfallen ließ, verankert Clara tief in der Mythologie der Serie, wirkt aber dennoch nicht aufgepfropft.

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Matt Smith als Doctor Who.
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Das Ende bereitet dann „Der Tag des Doktors“ vor, das Special zum 50. Jubiläum, das in dieser Box nicht enthalten ist, aber schon vor einer Weile gesondert auf DVD und Blu-ray erschienen ist. In diesem Special treffen der zehnte und elfte Doctor aufeinander und müssen sich einer ihrer Inkarnationen stellen, die sie am liebsten vergessen hätten: den Kriegs-Doctor.

Der rote Faden in dieser Staffel ist nicht besonders stark, für Abwechslung sorgt aber auch, dass die beliebte Amy Pond geht und der Doctor eine neue Begleiterin erhält.Fazit lesen

Der Name des Doctors

Schon zum Ende der sechsten Staffel hatte man die Leute angeheizt, dass es die eine große Frage gibt, die unbeantwortet ist: die nach dem Namen des Doctors. Insofern ist es ein bisschen enttäuschend, dass das Thema bis zum Finale der siebten Staffel nicht mehr aufgegriffen wird.

Vielleicht auch deswegen fühlt sich diese siebte Staffel etwas unruhig an. Es gibt viele unterhaltsame Einzelgeschichten, aber die ganz großen Überraschungen sind nicht dabei. Der Doctor im Wilden Westen, auf einem sowjetischen U-Boot, im Herzen der Tardis und umringt von Dinos auf einem Raumschiff ist alles nett, aber nie überragend. Die beiden vorherigen Staffeln mit Matt Smith konnten da eindeutig mehr bieten.
Immerhin kommt mit dem neuen Companion auch eine neue Dynamik daher, was diese Folgen frischer wirken lässt, als es der Fall sein sollte.

Gaststars

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Dougray Scott ist nicht der einzige Gaststar.
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Erstaunlich viele bekannte Gesichter tummeln sich in dieser Staffel. Ben Browder („Farscape“) spielt einen Sheriff im Wilden Westen, Dougray Scott („Hemlock Grove“) untersucht geisterhaftes Treiben, Warwick Davis („Star Wars: Episode VI“) kämpft gegen Cybermen und Richard E. Grant („Warlock“) ist die Manifestation der Großen Intelligenz.
Eine Verbeugung vor Sherlock Holmes gibt es zudem auch. Einerseits werden hier eine Detektivin und ihre Freundin eingeführt, die Pate für Holmes und Watson stehen, andererseits gibt sich der Doctor als Sherlock Holmes aus – und mit Rupert Graves ist in „Dinos im All“ der Mann dabei, der bei „Sherlock“ DI Lestrade darstellt.