Bei SAT 1 setzt man momentan gerade auf brandaktuelle Serien. Derzeit läuft noch die Jean-Reno-Krimi-Serie „The Cop – Crime Scene Paris“, im Anschluss an diese wird gleich eine weitere internationale Koproduktion an den Start gehen: „Crossing Lines“, das am 22. August debütiert.

Dabei handelt es sich um eine deutsch-französische Koproduktion, die man als europäisches „Criminal Minds“ bezeichnen könnte. Sie weist auch Spuren von „Law & Order“ auf und nutzt die in US-Serien etablierten Ermittlungsmethoden, wie man sie aus Erfolgsstoffen wie „CSI“ kennt. Aber: Die Serie hat aufgrund der Schauplätze und der Darsteller ein sehr internationales Flair.

Louis Daniel (Marc Lavoine) stellt für den ICC, den International Crime Court in Den Haag, ein europäisches Team von Polizeiermittlern zusammen. Zwar ist die Domäne des ICC der Bereich der Kriegsverbrechen, aber mit einiger Müh und Not wird eine Dienststelle etabliert, die sich mit Verbrechen befasst, die über die Grenzen eines Landes hinausgehen.

Nun geht es um einen Serienkiller. Eine weibliche Leiche wurde in Paris gefunden. Was für die Pariser Polizei wie ein Einzelmord aussieht, ist in Wahrheit eine Serie. Der Killer tötet Frauen, verstümmelt sie, so dass sie nicht erkennbar sind, und deponiert sie in verschiedenen europäischen Hauptstädten.

Crossing Lines - Berlin statt New York: Criminal Minds trifft Law & Order in Europa

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Dabei sein ist alles: Donald Sutherland wird leider kaum gefordert.
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Daniels Team besteht aus der Engländerin Sienna Pride, dem Iren Tommy McConnell, der Französin Anne-Marie San, der Italienerin Eva Vittoria und dem Deutschen Sebastian Berger. Doch ein Mann fehlt ihm noch: Carl Hickman (William Fichtner). Den Amerikaner findet er in Amsterdam. Er ist ein Wrack. Seine rechte Hand ist nicht mehr benutzbar und er hat Schmerzen, die er mit Morphium unterdrückt. Aber er hat einen extrem wachen Geist.

Hickman kann deduzieren, was anderen verborgen bleibt. Er sieht Menschen und weiß mehr über sie, als sie zuzugeben bereit sind. Er betrachtet Tatorte und findet die kleinen Details, die helfen, dem Täter näherzukommen.

Hickman will eigentlich nicht mehr als Polizist arbeiten, aber Daniel überzeugt ihn, an dieser Operation teilzunehmen. Gemeinsam suchen sie nach dem Serienkiller mit dem ungewöhnlichen Modus Operandi.

Europäisches Criminal Minds

Dass sich „Crossing Lines“ wie eine europäische Version von „Criminal Minds“ anfühlt, kommt nicht von ungefähr. Die Show wurde von Ed Bernero entwickelt, der auch „Criminal Minds“ und den Ableger „Criminal Minds: Team Red“ ersonnen hat. Sein Ziel war es, eine ähnliche Serie zu erschaffen, die sich für das amerikanische Publikum jedoch frisch anfühlen sollte, da das Setting ein gänzlich anderes ist.

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In der Beziehung kann man „Crossing Lines“ auch durchaus als Erfolg bezeichnen, auch aus deutscher Sicht. Es ist erfrischend und eine schöne Abwechslung, eine Serie klassischen Procedural-Zuschnitts mit europäischem Flair zu sehen. Die Internationalität der Serie zeigt sich auch bei der Besetzung, bei der man auf verschiedene Nationalitäten zurückgegriffen hat.

Eine Art europäisches FBI jagt grenzüberschreitende Verbrecher. Vor allem durch das europäische Setting hebt sich die Show von artverwandten Serien ab.Fazit lesen

So kommt auch der deutsche Tom Wlaschiha zum Einsatz, der hier den deutschen Ermittler spielt. Bei den anderen Ermittlern hat man ebenfalls auf Mimen aus dem entsprechenden Kulturkreis zurückgegriffen. Die Darsteller sind für das Publikum darum großteils gänzlich neue Gesichter.

Die Stars

Da man eine Show aber auch über Stars verkauft, gibt es zwei bekannte Namen im Ensemble: William Fichtner und Donald Sutherland. Sutherland hat als Boss der Gruppe nicht viel zu tun, im Grunde hat man ihn wohl nur verpflichtet, um einen namhaften Star an Bord zu haben. Bei Fichtner, der im Serienfernsehen u.a. bei „Prison Break“ zu sehen war, sieht das schon anders aus. Seine Figur hat einige Dämonen, die sie bekämpfen muss.

Crossing Lines - Berlin statt New York: Criminal Minds trifft Law & Order in Europa

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Neben Sutherland sticht vor allem William Fichtner aus dem Cast heraus.
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Das ist allerdings auch ein Klischee: Er ist der brillante Ermittler, der aus der Bahn geworfen wurde und dessen Vergangenheit ein dunkles Geheimnis birgt. Das hat man schon Dutzendfach gesehen. Es wirkt weniger aufregend als vielmehr einschläfernd, egal, wie gut es auch gespielt ist. Bei der Konzeption dieser Figur hätte sich Bernero ruhig etwas mehr einfallen lassen können.

Prag statt Berlin

Die erste Staffel besteht aus zehn Episoden, die in Paris und in den Baranov Studios in Prag gedreht worden sind. Prag fungierte auch als Double für verschiedene Städte, darunter Berlin, wo das Finale des Pilotfilms spielt.

Bei der deutschen Ausstrahlung ist SAT 1 extrem schnell. Die Serie debütierte in anderen Ländern, darunter USA und Italien, auch erst Mitte Juni. Die zügige Synchronisation ist aber auch ein Vorteil der deutschen Koproduktion. Für den deutschen Teil ist übrigens Tandem Commmunications zuständig, das bislang nicht bei wöchentlichen Serien, sondern bei Miniserien wie „Die Säulen der Erde“ involviert war.