Im ersten Moment fühlt man sich an „Time Trax“ erinnert – und das ist nur ein Titel, der einfällt, wenn es darum geht, dass ein Polizist aus der Zukunft in unserer Gegenwart Schurken aufhalten muss. Dieselbe Prämisse scheint auch die kanadische Serie „Continuum“ zu haben, die ab Montag, den 1. Juli auf Vox um 22:15 Uhr läuft. Aber: Schöpfer Simon Barry hat sich schon ein bisschen mehr als das bei der Entwicklung seiner Serie gedacht.

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Er nutzt die Möglichkeiten und die faszinierenden Ideen, die mit dem Zeitreisekomplex einhergehen, um seiner Geschichte weit mehr Gravitas zu verleihen.

In der Zukunft des Jahres 2077 sind die Regierungen gefallen. An ihre Stelle traten riesige Konzerne, die in einer Art Orwellschen Gesellschaft über die Menschen bestimmen. Allerdings gibt es mit der Gruppe Liber8 eine Widerstandszelle, deren Plan es ist, die Konzerne zu stürzen und die Demokratie zurückzubringen.

Continuum - Die Zukunft ist jetzt

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"Die kenn ich doch!", werden ein paar Trekkies nun vielleicht rufen. Stimmt: Rachel Nichols wurde vor allem durch die Sci-Fi-Serie bekannt.
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Kagame (Tony Amendola) ist der Anführer der Gruppe und wird mit seinen Leuten nach einem Anschlag gefangengenommen. Die Terroristen sollen exekutiert werden, kommen aber in den Besitz einer Vorrichtung, mit der sie in die Vergangenheit reisen können. Zufällig wird auch die Protektorin Kiera (Rachel Nichols), die Kagame Monate zuvor festgenommen hat, in die Vergangenheit gerissen.

Dort hat sie Kontakt mit dem jungen Alec Sadler (Erik Knudsen), der die Technik entwickelt, die in Kieras Kopf implantiert ist und mit der sie in ihrer Zeit mit der Zentrale in Verbindung steht. Kiera macht es sich zur Aufgabe, die Mitglieder von Liber8 zur Strecke zu bringen, da diese nun vorhaben, im Jahr 2012 zu verhindern, dass die Konzerne überhaupt in die Position kommen, später die Macht übernehmen zu können. Hilfe erhält sie dabei von Detective Fonnegra (Victor Webster).

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Gut und Böse?

Des einen Freiheitskämpfer ist des anderen Terrorist. Mit dieser Idee spielt Barry, der hier „Schurken“ etabliert, die zu äußerst drastischen Mitteln greifen, deren Tun man aber (in Maßen) verstehen kann.

Die Serie ist dabei angenehm ambivalent und kehrt die Rollen ein wenig um. Die Heldin tritt für ein totalitäres System ein – etwas, das uns als Zuschauer widerstrebt. Zugleich sind die Freiheitskämpfer auch brutale Mörder, die in unserer Gegenwart auch keinerlei Rücksicht auf Menschenleben nehmen. Daraus bezieht „Continuum“ Konfliktpotenzial, das recht prickelnd ist.

Hier und jetzt

Das Faszinierende an dieser Show ist die Beschäftigung mit der Zeit. So werden zwei Möglichkeiten postuliert, wie sich Zeit entwickeln kann. Einerseits wäre es so, dass alles immer so geschehen ist, wie es geschehen muss, das heißt, dass Kieras Rückkehr ins Jahr 2012 von jeher vorbestimmt war und der alte Alec Sadler aufgrund seiner Erinnerungen an das Jahr 2012 die Ereignisse in Gang gesetzt hat.

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Gut oder Böse? Bei Continuum weiß man das nie so genau.
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Andererseits könnte die Rückkehr ins Jahr 2012 eine alternative Zeitlinie erschaffen haben, so dass es das 2077, an das Kiera sich erinnert, in dieser Form gar nicht mehr gibt.

Mit diesen Möglichkeiten spielt die Serie. Dabei folgt man einer Linie, denn die Autoren haben ein Basis-Set an Regeln, wie Simon Barry erklärte. Wie diese aussehen, wird im Verlauf der Serie erläutert.

Besser und komplexer, als man das auf den ersten Blick meinen sollte. Die Serie besticht durch die ambivalent charakterisierten Handlungsträger.Fazit lesen

Aus Kanada kommen sie

Für Science-Fiction-Fans ist „Continuum“ schon deshalb eine Freude, weil die Serie mit ausgesprochen vielen Genre-Stars besetzt ist. Hauptdarstellerin Rachel Nichols kennt man aus „Star Trek“, aber auch ihre Kollegen haben einschlägige Erfahrungen gesammelt: Victor Webster („Mutant X“), Erik Knudsen („Jericho – Der Anschlag“), Roger R. Cross („First Wave“), Lexa Doig („Andromeda“), Tony Amendola („Stargate SG-1“), Jennifer Spence („Stargate: Universe“), Stephen Lobo („Painkiller Jane“) und Brian Markinson („Caprica“). Kein Wunder, wurden ihre Serien doch mehrheitlich auch in Kanada gedreht.

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Optisch kann die kanadische Produktion nicht ganz mit hochwertigen US-Serien mithalten. Dem Spaß tut das aber keinen Abbruch.
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Für „Akte X“-Fans gibt es darüber hinaus ein Wiedersehen mit William B. Davis und Nicholas Lea, die in wiederkehrenden Rollen zu sehen sind.

Die erste Staffel besteht aus zehn Folgen, die zweite, die in Kanada gerade läuft, wird 13 Folgen haben.