Im Free-TV bekommt man ja längst nicht mehr jede Serie zu sehen. So auch die kurzlebige Science-Fiction-Show „Caprica“, die als Prequel zu „Battlestar Galactica“ fungiert. Sie lief zwar im Pay-TV, wer dieses jedoch nicht hat, guckte bisher sprichwörtlich in die Röhre. Immerhin ändert sich das ab dem 23. Mai. Zwar steht eine Free-TV-Premiere immer noch nicht an, aber dann gibt es die komplette Serie zumindest auf DVD. Interessenten können sich also auf diese Art mit Joseph Adama und der Zeit vor den großen Zylonen-Kriegen auseinandersetzen.

Die zwölf Kolonien leben in Frieden, als ein terroristischer Akt, der aus religiösem Fundamentalismus geboren wird, Joseph Adama und Daniel Graystone zusammenbringt. Beide haben bei dem Anschlag geliebte Menschen verloren. Adama ist ein Anwalt mit Verbindungen in die Unterwelt, Graystone ein reicher Mann, der sein Geld nun einsetzt, um die Technologie voranzubringen.

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Künstliches Leben soll erschaffen werden und seine Tochter damit wieder zum Leben erweckt werden. Als Adama die Chance bekommt, dass auch seine Tochter wieder leben könnte, sieht er sich einem immensen moralischen Dilemma gegenüber.

Auf Raumschlachten muss man verzichten, aber dafür gibt es eine clevere und emotional packende Geschichte, die sich mit zahlreichen moralischen Fragen auseinandersetzt.Fazit lesen

Der lange Weg zur Serienreife

Schon während der zweiten Season von „Battlestar Galactica“ hatten sich Ronald D. Moore und David Eick Gedanken über die Zeit vor ihrer eigenen Serie gemacht. Sie sahen Potenzial für eine Show darin, hatten aber nicht die Zeit, sich dieser auch zu widmen. Autor Remi Aubuchon stellte wiederum Universal ein Filmprojekt vor, in dem er sich mit der Erschaffung künstlicher Intelligenz befassen sollte. Als Film war Universal nicht interessant, als Serienformat aber schon. Genauer: als mögliches Prequel zu „Battlestar Galactica“.

Caprica

- Das „Battlestar Galactica“-Prequel kommt ins Heimkino
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Caprica hat Google Glasses bereits vorweggenommen. Ein wenig, zumindest.
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So trafen sich die Galactica-Macher mit Aubuchon und eine Geschichte wurde entwickelt, die 58 Jahre vor der Hauptserie spielen sollte. Der Syfy Channel war an der Show interessiert, zögerte aber, da die Serie einen starken, durchgehenden Story-Bogen haben sollte. Etwas, das man schon bei „Battlestar Galactica“ mit gemischten Gefühlen sah, denn eine derart dichte Erzählweise verhindert natürlich auch, dass Neueinsteiger zur Serie finden.

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So wurde „Caprica“ erst mal wieder auf Eis gelegt. Als dann jedoch klar wurde, dass „Battlestar Galactica“ nach der vierten Staffel enden würde, holte man die Idee der Prequel-Serie wieder hervor. Zuerst wollte der Sender nur einen Pilotfilm und danach entscheiden, ob man eine wöchentliche Serie produziert, entschied sich aber schließlich dagegen. So debütierte „Caprica“ im Januar 2010 im amerikanischen Fernsehen.

Adama und Graystone

Die Hauptrolle des Joseph Adama bot man Eric Stoltz an, der das Skript mehrere Tage nicht las. Er ließ es in seinem Hotelzimmer liegen, bis es gestohlen wurde – von einem Zimmermädchen, das angeblich von einem Galactica-Fan bestochen worden war. Das weckte Stoltz‘ Interesse, der das Drehbuch las und die moralische Komponente sehr schätzte. Die zweite Hauptrolle ging an Esai Morales („Jericho“). Abgesehen von Polly Walker („Rom“) ist das übrige Ensemble nicht allzu bekannt, bei den wiederkehrenden Rollen gibt es aber ein paar bekannte Gesichter.

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Neben philosophischen Themen darf auch die Action nicht zu kurz kommen.
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So wirken Patton Oswalt („King of Queens“), Peter Wingfield (Methos in „Highlander“), Teryl Rothery (Dr. Fraiser in „Stargate SG-1”) und James Masters (Spike in „Buffy”) in mehreren Folgen mit.

Die Zukunft von heute

Der Look der Serie ist in gewisser Weise ungewöhnlich. Die Designs wurden an die USA der 1950er Jahre angelehnt, da man ein Gefühl von Vergangenheit erzeugen wollte, das sich auf den ersten Blick einstellen sollte.

Nicht nur dadurch unterscheidet sich „Caprica“ von „Battlestar Galactica“. Es gibt auch weniger Action, aber eines ist wiederum gleich: Im Kern geht es um Emotionen. So gestaltet sich die Serie als spannender moralischer Exkurs, der sich mit vielfältigen Fragen beschäftigt, wenn es darum geht, wie weit die Wissenschaft eigentlich gehen darf.

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Diesen beiden Damen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu.
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Dabei funktioniert die Serie besonders gut, da es nicht nur kühle Wissenschaft, sondern heiße Emotion ist, die Graystone antreibt. Er versucht, seinen Schmerz zu lindern, indem er sich auf dieses Unterfangen einlässt. Dadurch setzt er Ereignisse in Gang, die letzten Endes zur Auslöschung der zwölf Kolonien führen.

Die Bezüge auf „Battlestar Galactica“ sind vorhanden, werden aber nicht extrem ausgespielt. Man kann der Serie problemlos folgen, ohne je eine Galactica-Folge gesehen zu haben. Sie wirkt jedoch noch reichhaltiger in den Details, wenn man sich vor Augen hält, was mit dieser kybernetischen Revolution letzten Endes einhergeht.