Die Fantasy-Serie „Camelot“ lief schon im Pay-TV und ist auch auf DVD und Blu-ray erhältlich, im März feiert sie nun jedoch Free-TV-Premiere. In einer Event-Programmierung – zur Abwechslung aber mal nicht bei RTL 2, sondern bei ZDFneo. Dort wird die komplette Staffel vom 21. bis zum 23. März jeweils ab 21.45 mit drei beziehungsweise vier Folgen am Stück ausgestrahlt.

Die Artus-Legende hat schon für viele Filme herhalten müssen. Auch Serien wurden ihr schon gewidmet, so etwa „Merlin“, das sich jedoch an ein jugendliches Publikum richtet. Das vom amerikanischen Pay-TV-Sender Starz produzierte „Camelot“ orientiert sich an „Spartacus“ und will Erwachsenenunterhaltung sein. Weniger brutal, dafür aber freizügig.

Alles beginnt mit dem Mord an Uther Pendragon, der von seiner eigenen Tochter Morgan vergiftet wird. Doch sie kann den Thron nicht besteigen - etwas, das sie mit Uthers Erzfeind Lot tun wollte -, da Merlin einen illegitimen Sohn Uthers präsentiert: Arthur. Merlin bringt Arthur in die alte, etwas heruntergekommene Festung Camelot, wo ihm einige Ritter die Treue schwören, und er erstmals seiner Schwester und Lot begegnet. Beide wollen sich Arthurs Regentschaft nicht beugen.

Camelot - Die Artus-Legende, wie sie noch nie zuvor erzählt wurde

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Der neue König besteigt seinen Thron: Arthur.
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Viel Aufwand, durchschnittliches Ergebnis

Die Ausstattung gefällt, die Kostüme sind gut gemacht, die Drehorte in Irland wissen auch zu gefallen. Problematisch sind jedoch die lahmen, auf bedeutungsschwanger getrimmten, aber schon ins Lächerliche gehenden Dialoge, in denen ständig von Arthurs Bestimmung und seiner Zukunft als großer König geschwafelt wird. Irgendwann hat es dann auch der letzte Bauer Britanniens verstanden. Den Holzhammer darf die Serie künftig also ruhig wieder einpacken.

Joseph Fiennes („Flash Forward“) als Merlin ist interessant. Die Figur ist erdiger angelegt als man das gemeinhin kennt. Claire Forlani („Mallrats“) bleibt als Uthers Frau Igraine farblos, Philip Winchester („Strike Back“) hat als Leontes nicht genug zu tun, Sebastian Koch („Das Leben der anderen“) stirbt als Uther Pendragon nach ein paar Minuten Mattscheibenpräsenz schon in der Pilotfolge und Jamie Campbell Bower („Anonymus“) als Arthur macht immer schön große Augen - so wie ein Reh, das im Scheinwerferlicht gefangen ist. Irgendwie reißen einen die Guten und Aufrechten nicht gerade vom Hocker.

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Camelot ist keine kindliche Fantasy-Serie, sondern richtet sich bewusst an ein älteres Publikum.
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Ganz anders die Schurken. Eva Green („Dark Shadows“) ist als Morgain sexy und eisig zugleich und James Purefoy als Lot gibt einen kernigen Antagonisten ab. Ohnehin ist Purefoy in period pieces immer am besten aufgehoben, wie man schon in „Rom“ und „Solomon Kane“ sehen konnte. Er hat einfach das perfekte Gesicht dafür.

Aufwendige, aber mit Schwächen versehene Arthur-Geschichte, die vor ihrer Zeit eingestampft wurde.Fazit lesen

Eine einzige Staffel

Eigentlich sollte „Camelot“ mehr als nur eine Staffel erleben, nun wird das Ganze jedoch als Miniserie vermarktet. Als die Show 2011 debütierte, hatte sie sehr gute Quoten, wenn man Starz-Maßstäbe ansetzt. Mehr als 1,5 Millionen Zuschauer sahen zu. Ansonsten ist man bei dem Sender auch schon mit weniger als einer Million zufrieden.

Aber „Camelot“ war eine teure Serie, die an Originalschauplätzen in Irland gedreht wurde. Dennoch hätte man bei Starz wohl gerne weitergemacht, da das Potenzial nach noch größerem Erfolg durchaus vorhanden war. Aber man begegnete einem Problem, das man wohl nur umschifft hätte, wenn die Show noch besser gelaufen wäre: Es war fast unmöglich, alle Schauspieler für den Dreh der zweiten Staffel wieder zu versammeln. Man hatte offenbar den Fehler begangen, recht großzügig gefasste Verträge zu nutzen, die für die großen Namen im Ensemble nicht bindend waren.

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Mehr Schein als Sein: Morgan will ihren Halbbruder mit allen Mitteln loswerden.
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Trotz der begrenzten Drehzeit – immerhin sollte jede Staffel nur zehn Folgen haben – hätte man aber sicherlich mit etwas Mühe und finanziellem Aufwand eine zweite Season produzieren können. Letzten Endes war die Serie Starz aber wohl zu teuer dafür.