Irgendwie ist es symptomatisch für das deutsche Fernsehen. Während Reality-Formate wie Unkraut sprießen, tauchen Qualitätsserien erst gar nicht auf – oder sind im Programm von Nischensendern versteckt. So auch die von „Akte X“-Autor Vince Gilligan erfundene und produzierte Serie „Breaking Bad“, die auf Arte ausgestrahlt wird und dementsprechend ein Schattendasein führt.

Das geht sogar so weit, dass die DVD-Veröffentlichungen durch Sony der Fernsehausstrahlung schon davongeeilt sind. Ende April gab es die vierte Staffel fürs Heimkino, auf Arte wird die Season hingegen erst im November 2012 laufen.

Walt White (Bryan Cranston) ist ein ganz normaler Chemielehrer. Doch sein Leben wird auf den Kopf gestellt, als es mit einem Ablaufdatum versehen wird. Denn nach gesundheitlichen Schwierigkeiten lässt er sich untersuchen und erhält eine erschütternde Diagnose: Lungenkrebs im Endstadium.

Für den Lehrer, der verzweifelt versucht, seine Frau Skyler (Anna Gunn) und seinen behinderten Sohn Walter Jr. (R.J. Mitte) durchzubringen, stellt sich nun ein Horror-Szenario ein. Schon bald wird er tot sein und niemand wird sich um seine Familie kümmern.

Da er nur noch wenige Jahre zu leben und nichts zu verlieren hat, trifft er darum eine ebenso mutige wie verzweifelte Entscheidung: Er steigt ins Metamphetamin-Geschäft ein! Als Chemiker hat er die Fähigkeiten, den Stoff herzustellen. Was er braucht, ist jemand, der beim Vertrieb hilft. Doch der Einstieg ins Drogengeschäft ist nicht so leicht, wie er denkt, denn ganz plötzlich finden sich Walt und sein Kompagnon Jesse (Aaron Paul) mitten im Chaos. Nicht nur müssen sie sich vor Drogenbaronen hüten und der Polizei aus dem Weg gehen, sondern auch noch allerhand persönliche Krisen meistern. Und all das mit einem vor sich hin wucherndem Krebs, der Walter langsam umbringt…

Breaking Bad - Das Ende eines Drogen-Trips: Das große Finale naht

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Allein auf weiter Flur: Wie wird der Drogen-Trip für Walter und Jesse enden?
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Im vierten Jahr

In der vierten Staffel kommt es für Walt und Jesse knüppeldick. Beruflich, privat, legal, illegal – die Einschläge kommen immer näher. Walt hat zudem Schwierigkeiten mit seinem Arbeitgeber Gus, was zu einem Machtkampf führt. Die Beziehung zu seiner Frau ist schwierig wie eh und je, aber immerhin wäscht sie das Geld, das er sackweise nach Hause bringt. Und sie benutzt es, um ihrer Schwester Marie und dem kränkelnden Hank zu helfen, der noch vor kurzer Zeit Walt dingfest machen wollte.

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Das ist der Status Quo der vierten Staffel, die man nun entweder gemütlich auf DVD sehen oder noch ein paar Monate bis zur Free-TV-Premiere abwarten kann. Auf die fünfte Staffel, die Mitte Juli 2012 in den USA angelaufen ist, wird man ohnehin wieder lange warten müssen – zumindest, wenn man sie auf Arte sehen will.

Und so geht’s weiter

„Live Free or Die“ heißt die erste Folge. Der Titel ist Programm, denn im Grunde geht’s um nichts anderes. Ein Blick in die Zukunft zeigt uns Walt an seinem 52. Geburtstag. Er sitzt in einem „Denny’s“, hat total wirres Barthaar, benutzt einen falschen Namen und hat einen Führerschein aus New Hampshire. Außerdem bezahlt er einen Kerl für einen Wagen, dessen Kofferraum mit Waffen angefüllt ist.

Wie es dazu kam, erfährt man noch, aber erst im Verlauf der Staffel. Alles beginnt mit dem, was nach Gus‘ Tod passiert. Walt und Jesse schließen Frieden und Hank sieht sich das ausgebrannte Labor an. Das erinnert Walt daran, dass Gus Überwachungskameras im Büro hat aufbauen lassen. Die könnten ihn jetzt alles kosten, denn er braucht Mikes Hilfe, um das Beweismaterial den Händen der Polizei zu entreißen.

Der Auftakt erscheint eher wie der Abschluss der vorherigen Staffel. Nur wenig wird unternommen, um die übergreifende Geschichte dieser Season in Gang zu setzen. Das ändert sich erfreulicherweise schon mit der zweiten Episode „Madrigal“.

Denn hier zeigt sich, dass das multinationale Konglomerat, das Gus‘ Meth-Imperium gestützt hat, alles daran setzen muss, um lose Fäden abzuschneiden, ist die DEA doch hinter der Firma Madrigal her, die tief in diese Machenschaften verstrickt ist.

Breaking Bad - Das Ende eines Drogen-Trips: Das große Finale naht

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Alles für die Familie: Ursprünglich brachte seine Krebserkrankung Walter auf die schiefe Bahn.
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So wird man in dieser Staffel wohl miterleben, wie Walt und Jesse sich gegen Madrigal zur Wehr setzen müssen und wie sie einen höchst unwahrscheinlichen Partner für ein neues Geschäftsmodell finden. Während sie natürlich immer auf der Hut vor der DEA und Madrigal sein müssen.

Was Vince Gilligan hier plant, ist das große Finale seiner Show. Immerhin ist die fünfte Staffel zugleich auch die letzte, so dass die 16 Folgen dieser Season wohl in Richtung Finale immer mehr Geschwindigkeit aufnehmen werden.

Wird’s einen Film geben?

Bryan Cranston deutete im Juni an, dass ein Film durchaus im Bereich des Möglichen ist. Vince Gilligan hat das alles jedoch etwas relativiert. Er erzählte der Website Collider: „Ich habe früh gelernt, niemals nie zu sagen, aber ich muss auch sagen, dass meine Autoren und ich jedes bisschen Story, das wir erzählen wollen, in die letzten 16 Folgen stecken."

"In diesem Moment würde ich also sagen, dass ein Film nur eine weit entfernte Möglichkeit ist. Aber in ein oder zwei Jahren mag das anders aussehen, wenn uns etwas einfällt, das wir als Film umsetzen könnten – oder falls überhaupt irgendwelche Figuren überlebt haben, wenn der Rauch sich verzieht.“

Einen Film braucht es auch wirklich nicht. Schon gar nicht, wenn Gilligan wie versprochen seine Geschichte mit der fünften Staffel, deren letzte acht Folgen erst 2013 ausgestrahlt werden, zu Ende erzählt. Wenn man ehrlich ist, kann diese Reise für Walt auch nur auf eine Art enden.

Weiterführende Links

Dann tritt die Serie auf hohem Niveau ab und wird – aller Wahrscheinlichkeit nach – auch wieder mit Preisen überhäuft. Auch bei der diesjährigen Emmy-Verleihung, die im September stattfindet, wird „Breaking Bad“ wohl wieder zu den Absahnern gehören. Immerhin wurde die Show in 13 verschiedenen Kategorien nominiert.

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