Bei Netflix ist eine neue Serie debütiert: „Bloodline“. Dabei handelt es sich um einen Thriller mit vorerst 13 Episoden, die allesamt am selben Tag freigeschaltet wurden. Erschaffen wurde die Serie von Todd A. Kessler, Glenn Kessler und Daniel Zelman. Das Trio hat mit „Damages“ bereits eine Erfolgsserie produziert, bei Netflix war man darum guter Dinge, um einige Millionen locker zu machen.

Bloodline - Featurette Ein weiteres Video

Das sieht man der Produktion auch an. Die in Florida gedrehte Serie sieht wirklich prima aus. Und man hat sich auch bei der Besetzung nicht lumpen lassen. Mit Sam Shepard und Sissy Spacek sind die Oberhäupter der Familie namhaft besetzt.

Doch worum geht es?

Die Familie Rayburn ist eine mächtige Dynastie, die in der Stadt nicht unbedingt positiv gesehen wird. Den Familienoberhäuptern, aber auch den Brüdern, darunter John, der als Sheriff tätig ist, ist das herzlich egal. Wie jedes Jahr gibt es das große Familienfest, diesmal scheint aber das schwarze Schaf der Familie, Danny, fernzubleiben.

Bloodline - Wir sind keine schlechten Menschen, wir tun nur schlechte Dinge

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Die Folgen sind weltweit seit dem 20.03.2015 auf Netflix online abrufbar.
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Überraschend taucht er dann aber doch auf und sorgt für allerhand Aufruhr. Denn er möchte langfristig nach Hause zurück und er möchte ins Familiengeschäft einsteigen. Doch seine Brüder sind dagegen. Als Danny alleine mit seinem Vater spricht, geschieht das Unglück. Das Familienoberhaupt wird verletzt, weswegen manche von Dannys Brüdern glauben, er könnte etwas damit zu tun haben. Die Spannungen steigen, reißt die Rückkehr des schwarzen Schafs doch alte Wunden auf.

Mehr Drama als Thriller

„Bloodline“ ist als Thriller gedacht gewesen, aber wirklich thrillend ist die Show nicht. Zumindest ziemlich lange nicht. Man kann schon erkennen, dass sich die Thriller-Elemente immer weiter in die Geschichte hineinschleichen, aber es dauert elendig lange, bis man wirklich Interesse entwickelt.

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Bestes Beispiel sind die ersten beiden Folgen, die als Familiendrama noch ganz gut funktionieren, aber kaum irgendwelche spannenden Elemente besitzen. Hier zeigt sich die Stärke des Netflix-Modells. Bleibt man am Ball und sieht sich gleich mehrere oder alle Folgen am Stück an, dann relativiert sich der negative Eindruck der ersten Folgen ein wenig. Bei einer wöchentlichen Ausstrahlung würden viele aber wohl nicht mehr einschalten.

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Ein Drama ist ein Thriller ist ein Drama.
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Klischees in großer Menge

Wirklich durchsitzen muss man „Bloodline“ aber nicht. Mehr als Durchschnitt kommt hier nie heraus, wobei zusätzlich gilt, dass man es mit einem Haufen äußerst unsympathischer Figuren zu tun hat.

Der Vater ist ein Tyrann, die Brüder Drogensüchtige und Schläger, die Schwester jemand, der die eigene Opferrolle ausnutzt, und die Mutter ein absoluter Kontrollfreak, der gerne die eigenen Kinder aufeinander hetzt.

Allein diese Figurenkonstellation führt das Konzept der Serie ad absurdum. „Wir sind keine schlechten Menschen, wir tun nur schlechte Dinge“, heißt es da. Aber: Verdammt nochmal, die Mitglieder der Familie Rayburn sind schlechte Menschen. Darum tun sie schlechte Dinge!

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Gute Besetzung

Neben Sam Shepard und Sissy Spacek fallen besonders Kyle Chandler („Wolf of Wall Street“) und Ben Mendelsohn („The Dark Knight RIses“) auf. Sie haben auch die interessantesten Figuren. Der eine spielt den Polizisten, der andere das kriminelle schwarze Schaf der Familie. Wenn „Bloodline“ etwas in Fahrt kommt und ein bisschen Dramatik generiert, dann in der Regel bei Szenen, in denen die beiden aktiv sind.