Was Vince Gilligan und seinem Kollegen Peter Gould mit „Better Call Saul“ vorschwebte, war mehr als nur eine neue Serie im „Breaking Bad“-Universum. Sie sollte ein Spin-off, ein Prequel und ein Sequel zugleich sein. Die Möglichkeiten sind dabei grenzenlos, denn auch wenn die Geschichte hauptsächlich in der Vergangenheit spielt, so planen die Macher doch, im Lauf der Zeit auch Ereignisse aus „Breaking Bad“ einzubeziehen.

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Die erste Folge beginnt in Schwarzweiß, in der Gegenwart, mit Saul Goodman alias Jimmy McGill, der in einem Nebraskan Cinnabon arbeitet und seiner Paranoia kaum Einhalt gebieten kann. Stets fürchtet er, dass ihn jemand erkennen könnte. Abends in seinem Appartement sieht er sich dann eine Videokassette mit seinen alten TV-Werbespots an.

Die Serie springt dann zurück ins Jahr 2002, lange bevor Jimmy McGill auf Walter White getroffen ist. McGill arbeitet als Anwalt, vor allem als Pflichtverteidiger, was aber nicht gerade viel Geld in die Kasse spült. Der einzige echte Fall, mit dem sich Geld machen ließe, ist der seines Bruders Chuck. Der ist Partner einer Anwaltsfirma, aber arbeitsunfähig. Jimmy will eine Millionensumme, mit der Chuck ausgezahlt wird, aber selbst der hat eigentlich kein Interesse daran. Im Gegenteil, er rät seinem Bruder, seinen Namen zu ändern – schon aus rein professioneller Höflichkeit gegenüber der größeren Firma, die auch Chucks Namen trägt.

Better Call Saul - Die Geschichte von Saul Goodman – Jahre, bevor er Walter White traf

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Die Serie startet bei uns am 11.02.2015 im Pay-TV.
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Von „Breaking Bad“ zu „Better Call Saul“

Die Idee für den Spin-off gab es bereits im Juli 2012, als Vince Gilligan darüber sprach. Ein knappes Jahr später wurde die Show bestätigt, da gab es aber noch Überlegungen, ob man einen Halbstünder daraus macht. Man entschied sich dagegen, um den dramatischen Gehalt der Serie zu unterstreichen. Denn natürlich gibt es auch Humor, der ist aber nicht dominant. Er ist Teil des Ganzen, auch und gerade, weil Saul einfach ein schräger Typ ist.

Dass man sich beim Spin-off für Saul entschieden hat, ist natürlich keine Überraschung. Seit seinem ersten Auftritt in „Breaking Bad“ gehört er zu den liebsten Figuren, ein Umstand, den Darsteller Bob Odenkirk darauf zurückführt, dass Saul die am wenigsten heuchlerische Figur der Show war. Er macht seinen Job gut, aber ihm ist schon auch bewusst, dass er gerne mal den leichten Weg geht oder an der Schraube dreht, um ein ihm gefälligeres Ergebnis zu erzielen.

Better Call Saul - Die Geschichte von Saul Goodman – Jahre, bevor er Walter White traf

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Die Serie bekam bereits im Vorfeld fantastische Wertungen.
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Der US-Sender AMC ließ sich jedoch noch Zeit, grünes Licht zu bewilligen. Als das geschah und man die ersten Folgen sah, war man jedoch so zuversichtlich, dass man noch vor dem US-Start der aus zehn Folgen bestehenden ersten Staffel eine zweite in Auftrag gab.

Wiedersehen

Neben Saul sieht man hier auch den von Jonathan Banks gespielten Mike Ehrmantraut wieder. Der hat sich kaum verändert, was man bei Saul schon konstatieren muss. Kurz gesagt: Von der Optik her ist es problematisch, die Serie im Jahr 2002 spielen zu lassen. Odekirk ist eben auch nicht jünger geworden, daran kann Make-up auch nur bedingt etwas kaschieren. Aber das ist eine Kleinigkeit, die nicht weiter auffällt, da man ohnehin zu sehr damit beschäftigt ist, sich an dieser Serie zu erfreuen.

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Erlebt, wie Saul Goodman der Mann wurde, den wir in Breaking Bad kennen gelernt haben.
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Sie ist ganz anders als „Breaking Bad“, besitzt aber deren durchaus schräge Qualität. Die Geschichte ist jedoch eine ganz andere, so dass man „Better Call Saul“ als gute Ergänzung sehen kann und darf, die ganz und gar auf eigenen Beinen steht. Tatsächlich ist der Auftakt exzellent. Nach einem etwas langsamen Anfang nimmt die Geschichte schon in der ersten Folge Fahrt auf. Man kann abschätzen, dass Gilligan und Gould hier noch Großes leisten werden – auch und gerade, weil Odenkirk ein solch hervorragender Hauptdarsteller ist.