Erfolg kann man nicht planen. Selbst wenn es ein Projekt ist, das von Vince Gilligan (Breaking Bad) und David Shore (Dr. House) geschrieben und von Bryan Singer (X-Men) produziert wurde. Letzterer hat auch die Pilotfolge inszeniert

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Hinter der Serie Battle Creek steckt Sony Pictures Television, das mit dem Sender CBS paktierte, um die Show Wirklichkeit werden zu lassen. Der Stoff basiert auf einem Drehbuch, das Gilligan vor mehr als zehn Jahren geschrieben hat. Nach dem Ende von Breaking Bad wurde es wieder abgestaubt. Und mehr noch: Gilligan arbeitete mit Shore zusammen. Zwei Showrunner extrem erfolgreicher Serien. Da sah man bei Sony schon den Geldregen nahen. Aber es kam, wie es häufig kommt, wenn alles auf Sieg steht: Eine Niederlage folgte.

Battle Creek - Breaking Bad meets Dr. House

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Eine bewährte Formel, gut aufgearbeitet.
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Battle Creek startete im März 2015 in den USA mit bescheidenen Quoten. Schon bevor die neunte Folge ausgestrahlt worden ist, verkündete der Sender die Einstellung, zeigte aber zumindest noch die restlichen vier Folgen. Damit war dann aber auch Schluss. Schade drum, ist Battle Creek doch eine herrlich unkonventionelle Krimiserie.

Ungleiche Partner

Battle Creek ist ein kleines Kaff, in dem es die Polizei nicht leicht hat. Man ist unterbesetzt und das Equipment ist hoffnungslos veraltet. Will man einen Verdächtigen mit einem Elektroschocker außer Gefecht setzen, muss man schon Glück haben, dass das Ding auch funktioniert.

Detective Russ Agnew (Dean Winters) ist es leid, so arbeiten zu müssen. Doch die Hilfe, die kommt, ist nicht das, was er sich erhofft hat. Im Revier wird nämlich eine Außenstelle des FBI eingerichtet. Dorthin versetzt wurde Agent Milt Chamberlain (Josh Duhamel), den seine Kollegen gar nicht schnell genug loswerden konnten. Weil er etwas steif ist, weil er streng nach Vorschrift arbeitet, weil er nicht lügt, kurz: weil er ein bisschen eigenartig ist. Und das betrifft noch nicht mal sein unglaublich gutes Aussehen.

Milt hilft der Polizei aus – und das gleich richtig. Denn kurz nach seiner Ankunft muss schon ein Doppelmord geklärt werden. Russ und Milt arbeiten dabei zusammen, gerade ersterer kommt damit aber ganz schlecht zurecht.

Amüsant

Inmitten eines riesigen Wusts an Krimi-Serien ist Battle Creek eine angenehme Abwechslung, weil hier mehr auf Humor gesetzt wird. Dabei übertreibt man es aber auch nicht, sondern nutzt die Dynamik typischer Buddy-Geschichten, bei der ungleiche Partner sich zusammenraufen müssen.

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Der Erfolg blieb aus, mehr als eine Staffel wird es nicht geben.
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Dean Winters (Rescue Me) hat dabei die dankbarere Rolle bekommen. Als nicht immer ganz nach Vorschrift agierender Russ Agnew ist er der Sympathieträger, weil er nicht so geleckt daherkommt wie sein Kollege. Mehr noch, weil er einfach normal wirkt. Ganz anders als Josh Duhamel (Las Vegas), der gerade in der Pilotfolge extrem steif erscheint, aber das ist Kalkül. Seine Figur macht noch eine interessante Entwicklung durch.

Weiterhin in einer Hauptrolle agiert Kal Penn, der zuletzt in Dr. House zu sehen war. Shore dachte an seine ehemaligen Mimen und holte darum für einen Gastauftritt auch Robert Sean Leonard. Die übrige Besetzung ist weniger spektakulär, füllt ihre Rollen aber ganz gut aus.

Leider kurzlebig, dabei ist die Mischung aus Komödie und Drama mit ungewöhnlichen Polizeifällen sehr vergnüglich.Fazit lesen

Einen namhaften Gaststar gibt es jedoch noch. Candice Bergen spielt Constance Agnew, die Mutter von Russ. Das Problem: Sie ist eine überführte Betrügerin.