Über Jahre hinweg haben die Fans darauf gewartet, dass die klassische „Batman“-Serie aus den 1960er Jahren auf DVD erscheint. Ein Rechte-Wirrwarr hatte dafür gesorgt, dass dem nicht so war, aber nun – endlich – ist es soweit. Am 20. November veröffentlicht Warner die komplette Serie in einer Box – und das sowohl auf DVD als auch Blu-ray. Mehr als 3.600 Minuten geballten Schwachsinns warten also.

Batman (1966) - SchlaumeiersprücheEin weiteres Video

Die Serie ist eine schrille Parodie, und damit nicht unbedingt das, was harte Comic-Fans sich erhofften. Dieser Ansatz wurde von Produzent William Dozier verfolgt, weil er der Meinung war, dass Comics peinlich seien – wenn man ein Erwachsener war. Aber wenn man eine Fernseh-Adaption parodistisch überhöhen könnte, würden Erwachsene es ansehen und Kinder sich spannend unterhalten lassen können.

Batman (1966) - Heiliger Nonsens, Batman! Das Dynamische Duo kämpft im Heimkino!

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Am 20.11.2014 ist es endlich soweit und das "Dynamische Duo" findet seinen Weg in die Heimkinos dieser Welt.
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Für das Drehbuch des Pilotfilms wurde der Autor Lorenzo Semple Jr. an Bord gebracht, der für sich in Anspruch nimmt, aus „Batman“ die alberne Serie gemacht zu haben, die sie schließlich geworden ist. Unabhängig davon, wer die Idee nun hatte, „Batman“ komisch zu machen, war es doch Semples Drehbuch, das dies schaffte und als Vorlage für den Rest der Serie diente. Auf Semple ging auch die Idee zurück, für die Kameraeinstellungen wilde, absolut ungewöhnliche Einstellungen zu wählen, um die Künstlichkeit des Ganzen noch zu unterstreichen.

Das dynamische Duo wird gesucht

Mit dem Skript in der Hand ging es an die Vorproduktion und schließlich an die Besetzung. Für die Hauptrolle hatte Dozier sich eigentlich Ty Hardin gewünscht, doch dieser war bereits anderweitig verpflichtet. Eine Alternative war Lyle Waggoner, aber schließlich entschied man sich für Adam West, dem klar war, was er mit dieser Rolle riskierte, der jedoch von dem witzigen Skript so angetan war, dass er es unbedingt machen wollte. Schwieriger war die Besetzung von Robin, für den zahlreiche Aspiranten gesichtet wurden.

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Die Bösewichter waren allesamt große Stars.
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Die Wahl fiel schließlich auf Burt Ward, der einfach zu 20th Century Fox gekommen war und dort den Pförtner gebeten hatte, ihn zum Vorsprechen für „Batman“ reinkommen zu lassen. Charles Fitzsimmons, einer der Produzenten, war müde und wollte ihn abwimmeln, weswegen er dem Pförtner sagte, er solle den jungen Man nur reinschicken, wenn er über 18 war, aber aussah wie 16, schwarzes Haar und blaue Augen hatte und sportlich war. Burt Ward passte auf diese Beschreibung und als er ins Büro kam, war klar, dass er die perfekte Besetzung für den Part war.

Stars als Schurken

Dozier bemühte sich, für die Rollen der Schurken, die oftmals weit interessanter als Batman waren, große Namen zu bekommen, weswegen er sich an Leute wandte, die er über die Jahre kennen gelernt hatte und die auch ihn schätzten. So bekam er Burgess Meredith als Pinguin, Cesar Romero als Joker (Romero weigerte sich jedoch, seinen Schnauzer zu rasieren, weswegen dieser einfach weiß überschminkt wurde), George Sanders als Mr. Freeze, Julie Newmar als Catwoman und Vincent Price als Egghead.

Cameos

Nach der ersten Season war die Serie derart populär, dass Filmstars anfragten, ob sie Gastauftritte absolvieren könnten. Zu jener Zeit war das eine Sensation, wurde das Fernsehen doch immer noch als der verleugnete Bastard des Kinos abgetan, mit dem man nicht verkehrte. „Batman“ war jedoch derart hip, dass sich die Stars die Klinke in die Hand gaben. Um sie alle unterzubringen, wurden die Bat-Climbs erfunden, kurze Szenen, bei denen Batman und Robin eine Hauswand hochklettern und ein Star seinen Kopf durchs Fenster steckt. So kamen die Stars zu ihren Gastauftritten bei der Show, darunter auch Jerry Lewis und Sammy Davis Jr.

Batgirl kommt

Schon in der zweiten Season ließen die Quoten jedoch nach, weswegen Dozier plante, Batgirl in die Serie einzuführen. Yvonne Craig spielte die Heldin, die in der letzten Staffel der Serie aktiv wurde und aus dem Duo ein Trio machte.

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Der Batman von 1966 spaltet die Fans immer noch in zwei Lager. genauso die merkwürdige Interpretation des Jokers.
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Nachdem die letzte Staffel gelaufen war, lag es an ABC, ob die Serie weitergeführt werden sollte. Das Network entschied sich schließlich dagegen, denn obwohl die Quoten noch einigermaßen in Ordnung waren, waren es die demographischen Werte nicht. Erst zu jener Zeit begann man, nicht nur nach Zuschauermenge zu werten, sondern auch danach, wie sich diese Zuschauer zusammensetzten und bei „Batman“ war es so, dass ein großer Teil des Publikums aus Kindern bestand, die für die damalige Werbeindustrie nicht interessant genug waren (heutzutage sieht das schon anders aus).

Albern, alberner, Batman – die vielleicht irrste Comic-Verfilmung aller Zeiten. Kapow!Fazit lesen

Neben 120 Folgen der Serie gibt es natürlich auch noch den Film „Batman hält die Welt in Atem“, der nach der ersten Staffel gedreht worden ist. In der DVD- und Blu-ray-Box ist er nicht enthalten, ihn gibt es schon lange separat.

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Bonus

Da man schon ewig auf die Serie warten musste, lässt man sich zumindest in Sachen Extras nicht lumpen. Eine Reihe von Featurettes beleuchten verschiedene Elemente der Produktion, so z.B. auch die Komposition des eingängigen Titelthemas. Darüber hinaus gibt es Screen Tests mit den beiden Hauptdarstellern, aber auch Lyle Waggoner und Peter Deyell, die die Rollen nicht bekamen. Sehr toll ist zudem die „Batgirl“-Pilotepisode, der nie eine eigene Serie folgte.