Dass ausgerechnet die „Glee“-Schöpfer Ryan Murphy und Brad Falchuk mit „American Horror Story“ eine der furchteinflößendsten Serien aller Zeiten erschaffen haben, ist sicherlich bemerkenswert. Auf den Free-TV-Start der in den USA bereits 2011 ausgestrahlten Serie musste man lange warten. Nun hat sie ihre hiesige Heimstatt gefunden – überraschenderweise beim Sender Sixx.

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Diese Serie macht Angst

Dort wird die erste Staffel ab dem 7. März gegen 22.50 Uhr ausgestrahlt. Die späte Sendezeit ist notwendig, da „American Horror Story“ nichts für Zartbesaitete ist. Nicht, weil sie so gewalttätig wäre, sondern weil sie ein Gefühl des Unbehagens heraufbeschwört.

Nichts ist wie es scheint

Psychiater Ben (Dylan McDermott) und seine Frau Vivien (Connie Britton) ziehen mit ihrer Tochter Violet (Taissa Farmiga) von Boston nach Los Angeles. Das Paar hofft, dort die kriselnde Ehe retten zu können, nachdem er eine Affäre mit einer jüngeren Frau hatte. Doch das Haus, das die Harmons beziehen, hat eine düstere und böse Geschichte. Über die Jahrzehnte hinweg sind hier zahllose Menschen zu Tode gekommen. Unheimliche und unvorstellbare Dinge geschehen in diesem Haus. Das bekommen auch bald die Harmons zu spüren.

American Horror Story - Staffel 1 - Diese Serie macht Angst

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Ben und Vivien müssen sich schon bald eingestehen, dass in ihrem neuen Heim nicht alles ganz koscher ist.
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Ben wird von einem entstellten Stalker verfolgt, ein soziopathischer Teenager, der von Ben behandelt wird, interessiert sich für Violet, die Nachbarin ist eine höchst merkwürdige Frau und auch bei der Haushälterin geht nicht alles mit rechten Dingen zu.

Haus der Angst

„American Horror Story“ erschafft eine unglaublich unheimliche Atmosphäre, die psychosexuell aufgeladen ist. Es gibt erotisches Flair der abseitigeren Art - und damit ist nicht der Unbekannte im Ganzkörper-Latex-Kostüm gemeint, der in diesem Haus um- und sich an der Hausherrin vergeht.

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Ein neuer Superheld?
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Dies ist nur ein Teil der verstörenden Gleichung, die Murphy und Falchuk aufgestellt haben. Der andere ist die Konzentration auf ein Gefühl des Makabren, das die Serie von der ersten Folge an durchströmt.

Indem man mit Rückblicken in vergangene Jahre zeigt, was in diesem Haus passiert ist, wird die Geschichte weiter aufgezogen. Es wird zu einer Historie des Bösen, in der die Essenz desselben immer stärker zum Tragen kommt. Denn sind die Harmons anfangs noch alleine in ihrem Haus, zeigt sich schnell, dass dies ein fataler Trugschluss ist.

Besser als jeder Horrorfilm

Schon bei Kinofilmen ist es immens schwer, dem Zuschauer ein Gefühl von Angst zu geben. Im Fernsehen erwartet man gar nicht, dass das überhaupt glücken könnte. Umso überraschender ist, wie tiefenwirksam sich „American Horror Story“ gibt. Dabei sind es nicht nur die Geschichte und die Figuren, sondern auch die technische Umsetzung, die mit ihrer unkonventionellen Art äußert effizient ist. Jumpcuts werden ebenso wie außergewöhnliche Kameraperspektiven eingesetzt, um dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzureißen.

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Ben und Two-Face. Äh, Larry, natürlich.
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Eine Staffel, eine Geschichte

Als die Serie in den USA an den Start ging, war noch nicht klar, ob die Geschichte mit einer Staffel beendet sein würde. Erst später äußerten sich die Macher dazu und erklärten, dass jede Staffel quasi eine Miniserie ist. Das ist die richtige Entscheidung, denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass man die Intensität der Serie mit einer einzigen Geschichte über mehr als eine Staffel hinaus hätte aufrecht erhalten können.

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So jedoch bekommt man praktisch einen überdimensionierten Film zu sehen, der aufgrund dessen, dass er sich weit stärker in die Geschichte vertiefen und die Figuren ausloten kann, jedem ähnlich gelagerten Film haushoch überlegen ist.

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Viele Charaktere umgibt ein kaum greifbares Mysterium und gerade das macht die Serie so spannend.
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Die erste Staffel ist dabei exzellent besetzt. In Hauptrollen agieren Dylan McDermott („Practice – Die Anwälte“), Connie Britton („Nashville“), Jessica Lange („Wenn der Postmann zweimal klingelt“), Denis O’Hare („True Blood“) und Frances Conroy („Six Feet Under“). Wiederkehrend spielen Zachary Quinto („Star Trek“), Kate Mara („127 Hours“) und Mena Suvari („American Beauty“), um nur ein paar zu nennen. Einige von ihnen sind auch in der zweiten Staffel der Serie dabei, spielen dann aber andere Rollen.

Eine Entdeckung stellen Taissa Farmiga und Evan Peters dar. Die Beziehung der zwei Jugendlichen wurde von Ryan Murphy als eine Variation von Bella und Edward beschrieben - aber so, wie sie wirklich wäre, bis ins Mark erschreckend.