Als „Alcatraz“ in den USA debütierte, da war das Interesse anfangs groß. Der Sender hoffte auf ein neues „Lost“, aber dafür war die Show wohl nicht frisch genug. Denn die von J.J. Abrams produzierte Serie nutzt ein ähnliches Erzählmuster, ist fest in einer gegenwärtigen Handlung verankert, bietet aber immer wieder Rückblicke in die frühen 60er Jahre. Darüber hinaus: „Hurley“ Jorge Garcia hängt schon wieder auf einer Insel herum.

Die nur aus 13 Episoden bestehende Serie debütiert nun in Deutschland. Im Hauptprogramm von RTL wollte man die kurzlebige Show nicht, darum geht es ab dem 19. September bei RTL Nitro los. Die einzelnen Folgen laufen immer mittwochs um 20:15 Uhr.

Im Jahr 1963, kurz bevor Alcatraz als Gefängnis geschlossen werden sollte, verschwanden von einem Moment zum nächsten mehr als 300 Häftlinge und Wärter und wurden nie wieder gesehen.

Die Regierung vertuschte dies und ließ es so aussehen, als seien die Häftlinge in andere Gefängnisse überstellt worden und dort im Lauf der Jahre gestorben. Doch nun kommen diese Häftlinge einer nach dem anderen zurück.

Knapp 50 Jahre nach ihrem Verschwinden sind sie noch so jung wie eh und je. Das Problem: Diese Verbrecher folgen ihren alten Mustern und sind gefährlich. Doch damit nicht genug: Wer auch immer sie geschickt hat, verfolgt einen Plan und nutzt diese Männer, um unliebsame Menschen aus dem Weg zu räumen.

Alcatraz - J.J. Abrams kehrt zurück auf die Insel

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Auf der Jagd nach Verbrechern und deren Geheimnissen: Sam Neill, Jorge Garcia und Sarah Jones.
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Emerson Hauser (Sam Neill) arbeitet für eine geheime Regierungsbehörde. Schon seit Jahren wartet man darauf, dass die 1963er zurückkehren. Nun, da es soweit ist, rekrutiert Hauser - ein wenig unwillig, aber letzten Endes doch ohne größere Probleme - die Polizistin Rebecca Madsen (Sarah Jones), deren Großvater einer der 1963er ist, und Dr. Diego Soto (Jorge Garcia), eine Koryphäe, was Alcatraz und seine Insassen betrifft. Gemeinsam versuchen sie, dem Geheimnis der 1963er auf die Spur zu kommen und die Verbrecher davon abzuhalten, erneut zu morden.

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Willkommen auf The Rock

„Alcatraz“ ist eine Mystery-Serie, die nach den üblichen Mustern funktioniert. Das heißt, es werden sehr schnell sehr viele Fragen aufgeworfen. Die Antworten gibt es dann nur häppchenweise bzw. gar nicht, da die Show ein frühes Ende fand.

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Jorge Garcia wurde als Hurley in "Lost" bekannt und spielt nun erneut in einer Serie von J.J. Abrams.
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Versucht wird, das Mystery-Element mit den Konventionen einer typischen Polizisten-Serie zu vermengen, was in Ansätzen auch gut funktioniert. Man fragt sich durchaus, was es mit all den geheimnisvollen Dingen auf sich hat, wer die Insassen und Wärter verschwinden ließ, warum sie nicht gealtert sind, was sie hier zu tun haben und was die ganz große Agenda hinter diesen Ereignissen sein mag.

Kurzlebige Serie, deren Mystery-Aspekt in der Luft hängen gelassen wird, die man als Krimi-Unterhaltung jedoch durchaus ankucken kann.Fazit lesen

Dazu kommt, dass mit mysteriösen Dingen nicht gespart wird. So trifft man erst in der Gegenwart eine Figur, die mit Hauser zusammenarbeitet, und sieht sie später in Rückblicken im Jahr 1963 – noch genauso jung, wie sie es heutzutage ist.

Sam und Jorge

Die Besetzung der Serie ist ziemlich gut. Als (viel zu junger) Hauser agiert Sam Neill („Jurassic Park“), der mittlerweile auch die Annehmlichkeiten des Serienfernsehens zu schätzen weiß und jüngst in Neuseeland in einer neuen Miniserie namens „Harry“ mitwirkte. Jorge Garcia kennt man als Hurley aus „Lost“. Nur Hauptdarstellerin Sarah Jones machte bisher noch nicht so sehr auf sich aufmerksam, war aber zumindest wiederkehrend in „Sons of Anarchy“ zu sehen.

Auch das übrige Ensemble schlägt sich gut. An den Schauspielern liegt es nicht, dass nicht ausreichend Zuschauerinteresse vorhanden war. Vielleicht lag es schlicht und ergreifend daran, dass „Alcatraz“ eine Serie ist, die nicht mal ansatzweise eine Romanze zu bieten hat. Aber Garcia und Jones kann man sich auch nur sehr schwer zusammen vorstellen.

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Auch Sam Neill war schon mal auf einer Insel: in "Jurassic Park".
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Ein bisschen farblos wirken die Figuren aber schon, vor allem im Vergleich zu ein paar der Rückkehrer. Eine Nebenfigur ist um Welten interessanter als die Hauptfiguren. Jeffrey Pierce spielt Häftling Jack Sylvane und strahlt nicht nur eine Gefährlichkeit, sondern auch eine Traurigkeit aus, womit er mehr Emotion bietet als die drei Hauptfiguren zusammen.