„Alcatraz“ ist eine Mystery-Serie, die nach den üblichen Mustern funktioniert. Das heißt, es werden sehr schnell sehr viele Fragen aufgeworfen. Die Antworten gibt es dann nur häppchenweise bzw. gar nicht, da die Show ein frühes Ende fand.
Jorge Garcia wurde als Hurley in "Lost" bekannt und spielt nun erneut in einer Serie von J.J. Abrams.Versucht wird, das Mystery-Element mit den Konventionen einer typischen Polizisten-Serie zu vermengen, was in Ansätzen auch gut funktioniert. Man fragt sich durchaus, was es mit all den geheimnisvollen Dingen auf sich hat, wer die Insassen und Wärter verschwinden ließ, warum sie nicht gealtert sind, was sie hier zu tun haben und was die ganz große Agenda hinter diesen Ereignissen sein mag.
Dazu kommt, dass mit mysteriösen Dingen nicht gespart wird. So trifft man erst in der Gegenwart eine Figur, die mit Hauser zusammenarbeitet, und sieht sie später in Rückblicken im Jahr 1963 – noch genauso jung, wie sie es heutzutage ist.
Die Besetzung der Serie ist ziemlich gut. Als (viel zu junger) Hauser agiert Sam Neill („Jurassic Park“), der mittlerweile auch die Annehmlichkeiten des Serienfernsehens zu schätzen weiß und jüngst in Neuseeland in einer neuen Miniserie namens „Harry“ mitwirkte. Jorge Garcia kennt man als Hurley aus „Lost“. Nur Hauptdarstellerin Sarah Jones machte bisher noch nicht so sehr auf sich aufmerksam, war aber zumindest wiederkehrend in „Sons of Anarchy“ zu sehen.
Auch das übrige Ensemble schlägt sich gut. An den Schauspielern liegt es nicht, dass nicht ausreichend Zuschauerinteresse vorhanden war. Vielleicht lag es schlicht und ergreifend daran, dass „Alcatraz“ eine Serie ist, die nicht mal ansatzweise eine Romanze zu bieten hat. Aber Garcia und Jones kann man sich auch nur sehr schwer zusammen vorstellen.
Auch Sam Neill war schon mal auf einer Insel: in "Jurassic Park".Ein bisschen farblos wirken die Figuren aber schon, vor allem im Vergleich zu ein paar der Rückkehrer. Eine Nebenfigur ist um Welten interessanter als die Hauptfiguren. Jeffrey Pierce spielt Häftling Jack Sylvane und strahlt nicht nur eine Gefährlichkeit, sondern auch eine Traurigkeit aus, womit er mehr Emotion bietet als die drei Hauptfiguren zusammen.
Produzent: Bryan Wynbrandt, Steven Lilien, Elizabeth Sarnoff
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