Nach dem verheerenden Einspiel des zweiten „Akte X“-Kinofilms war eines vor allem vom Tisch: Ein weiterer Film, der gezeigt hätte, wie die Invasion der Außerirdischen im Jahr 2012 ausgesehen hätte. Für dieses Jahr war sie terminiert, die Serie hatte praktisch darauf hingearbeitet, aber es sah nicht so aus, als ob man jemals wieder zu „Akte X“ zurückkehren würde – abseits von ein paar seinerzeit offiziell genannten, mittlerweile jedoch negierten Comics, die die Geschichte fortsetzten.

Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI - Teaser Trailer #2Ein weiteres Video

Achtung: Spoilergefahr!

Ein paar Jahre sind ins Land gezogen und bei Fox hat man grünes Licht für eine Fortführung von „Akte X“ gegeben. Die Serie sollte dahin zurückkehren, wo sie schon immer am besten aufgehoben war: ins Fernsehen.

Chris Carter entwickelte also eine Fortführung, die erst mal nur aus einer Miniserie und nur aus sechs Episoden bestehen soll. Die Möglichkeit, das fortzusetzen – in welcher Form auch immer – ist aber natürlich gegeben. Ins Rollen kam das Projekt, als auch David Duchovny und Gillian Anderson zusagten, wieder in ihre Rollen als Fox Mulder und Dana Scully zu schlüpfen.

Die Rückkehr

Alles beginnt damit, dass Dana Scully, die als Ärztin in einem Krankenhaus arbeitet, einen Anruf von FBI-Assistant Director Walter Skinner erhält. Über sie sucht er Kontakt zu Mulder, da er wiederum ein Treffen mit dem Fernsehmoderator Tad O’Malley anbahnen will.

Akte X 2016 - Die Rückkehr von Mulder und Scully

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Akte X Staffel 10: Deutschland-Start bei ProSieben im Februar.
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Mulder und Scully treffen den Mann, der eine Verschwörungs-Enthüllungs-Show im Fernsehen hat und wahrhaftig an Ufos glaubt. Er bringt die beiden zu der jungen Frau Sveta, die mehrmals von Außerirdischen entführt wurde. Man experimentierte an ihr und entfernte ihr auch ihre ungeborenen Babys. Die Frau behauptet zudem, dass sie außerirdische DNS in sich trägt.

Scully untersucht das, während Mulder bei einem tiefergehenden Gespräch mit der jungen Frau auf eine Wahrheit stößt, die er nicht für möglich gehalten hätte.

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Alles nur Lüge?

Das ist der Knackpunkt der neuen Staffel: Die Frau sät in Mulder Zweifel. Zweifel darüber, dass das, was er erlebt hat, wirklich der Wahrheit entsprochen hat. Oder anders gesagt: Nichts ist, wie es zu sein scheint. Darauf will Chris Carter mit seiner neuen Staffel hinaus. Er postuliert, dass zwar ein Raumschiff 1947 in Roswell abgestürzt ist, die Entführungen von Aliens und die Sichtungen von Ufos aber nicht auf die Präsenz von Außerirdischen zurückzuführen sind, sondern Teil einer gigantischen, nur von Menschen vorangetriebenen Verschwörung sind.

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Wiedersehen macht Freude.
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Das würde heißen, dass man Mulder in all den Jahren an der Nase herumgeführt hätte. Das würde aber auch heißen, dass vieles von dem, was man in neun Jahren „Akte X“ gesehen hat, nur die Fassade war, die die Verschwörer zeigen wollten. Das klingt nach einem sehr elaborierten, geradezu überflüssigen Plan, um einen Mann – und ein paar seiner Kollegen – zu narren.

Am Ende der ersten Folge lässt Carter Mulder und O’Malley ausführen, zu welchem Zweck dies alles geschah. Wieso man über fast 70 Jahre hinweg die Charade aufrecht hielt und die Verschwörung vorantrieb. Weil zuerst die USA und danach der Rest der Welt übernommen werden sollen.

Der Versuch, den Status Quo radikal zu ändern, ist mutig. Aber: Das alte Gefühl ist da.Fazit lesen

Das verpackt Carter in ein spannendes Traktakt, bei dem er die Auswüchse der letzten Jahre Revue passieren lässt: den Patriot Act, das Aushöhlen von Freiheiten im Namen der Sicherheit, die immer weiter voranschreitende Totalüberwachung. Er ergänzt es noch durch einen perfiden Plan, das Volk zu verfetten und träge werden zu lassen.

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Neun Jahre 'Akte X' - eine Lüge?!
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Das ist eine zugegebenermaßen faszinierende Idee, die zudem auch alles auf den Kopf stellt. Hätte man nicht im Verlauf von neun Staffeln so viele Folgen gesehen, die sich mit der Präsenz der Außerirdischen auf der Erde befassen, dann könnte man sich dem noch stärker hingeben. So aber ist Carter gefragt, im Verlauf von nur sechs Folgen einen ganz neuen Status Quo zu erzeugen, der als Stunde Null für „Akte X“ funktionieren muss. Denn diese inhaltliche Kehrtwende verändert alles, wirkt aber auch befreiend, da man eine neue Mythologie beginnen kann.

Aber das muss exzellent gemacht sein – oder „Akte X“ scheitert an der eigenen Ambition und dem Umstand, dass der Ballast von neun Jahren nicht zu überwinden ist.