Als sich der junge Schwertkämpfer Tatsumi auf die lange Reise zur imperialen Hauptstadt begab, um der kaiserlichen Garde beizutreten, hatte er sich seine Zukunft wesentlich glorreicher und ehrenvoller vorgestellt. Nie hätte er zuvor gedacht, Seite an Seite mit unberechenbaren Massenmördern zu kämpfen und letzten Endes vom Imperium gejagt zu werden. Aber wie ist der eigentlich von Grund auf naive, gutherzige Grünschnabel in diese Situation geraten?

Akame ga Kill - Schwerter der Assassinen - Deutscher Trailer

Alles, was Tatsumi wollte, war, seinem verarmten Heimatdorf zum Wohlstand zu verhelfen, indem er gemeinsam mit seinen Freunden als Soldat der Kaiserarmee seinen Sold einfahren würde. Gleich am Tag seiner Ankunft bringt er in Erfahrung, dass die Garde momentan sogar passenderweise jede Unterstützung gebrauchen kann. Jüngst treibt nämlich eine berüchtigte Assassinengilde mit dem Namen Night Raid ihr Unwesen, die das Leben zahlreicher Bürger und Soldaten auf den Gewissen hat. Wie der Name schon sagt, greifen die Mitglieder jener geheimnisvollen Gruppe nur bei Anbruch der Nacht an. Getreu der Devise "Keine Überlebenden" gehen sie gegen ihre Opfer nicht gerade zimperlich vor.

Akame ga Kill - Schwerter der Assassinen - Der Tod kommt krass - aber nicht krass genug

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Auf den ersten Blick wirken die Night Raids nicht gerade wie eine Meuchelmördertruppe.
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Tatsumi, der angesichts seiner Geldnot bei einer großzügigen Adelsfamilie eine Weile untergekommen ist, erlebt hautnah mit, wie sämtliche Leibwächter und Familienangehörige einem Überraschungsangriff der Assassinen zum Opfer fallen und dabei eiskalt abgeschlachtet werden. Als nur noch die Adelstochter übrig bleibt, mit der sich Tatsumi angefreundet hat, springt der unerfahrene Schwertkämpfer trotz der spürbaren Unterlegenheit in die Bresche und versucht, die kampfversierten Meuchelmörder abzuwehren. Obwohl seine heroische Tat scheitert und er sich aufs Schlimmste gefasst macht, verschonen die Eindringlinge ihn - mit der Begründung, dass er gar nicht zu ihren Zielpersonen gehört.

Der erste Eindruck täuscht

Noch mehr überrascht Tatsumi, dass die Assassinengilde es nicht einfach aus purer Mordlust und Freude auf das Adelshaus abgesehen hat. Die eigentliche Übeltäterin in dem Fall ist nämlich die Adelstochter, die nach außen hin unschuldig wirkt, in Wirklichkeit aber mithilfe ihrer Untergebenen tausende ahnungslose Anreisende zu sich nach Hause gelockt und schließlich aus reinem Sadismus zu Tode gefoltert hat.

Der sichtlich schockierte Tatsumi kriegt von den vermeintlich bösen Attentätern vor Augen geführt, dass er höchstwahrscheinlich das nächste Opfer gewesen wäre - und nicht nur das. Auch seine Freunde, die vor ihm die Reise zur Hauptstadt angetreten sind, befinden sich unter den zahlreichen unschuldigen Opfern der skrupellosen Adelstochter - was ihn kurzerhand dazu veranlasst, eigenhändig kurzen Prozess mit ihr zu machen, nachdem sie ohne Reue ihre bisherigen Bluttaten gesteht.

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Premierminister Honest zeigt einmal mehr, was für ein Monster in ihm steckt und schreckt nicht vor sinnlosen Genoziden zurück.
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Der ohnehin schon desillusionierte Tatsumi wird von der Gilde darüber aufgeklärt, dass die Gräueltaten seitens des Adels, die zum Tod vieler unschuldiger Bürger und sogar ganzer Völker führten, keine Seltenheit sind und vom korrupten Kaiserreich geduldet werden. Aus dem Grund sind die Night Raid aktiv, die sich zu Aufgabe gemacht haben, die gewissenlosen Tyrannen und ihre blutrünstigen Schergen aus dem Weg zu räumen. Tatsumi bekommt schließlich das Angebot, der Gilde beizutreten und so selbst etwas an diesem sozialen Missstand zu ändern.

Trotz dramaturgischer Abstriche gegenüber der Vorlage ein Fest für Fans blutiger Action und bitterböser Story-Twists.Fazit lesen

Allein unter Mördern

Nach und nach lernt der Dörfler die einzelnen Mitglieder der Night Raid und dabei auch ihre menschlichen Seiten kennen. Zu Beginn hat er es allerdings schwer, von manchen seiner neuen Kameraden als vollwertiges Mitglied akzeptiert zu werden, weswegen er seine Fähigkeiten durch ein Attentat erst einmal unter Beweis stellen muss. Immer wieder nimmt sich die Serie Zeit für die schicksalsträchtigen Hintergrundgeschichten einzelner "Night Raid"-Angehöriger und auch für Tatsumis Trainingsalltag. Dabei wird dem anfangs noch gutgläubigen Neuling schon früh bewusst gemacht, dass mit den Missionen der Gilde der unterdrückten Bevölkerung zwar geholfen wird, doch letzten Endes die blutigen Mordtaten alles andere als nobel sind.

Trotz diesem interessanten Aspekt kommen bei Akame ga Kill - Schwerter der Assassinen weder die Protagonisten noch die Zuschauer wirklich zu einem ernsthaften, moralischen Dilemma, da die Rollenteilung innerhalb der Charakterkonstellation bis zu einem späten Handlungsabschnitt einseitig klischeehaft ausgefallen ist. Der Großteil der kaiserlichen Häscher präsentiert sich karikativ schurkenhaft, sodass sich der Zuschauer, trotz des Potenzials für moralische Zwists, nie wirklich dazu angeregt fühlt, die Handlungen der Night Raids zu hinterfragen.

Akame ga Kill - Schwerter der Assassinen - Der Tod kommt krass - aber nicht krass genug

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Die kaltblütige Generalin Esdeath verliebt sich Tatsumi, ahnt jedoch nicht, dass er ein Mitglied der Night Raids ist, die sie als ihre Todfeinde sieht.
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Gerade in den ersten Episoden bekommt man bei den neu eingeführten Schergen leicht das Gefühl, dass die Messlatte der dargestellten Boshaftigkeit immer eine Stufe höher gelegt wird. Unter all den fiesen Finsterlingen sticht Premierminister Honest mit seinem Blutdurst und seinem krankhaften Sadismus am meisten heraus. Die Grausamkeit wird aber im Anime bei weitem nicht so überzeichnet dargestellt wie im Manga, der schon wesentlich härteren Tobak bietet. So wurde unter anderem auf eine Szene im Anime verzichtet, in der die Handlanger des Premierministers eine Massenvergewaltigung an einer Theatergruppe verüben, wo selbst vor kleinen Kindern keinen Halt gemacht wird.

Über die Sinnhaftigkeit solcher schwerverdaulicher Szenen lässt sich streiten; dennoch sind es eben jene Momente, die dem Manga eine düstere Note verliehen und zur intensiven Emotionalität vieler Wendepunkte der Handlung beigetragen haben. Dass jedoch die Anime-Adaption nicht nur einzelne Szenen, sondern ganze Handlungsbögen auslässt, merkt man der Serie anhand einiger auffälliger Erzählsprünge leicht an, worunter letztlich die Dramaturgie vielfach leidet. Bedauerlich ist das vor allem hinsichtlich der teils sehr überraschenden Tode, die nicht ansatzweise dieselbe Schwere spüren lassen wie im Manga, da durch die weggelassenen Abschnitte, die wesentlich zur Sympathie der Figuren beitragen, manch eine Charakterentwicklung eventuell etwas überhastet daherkommt.

Auch der oftmals deplatzierte Humor oder die gelegentlich eingestreuten Fanservice-Momente wirken angesichts der von Tragik geprägten Handlung wie ein Fremdkörper, wenngleich auch schon der Manga seinen bedrückenden Grundton durch solche kurzen Comedy-Momente etwas aufgelockert hatte. Sieht man von den minimal unnötigen Handlungssprüngen und der nicht ganz so überzeugenden Komik ab, bleibt noch als Störfaktor die deutsche Synchronisation, die leider wegen häufiger Betonungsmängel seitens der Synchronsprecher herausreißt. Wer auf die japanische Vertonung pocht, kann alternativ auf diese zurückgreifen.

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Die titelgebende Akame ist ebenfalls Mitglied der Night Raids, während ihre Schwester einer Häschertruppe des Kaiserreichs, den Jaegars, angehört.
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Trotz besagter Kritikpunkte ist Akame ga Kill - Schwerter der Asssassinen bei weitem keine schlechte Serie. Die meisten dürften die Abstriche bezüglich der Handlungsbögen kaum stören, sofern sie nicht den Verlauf des Manga im Hinterkopf haben. Erfrischend ist außerdem die sich später entwickelnde Romanze zwischen einigen Charakteren, die mehr als einmal eine unerwartete Richtung einschlägt. Und dann wäre da noch die von atmosphärischen Licht- und Schattenspielen geprägte Optik, die zu den großen Stärken der Serie gehört.

Die eher schlicht kolorierten Alltagsszenen bilden dabei einen schönen Gegensatz zu den sehr kontrastreichen, mit kraftvollen Farben dominierenden Kampfszenen, die gerade bei den nächtlichen Aktionen besonders gut zur Geltung kommen. So ist Akame ga Kill - Schwerter der Assassinen in der Gesamtheit eine Serie, der man die Änderungen gegenüber der Vorlage durchaus verzeihen kann, da die Geschichte dank ansehnlicher Gestaltung und fiesen, unerwarteten Charaktertoden nicht an Schauwert einbüßt.