Auf den ersten Blick erscheint „A Gifted Man“ wie „Ghost Whisperer“, nur mit einem Mann, doch die Serie mit Patrick Wilson ist weit mehr als das – sie ist ein spannendes Drama mit phantastischen Elementen. Ein Jahr nach US-Ausstrahlung kommt sie nun auch zu uns. Kabel 1 hat sich die Serie gesichert und strahlt ab dem 21. September jeden Freitag um kurz nach 22 Uhr eine Episode aus.

Im Mittelpunkt der Serie steht der immens talentierte, aber auch sehr egoistische Neurochirurg Michael Holt (Patrick Wilson), der ein recht angenehmes Leben führt. Er leitet eine Privatklinik und behandelt nur die reichsten Klienten. Doch in seinem Leben fehlt etwas. Das ist ihm auch klar, aber er kann es nicht überwinden. Stattdessen reagiert er auf jeden in seiner Umgebung gefühlskalt - sogar seiner Schwester Christina (Julie Benz) gegenüber.

A Gifted Man - Den Geist, den er rief… wird er nicht mehr los

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Be-geistert: Dr. Holt bekommt Besuch von seiner verstorbenen Frau.
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Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen. Er trifft zufällig seine Ex-Frau Anna Paul (Jennifer Ehle) wieder und erfährt tags darauf, dass sie schon vor zwei Wochen gestorben ist. Zuerst glaubt er an einen Gehirntumor, doch eine Untersuchung zeigt, dass er kerngesund ist. Anna erscheint ihm aber noch mehrmals. Sie braucht seine Hilfe. Er gewährt sie, gerät in Kontakt mit bettelarmen Patienten und hilft einem kranken Kind.

Etwas in ihm verändert sich. Christina, die an das Übernatürliche glaubt, ist davon begeistert, denn sie weiß, dass ihr Bruder ein besserer Mensch war, als Anna noch in seinem Leben war. Und so wie es aussieht, ist sie das jetzt wieder…

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Eine Soderbergh-Autorin und ein großer Regisseur

Entwickelt wurde „A Gifted Man“ von Susannah Grant, die für Steven Soderbergh das Skript zu „Erin Brockovich“ geschrieben hat. Als ausführender Produzent agiert Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“), der auch gleich die Pilotfolge inszeniert hat. Er hat die Messlatte ziemlich hoch angesetzt, aber auch die weiteren Folgen sind sehr stimmig und emotional packend umgesetzt. Obwohl „A Gifted Man“ auch eine Arztserie ist, ist sie eben mehr als das. Der Twist mit seiner toten Ex-Frau, die Michael sieht, erhöht den Stoff und gestaltet ihn interessanter.

Kein kitschiger Ghost Whisperer, sondern ein ansprechendes Drama, das Dank phantastischen Geisterelements aus dem Gros heraussticht. Hervorragend: Patrick Wilson.Fazit lesen

Zugleich ist die Frau ein Katalysator für die Hauptfigur, die anfangs weder ein besonders netter noch sympathischer Mensch ist. Das ist von Patrick Wilson („Little Children“, „Watchmen“) sehr gut gespielt. Er wirkt unsympathisch – und das ist etwas, das man dem freundlich aussehenden Schauspieler, der Interviews nach zu urteilen auch im wahren Leben ein ruhiges, ausgeglichenes Gemüt hat, gar nicht zugetraut hätte.

Ein gutes Ensemble

Rund um Patrick Wilson ist die Show sehr schön besetzt. Seine Frau wird von Jennifer Ehle dargestellt, die in den letzten Jahren durch Rollen in „The King’s Speech“ und „Contagion“ auffiel. In die Rolle seiner Schwester schlüpft Julie Benz, die einst mit „Buffy“ und „Angel“ bekannt wurde, aber erst in „Dexter“ zeigte, was schauspielerisch wirklich in ihr steckt. Mit dabei ist auch Rachelle Lefevre, die in den ersten beiden „Twilight“-Filmen Victoria war, bis man entschied, dass man die Rolle mit einem Star neu besetzen wollte.

A Gifted Man - Den Geist, den er rief… wird er nicht mehr los

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A Gifted Man ist mehr ernstes Drama als Hokuspokus.
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Ein kurzes Vergnügen

Obwohl die Serie gute Kritiken bekam, schlug sich das in den USA in den Einschaltquoten nicht nieder. Für die erste Staffel wurden nur 16 Episoden produziert, zum Ende hin entwickelte sich die Zuschauerbindung aber zusehends schwieriger. Nach der Ausstrahlung hofften Fans auf eine Verlängerung und eine zweite Staffel, doch CBS ließ die Show relativ sang- und klanglos eingehen.

Damit ist auch „A Gifted Man“ eine jener Serien, die Jahr für Jahr nicht lange überleben. Wie bei vielen Formaten ist es auch hier schade, dass es nicht weitergeht, denn das Potenzial für ein langes Leben war auf jeden Fall vorhanden. Vielleicht war „A Gifted Man“ für Fans von Arzt-Serien aber auch schon zu abgehoben. Möglicherweise hätte die Show länger überlebt, wäre Holt nur ein begabter Chirurg, nicht aber derart begabt, dass er den Geist seiner Ex-Frau sehen kann.