Es ist ein ewiges Hin und Her. Der Verlierer ist dabei nicht nur die Serie „30 Rock“, nein, auch die Zuschauer gehören zu den Verlierern. Die sechste (und vorletzte Staffel) der in den USA sehr erfolgreichen und preisgekrönten Serie wird bei ZDFneo mal wieder für Nachteulen bereitgestellt. Nach mehreren Verschiebungen und einem anfangs deutlich besseren Zeitpunkt sollen die Folgen nun ab 27. August jeden Dienstag um 23.55 Uhr laufen.

Zudem wird es keine Doppelfolgen geben, wie zuerst angekündigt war, sondern nur eine einzelne Episode. Die Staffel wird damit langfristig im Programm von ZDFneo zu finden sein – falls sich der Sender nicht noch weitere Änderungen und Verschiebungen einfallen lässt.

Nach den bisherigen fünf Staffeln glaubt man wohl beim Sender nicht mehr an den Erfolg der Serie. Das mag angesichts der Sendeplätze aber auch nicht überraschen, zumal das öffentlich-rechtliche Fernsehen ohnehin nicht so sehr auf die Quote schielen und dafür Qualitätsprogramm zu besserer Zeit zeigen sollte. So gesehen ist „30 Rock“ ein gutes Beispiel dafür, was im deutschen Fernsehen alles schief läuft.

Für alle, die die Show noch nicht kennen, sei kurz die Grundsituation zusammengefasst: Liz Lemon (Tina Fey) ist der kreative Kopf eines Autorenteams, das eine Sketch-Show für den Sender NBC produziert. Dessen Sitz ist Rockefeller Plaza 30, darum auch der Serientitel: „30 Rock“.

30 Rock - Staffel 6 - Alec Baldwin rockt die Hütte

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Familientreffen: William und Alec Baldwinn treffen in der sechsten Staffel von 30 Rock aufeinander - wenn auch nur in einer Folge.
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Probleme bekommt Liz jedoch, weil Geschäftsführer Jack Donaghy (Alec Baldwin) sich stark in ihre Arbeit einmischt. Zudem holt er Leute an Bord, mit denen Liz gar nichts anfangen kann. Chaos ist vorprogrammiert. Weit mehr, als es für eine Serie üblich ist. Oder auch nicht, denn wer weiß schon wirklich, wie exemplarisch „30 Rock“ eigentlich ist?

Das sechste Jahr

Die fünfte Staffel endete damit, dass Jack den Pagen Kenneth zu einer Art „Ersatzfrau“ gemacht hat, da er mit der Situation nicht zurechtkommt. Zugleich hat Liz herausgefunden, dass Tracy gar nicht in Afrika weilt, sondern sich mitten in New York versteckt.

Die neue Staffel setzt nach der Sommerpause von „TGS with Tracy Jordan“, der von Liz produzierten Show, ein. Liz hat wohl etwas zu verbergen, ist sie doch weit besser gelaunt, als das bei ihr normalerweise der Fall ist. Tracy eifert wegen Jennas Popularität, die sich gesteigert hat, seit sie als Jurorin bei „America’s Kidz Got Singing“ mit dabei ist. Kenneth wiederum hat ganz andere Probleme: Er ist überzeugt, dass das Ende der Welt naht.

Bekannte Namen

Das Salz in der Suppe einer Serie, die sich mit der Produktion einer Fernsehserie beschäftigt, sind natürlich namhafte Gaststars. Man erwartet, dass eine Serie wie „30 Rock“ auch mit Schauspielern aufwartet, die man aus Kino und TV kennt. In der elften Folge taucht Chloe Grace Moretz auf, die als Kaylie Hooper ein Albtraum und echte Nemesis für Jack ist. Schon in der zweiten Folge gibt es den aus den „X-Men“ bekannten James Marsden zu sehen, der Criss spielt. Er ist Liz‘ neuer Freund und hat einiges zu tun. So ist er bis zum Ende der siebten Staffel in insgesamt 14 Folgen mit dabei.

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In der vierzehnten Folge tauchen gleich mehrere Schauspieler auf, die sich selbst spielen: Komiker Weird Al Yankovic und „Sex and the City“-Star Cynthia Nixon. Damit nicht genug, geben sich in der sechsten Staffel Mary Steenburgen, Susan Sarandon, Emma Stone, Nick Cannon, Denise Richards, Will Arnett, Jon Hamm und Kelsey Grammer die Klinke in die Hand. Recht viel edler kann man eine Serie, die sich um das Fernsehen dreht, nicht besetzen.

30 Rock - Staffel 6 - Alec Baldwin rockt die Hütte

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Tina Fey (l.) hat nicht nur die Idee zur Serie gehabt, sondern mimt die Hauptrolle der Liz gleich selbst und holt zudem regelmäßig bekannte Gaststars wie Elizabeth Banks (r.) ins Boot.
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Eine geht noch

Ursprünglich hieß es, die sechste Staffel würde auch die letzte sein. Das lag vor allem daran, dass Alec Baldwins Kontrakt nach sechs Jahren erfüllt war. Er ließ sich jedoch noch zu einer siebten, kürzeren Staffel überreden.

In der sechsten Season ist praktisch alles so, wie es immer war. Oder anders gesagt: Die Figuren entwickeln sich nicht. „30 Rock“ ist die Art Show, die nicht auf charakterliche Entwicklung oder eine emotionale Reise der Figuren setzt. Sie verlässt sich darauf, dass sie witzig ist. Und, das muss man zugeben, auch in der sechsten Staffel kracht es noch richtig. Die Gags sind nicht nur zahlreich, sondern zünden, die Dialoge sind pointiert, die Situationen albern-abstrus, aber immer amüsant. Die Macher haben es verstanden, die Serie frisch zu halten.

Chaos einer Fernsehproduktion. Natürlich überspitzt, aber irgendwie stellt man es sich genauso vor.Fazit lesen

Ein Vorteil des Formats, das keine Entwicklung zulässt oder gar wünscht, ist die Zugänglichkeit. Bei „30 Rock“ kann man ein- und aussteigen, wie es beliebt. Wenn man mal ein paar Folgen verpasst hat, ist das kein Beinbruch. Sofern man die Grundsituation halbwegs kennt, ist man auch gleich mitten drin in der Handlung.