Vier Jahre sind vergangen zwischen dem Ende der achten Staffel von „24“ und der neuen Miniserie „24: Live Another Day“. In der Zeit hat man immer wieder versucht, einen Kinofilm auf den Weg zu bringen, aber die Umstände – und das Budget – haben nie gepasst. Nun kehrt Jack Bauer ins Fernsehen zurück, nicht in 24, aber immerhin in zwölf Folgen. Eine Miniserie, die vor allem deswegen zustande kam, weil amerikanische Networks damit zu experimentieren beginnen, abgeschlossene Serien ins Programm zu nehmen.

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Seit Anfang Mai läuft die Serie in den USA, aber auch in Deutschland. Einen Tag nach der US-Ausstrahlung läuft die synchronisierte Fassung auf Sky Atlantic.

Am Ende der achten Staffel war Jack Bauer auf der Flucht, Chloe O’Brian wurde verhaftet, das Leben ging weiter. Nun erhält eine CIA-Station in London die Information, dass Jack Bauer gesehen wurde. Ein Team wird losgeschickt und kann ihn auch tatsächlich verhaften. Auf Geheiß von Mark Boudreau soll Jack der Abteilung Special Activities zugestellt werden. Genau dort will Jack hin, weil Chloe dort verhört wird. Sie hat sich mittlerweile einer Aktivistengruppe namens Open Cell angeschlossen, die sich in Regierungsrechner hackt und Staatsgeheimnisse öffentlich macht.

24: Live Another Day - Jack Bauer ist zurück!

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Diesmal ist Jack (Kiefer Sutherland) in London unterwegs.
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Jack braucht Chloes Hilfe. Er sucht nach einem Mann, der für Open Cell tätig war. Dieser hat ein Steuergerät entwickelt, mit dem man das Kommando über Drohnen übernehmen kann. Er will es nun verkaufen, an eine Terroristin, die mit der Feuerkraft von zehn Drohnen nicht nur den amerikanischen Präsidenten töten, der in London zu Besuch ist, sondern so viel wie möglich von der Stadt ausradieren will.

Hinter Bauer her ist die CIA-Agentin Kate Morgan, die eigentlich in die USA zurückversetzt werden soll, nachdem ihr Mann sich als Verräter erwiesen hat. Sie ist im Grunde ein weiblicher Jack Bauer, smart und unangepasst.

Vertraut und doch neu

Der Wechsel der Location von New York nach London sorgt für angenehmes Lokalkolorit. Inhaltlich bewegt man sich natürlich auf bekanntem Terrain. Jack, der auf der Flucht ist und gegen die eigenen Leute arbeiten muss, um einen Anschlag zu verhindern, ist ein echter „24“-Standard. Chloe, die ihm dabei hilft, ist auch typisches Inventar. Aber immerhin hat sie sich etwas verändert, auch wenn man sagen muss, dass der Lisbeth-Salander-Look Mary Lynn Rajskub nicht wirklich steht.

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12 Stunden um die Welt zu retten.
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Die bekannten Story-Elemente werden jedoch rasant und sehr spannend dargeboten. Die Miniserie ist dabei in sich deutlich stimmiger als es die achte Staffel gewesen ist. Sehr schön ist darüber hinaus, dass es ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt.

Die Rückkehr von Kim Raver als Audrey und William Devane als James Heller, der mittlerweile Präsident ist, ist nur zu begrüßen. Sie waren Teil der besten Staffeln der Serie, vor allem ist es aber auch die persönliche Historie mit Jack Bauer, die für zusätzliche Spannung sorgt. So gibt es in der vierten Folge einen grandiosen Moment, als Jack Geiseln hält und Heller mit ihm telefoniert. Die alte Vertrautheit ist da, gegenseitige Enttäuschung aber auch. Das spielen sowohl Kiefer Sutherland als auch William Devane exzellent.

Die Pause hat der Serie gut getan. 24 wirkt frisch und versteht es sogar, bekannte Plot-Elemente spannend und rasant aufzubereiten.Fazit lesen

Neue Agenten und Schurken

Yvonne Strahovski hat schon in „Chuck“ eine Agentin gespielt, als Kate Morgan porträtiert sie aber ein ganz anderes Kaliber. Kate ist im Grunde das weibliche Gegenstück zu Jack, die mehr sieht und erkennt, als es die Menschen in ihrer Umgebung tun. Das macht sie zur idealen Verbündeten von Bauer, da sie als eine der wenigen ihm glaubt. Auch hier gilt: Am Ende der vierten Folge gibt es einen großartigen Moment, als Kate Bauer zu Hilfe eilt.

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Diesmal hat Jack tatkräftige Unterstützung.
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Die Terroristen sind in dieser Staffel auch interessant gezeichnet. Eine Familie, die Rache will, mit einer Mutter, die derart fanatisch ist, dass sie alles opfern würde, sogar die Unversehrtheit der Tochter. Michelle Fairley (Catelyn Stark aus „Game of Thrones“) spielt sie mit eiskalter Härte.

Die Szenen, die sich mit den Terroristen befassen, sind nicht nur des geplanten Terrorakts wegen interessant, sondern auch, weil es immense Spannungen in dieser Gruppe gibt. Andere Figuren sind anfangs noch deutlich mysteriöser, aber einen Mann wie Michael Wincott („The Crow“) holt man eigentlich nur, wenn die Figur sich als mieser Hund erweist.