Boxlegende Muhammad Ali ist tot. Er starb mit 74 Jahren in Scottsdale, Arizona, USA.

Muhammad Ali über dem bezwungenen Sonny Liston

Erst vor wenigen Stunden kam die Meldung, dass Boxlegende Muhammad Ali ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Das Ende sei nah, hieß es. Dann die Nachricht, dass bereits vier seiner Kinder an sein Krankenbett geeilt seien, wo Ali an lebenserhaltenden Maschinen angeschlossen war. Jetzt ist der 74-jährige Box-Champion tot.

Kaum einem anderen Boxer ist es gelungen, der Welt derart seinen Stempel aufzudrücken, sich weit über die Grenzen des Boxsports hinaus in die Köpfe der Menschen zu kämpfen und lange nach seiner Karriere noch derart relevant zu bleiben wie der Mann, der am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky, USA als Cassius Marcellus Clay Jr. das Licht der Welt erblickte, benannt nach Cassius Marcellus Clay, einem Gegner der Sklaverei.

Ein buchstäbliches Leben für den Sport

Mit 12 begann Ali mit dem Boxen. Nach mehreren Amateurtiteln gewann er 1960 in Rom bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Halbschwergewicht - sein Eintritt in die Profiwelt. Sein Talent hatte ihn weit gebracht, doch es war seine Selbstinszenierung, die ihn zum Star machte. Das, was Boxer heute in aller Welt von sich geben, das, was sie darstellen, das alles hatte Ali sozusagen begründet. Noch größer als sein Talent war eigentlich nur noch sein Ego.

Mitte der 60er Jahre trat er der Nation of Islam bei, 1975 konvertierte er schließlich zum sunnitischen Islam, legte seinen, wie er sagte, Sklavennamen ab, und nannte sich seither Muhammad Ali. Zusammen mit seiner Militärdienstverweigerung während des Vietnamkriegs, Ali begründete seine Entscheidung mit seinem Glauben, aber auch mit seiner Weigerung, für die weißen Sklaventreiber in ein fremdes Land zu marschieren und dabei zu helfen, ein armes Volk zu ermorden, war das wohl Grund genug, ihm die Boxlizenz zu entziehen. Ein Haftstrafe zu fünf Jahren und 10.000 Dollar Strafe wurden später aufghehoben.

Als er ein König war

Ab 1970 durfte Ali wieder in den Ring steigen. Aber der Kampf, der ihn zur Legende werden lassen sollte, fand vier Jahre später gegen Schwergewichts-Champion George Foreman in Kinshasa, Zaire (heutiges Kongo) statt. Der von Don King organisierte "Rumble in the Jungle" - kein bloßer Boxkampf, ein Event, das in die Geschichte eingehen sollte. Finanziert vom Diktator Mobutu Sese Seko und außerhalb der Vereinigten Staaten stattfindend, um keine Steuern zahlen zu müssen, war dies das wahrscheinlich größte Psychoduell zweier Meister ihres Fachs.

Karrierende und Parkinson

1980 verlor Ali den Versuch, zum vierten Mal Weltmeister zu werden. Daraufhin gab er 1981 das Ende seiner Karriere bekannt. 1984 erhielt er die Diagnose Parkinson. Immer wieder kam die Frage auf, ob er diese Krankheit durch das Boxen erhielt. Nicht als Boxer, dafür als Botschafter von Frieden und Glauben nahm er seither immer wieder an Veranstaltungen teil und bot seine Hilfe bei Verhandlungen an. Seinen größten Auftritt in dieser neuen Aufgabe hatte er bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, Georgia, USA, wo er das Olympische Feuer entzündete.

Ruhe in Frieden, Ali. Du bist der Größte.

Ein weiteres Video