Autor: Torsten Günzel

Schnell vom Pritschenwagen abspringen und Deckung suchen! Neben uns feuert die 40mm Flak in den abendlichen Himmel. Während ich unter einen dichten Busch robbe, höre ich plötzlich das Kettenrasseln eines Panzers. Ein Blick durch das Fernglas bestätigt meine Befürchtungen.

Ein französischer Sherman M4A4 kommt direkt auf mich und die kleine Flakstellung der Achsenmächte zu. Ich werfe zwei Rauchgranaten und hoffe, dass meine Mitspieler schnell genug die PAK in Stellung bringen - denn sonst räumt der Panzer hier so richtig auf.

World War II Online: Battleground Europe - Echtes Kriegsfeeling für Online-Veteranen. Wir haben uns für euch in den Schützengraben geworfen.

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Frühjahr 1940 - Eine Schlacht beginnt
Seit bereits gut fünf Jahren entwickeln die Jungs von Cornered Rat Software an der riesigen Multiplayerschlacht im 2. Weltkrieg. Im Juni ging es nun endlich "offiziell" los und dank dem deutschen Publisher CDV soll Battleground Europe (BGE) hier ähnlich viele Anhänger wie in den USA finden.

Das Entwicklerstudio in Texas gab sich alle Mühe auf Realismus zu achten. Dem Spieler werden zu Land, zu Wasser und in der Luft über 80 verschiedene Einheiten und Waffen mit realistischer Ballistik geboten, mit denen ihr gegen den Gegner ins Feld ziehen dürft. Gespielt wird in einer zonenlosen Onlinewelt, in der sich Alliierte und Achsenmächte gegenüber stehen. Auf 350.000 km² bildet das Spiel Europa von der Westküste Frankreichs bis zur Mitte Deutschlands ab. Für Anfänger gibt es Testserver und Offline-Übungsmöglichkeiten, "richtig" gespielt wird aber ausschließlich online.

Das Spiel ist in Kampagnen unterteilt. Jede Kampagne beginnt mit dem historisch korrekten Frontverlauf im Frühjahr 1940, bei dem die Achsenmächte gerade in Holland, Belgien und Frankreich einmarschieren. Siegt eine Seite, folgt nach kurzer Pause von ein bis zwei Tagen eine neue Kampagne mit gleichen Startbedingungen.

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Spielziel und Spielverlauf
In einzelnen Städten sind Brigaden stationiert. Diese Brigaden attackieren feindliche Städte und verteidigen die eigenen. Dabei werden einzelne Missionen durch Mitspieler erstellt (z.B. Basis verteidigen, Feindstellung finden und zerstören usw.).

Einer solchen Mission tretet ihr bei und seid dann mitten im Geschehen. Ab einem gewissen Rang könnt ihr auch selber Mission erstellen und somit den Kampagnenverlauf strategisch beeinflussen.

Die Einnahme der Städte erfolgt dabei wie folgt: Wird eine Stadt angegriffen, erscheinen in einzelnen Depots und anderen Einrichtungen kleine Funkstationen, die der Spieler übernehmen kann, indem er eine gewisse Zeit ruhig daneben steht. Fällt am Ende auch die Armybase und alle Gebäude gehören einer Seite, ist der Angriff erfolgreich abgeschlossen und die Stadt wechselt den Besitzer.

Eine Kampagne endet immer dann, wenn eine Seite den Gegner bis an den Kartenrand zurück gedrängt hat. Dies dauert ca. 30-70 Tage. Dann wird der Server wieder in den ursprünglichen Frontverlauf versetzt. Erworbene Erfahrung und Ränge bleiben natürlich erhalten.

Auf in den Kampf - Der erste Versuch
Eine Charaktergenerierung wie in MMO's gibt es in BGE nicht. ihr könnt jederzeit zwischen Heer, Luftwaffe und Marine wählen und führt in jedem dieser Armeezweige einen eigenständigen Rang.

Für den ersten Einsatz wählt ihr beispielsweise die Verteidigung einer Stadt. Ein guter Einstiegspunkt, der jede Menge Action verspricht. Während erfahrene Spieler direkt im schweren Panzer ins Spiel eintreten, beginnt ihr am Anfang am besten mit einem Infanteristen.

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Ihr erscheint nach wenigen Sekunden in einem Gebäude oder Zeltlager, je nach Einstiegspunkt. Die Bewegung erfolgt in den Standarteinstellungen mit den klassischen W-A-S-D-Tasten und der Maus. Kurze Sprints sind möglich, außerdem könnt ihr in die Hocke gehen und euch hinlegen.

Leider darf nicht gesprungen werden, was teilweise sehr ärgerlich ist, aber dafür unrealistisches Bunny-Hopping vermeidet. Zwei Balken zeigen Lebensenergie und Ausdauer an. Bei Sprints oder Stürzen (z.B. vom Hausdach) verbrauchte Ausdauer regeneriert sich, sobald euer Charakter in einer liegenden Position verharrt.Zu Beginn fällt die Orientierung etwas schwer. Oft wisst ihr nicht genau, wo sich Gegner befinden, Hilfestellung per Radar o.ä. gibt es nicht. Auf der Minimap oder Übersichtskarte erkennt ihr nur Mitglieder der eigenen Mission. Feindliche Spieler müssen manuell auf der Karte gemeldet und durch den Missionsführer bestätigt werden, bevor diese auf der Karte erscheinen.

Der zweite Versuch
Häufig enden die ersten Einsätze im plötzlichen Ableben unseres Soldaten. Beim zweiten Versuch werft ihr euch dann in den erstbesten Busch und lasst das ganze etwas langsamer angehen.

Die Atmosphäre ist extrem dicht und überzeugend, der realistische Sound der Einheiten und des Gefechtslärms zieht die Spieler in ihren Bann. Wird es auch teilweise sehr hektisch auf dem Schlachtfeld, ist doch generell auch langwierige Vorbereitung angesagt. Plant immer mal wieder 5-10 Minuten ein, um z.B. einen Feind zu umgehen oder einen Panzer an die Front zu fahren.Fadenkreuze gibt es natürlich nicht. Kimme & Korn ist angesagt (nur Scharfschützen freuen sich über ein Zielkreuz) und jede Waffe reagiert hier anders.

Eher Simulation als Shooter
Definitiv ist BGE eher eine Simulation als ein Arcade-Shooter. Dies bedeutet auch, dass es viele Stunden Übung benötigt, um alleine mit einer der vielen Einheiten umgehen zu können. Schon die Steuerung eines Panzers will gelernt sein, denn die (unrealistische) Außenansicht fehlt und das Blickfeld des Fahrers durch den Sehschlitz ist sehr klein.

Noch schwieriger wird es in der Luft, denn das Fliegen der einzelnen Maschinen ist schon eine wahre Kunst und erinnert eher an so anspruchsvolle Simulationen wie z.B. IL II. Wer es allerdings schafft, eine Einheit richtig zu beherrschen, wird hier viel Spaß haben.

Der Faktor "Glück" reduziert sich deutlich und echter Skill wird mit einer Vielzahl von Erfolgen belohnt.

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Die Steuerung der Fahrzeuge erfolgt dabei mittels Joystick, fürs Fliegen ist ein Flightstick schon fast Pflicht. Im Internet kann man aber Konfigurationsdateien herunterladen, welche zumindest teilweise das Steuern per Maus oder Tastatur zulassen.

Oberkommando, Brigaden und Einsatzplanung
Wer sind nun die Spieler, die die Geschicke einer Seite lenken? Wer ist für das "große Ganze" verantwortlich und wer bestimmt was, wann und wie angegriffen wird? Jeder Spieler kann sich im Rang hocharbeiten und später als Offizier wichtige Aufgaben in einer Brigade übernehmen.Besonders verdienten Spielern bietet sich die einmalige Chance, in einer neu gestarteten Kampagne das Oberkommando einer Seite zu führen.

Um der Aufgabe des Oberkommandanten gerecht zu werden, müsst ihr allerdings enormen Zeitaufwand einplanen. Von der Produktion der Einheiten über das taktische Verlegen von Brigaden bis hin zu einzelnen Angriffsplanungen wird alles von Spielern durchgeführt.

Taktik und Strategie
In BGE spielen taktische und strategische Überlegungen, die hinter jeder Mission stecken, eine große Rolle. So erfährt man nach und nach wie eigentlich ein Angriff geplant und umgesetzt wird.

Wann genau gibt das Oberkommando den Befehl zu einem Angriff und wie genau kann ich Städte einnehmen? Wann erscheinen die Funkstationen, wann kann ich die feindliche Armybase einnehmen? Wie können strategisch wichtige Brücken gesprengt oder wieder repariert werden?

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Diese Dinge und vieles mehr lernt der Spieler nach und nach oder natürlich aus der sehr ausführlichen, aber leider nur englischen Spielanleitung. Sehr hilfreich ist hier übrigens die Community, welche im eigenen Hilfe-Chatchannel immer ausführlich Antworten auf gestellte Fragen gibt.

Farbenfrohes Blätterdach und triste Häuserwand
Die Grafik in BGE hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Hauptgrund dafür dürfte die lange Entwicklungszeit sein. Im Zuge einiger Updates haben die Entwickler allerdings vor allem Bäume und Büsche überarbeitet, die sich nun im Sonnenlicht leicht vom Wind angetrieben hin und her bewegen.

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Ebenfalls liebevoll gestaltet sind die Einheiten und die Waffen der Infanteristen. Noch deutlichen Nachholbedarf haben insbesondere die Gebäude und ganz besonders die Innenansichten in Räumen.

Die Effekte sind dagegen sehr gut umgesetzt. Rauchgranaten entwickeln sich sehr realistisch, Explosionen sind gewaltig und Handgranaten erzeugen nicht nur einen schrillen Ton, sondern die Erde um einen herum bebt leicht und das Sichtfeld wird kurz schwarz. Nachts leuchten neben dem Mond auch die Sterne, welche übrigens angeblich die Sternenbilder tatsächlich nachbilden sollen.Ist tagsüber noch ein gutes Gehör wichtig, um die Richtung eines feindliches Schusses zu erkennen, hilft in der Nacht ein gut animiertes Mündungsfeuer bei der Lokalisierung feindlicher Einheiten.

Die Grafik ist also mit gemischten Gefühlen zu betrachten, der Sound dagegen ist durchgängig gut gelungen. Die Motoren der Panzer brummen tief, das Herabsausen der Bomben gleicht einem grellen Kreischen und das Gewehrfeuer verursacht insbesondere auf kurze Distanz einen gehörigen Schrecken.

Negativ fallen leider die hin und wieder aufkommenden Netzwerkprobleme auf. Einzelne Spieler klagen schon fast über Unspielbarkeit, während andere nahezu störungsfrei zocken können. Der Netzcode ist also lange noch nicht optimal, außerdem hat BGE teilweise mit herben Performance-Einbrüchen zu kämpfen. Ebenfalls liebevoll gestaltet sind die Einheiten und die Waffen der Infanteristen. Noch deutlichen Nachholbedarf haben insbesondere die Gebäude und ganz besonders die Innenansichten in Räumen.

Die Effekte sind dagegen sehr gut umgesetzt. Rauchgranaten entwickeln sich sehr realistisch, Explosionen sind gewaltig und Handgranaten erzeugen nicht nur einen schrillen Ton, sondern die Erde um einen herum bebt leicht und das Sichtfeld wird kurz schwarz. Nachts leuchten neben dem Mond auch die Sterne, welche übrigens angeblich die Sternenbilder tatsächlich nachbilden sollen.Ist tagsüber noch ein gutes Gehör wichtig, um die Richtung eines feindliches Schusses zu erkennen, hilft in der Nacht ein gut animiertes Mündungsfeuer bei der Lokalisierung feindlicher Einheiten.

Die Grafik ist also mit gemischten Gefühlen zu betrachten, der Sound dagegen ist durchgängig gut gelungen. Die Motoren der Panzer brummen tief, das Herabsausen der Bomben gleicht einem grellen Kreischen und das Gewehrfeuer verursacht insbesondere auf kurze Distanz einen gehörigen Schrecken.

Negativ fallen leider die hin und wieder aufkommenden Netzwerkprobleme auf. Einzelne Spieler klagen schon fast über Unspielbarkeit, während andere nahezu störungsfrei zocken können. Der Netzcode ist also lange noch nicht optimal, außerdem hat BGE teilweise mit herben Performance-Einbrüchen zu kämpfen.