Das Ausnahmespiel überhaupt bekommt neues Futter. Die Lebensanschauung World of Warcraft geht in vier Wochen in seine dritte Runde. „Northrend“ wird zugänglich gemacht und Millionen Spieler werden sich auf neue Inhalte stürzen, Quests lösen und durch düstere Dungeons streifen.

Unsere beiden MMO Experten David und Garry haben sich nun mehrere Monate in der Wrath of the Lich King Beta herumgetrieben und nicht nur bis Stufe 80 „gelevelled“, sondern sie haben sich auch mit der gänzlich aufgemotzten Optik und vor allem mit all den neuen Features beschäftigt. Aber kann WotLK das halten, was soviele Fans davon erwarten? Wir sagen es euch.

World of Warcraft: Wrath of the Lich King - Patch 3.3.0 - Die Reinigung der Schwesterklinge Quel'Delar81 weitere Videos

Die zweite Erweiterung entführt den Spieler in die eisigen Regionen von Nordend, einem komplett neuen Kontinent. Was hältst Du von der Spielwelt und dem grafischen Design?

Garry: Die Spielwelt ist an Atmosphäre kaum noch zu überbieten. Blizzard haben sich gewaltig ins Zeug gelegt und aus der doch betagten Grafik-Engine eine ganze Menge herausgequetscht. Sieht man zu Beginn noch viel bewaldetes Gebiet, welches durchaus an amerikanische Zedernwälder erinnert, so wird man später im Spiel durch die Sturmgipfel und durch Eiskrone geführt.

World of Warcraft: Wrath of the Lich King - Unsere Experten im Zwiegespräch: Hält das kommende Addon den Erwartungen stand?

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Garry gefällt vor allem die gigantische Atmosphäre im neuen Addon.
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Alleine diese beiden gewaltigen Regionen sind ihr Geld wert. Denn hier wurden mächtige Bauten ins Felsmassiv integriert und es wurden unzählige Örtlichkeiten geschaffen, die der Spieler entdecken kann. In Eiskrone erinnert manches an das böse Mordor aus dem Herr der Ringe. Gewaltige Tore, pompöse Bauten und die alles überragende Eiskronenzitadelle sorgen für einen wahrlich fantastischen An- und Ausblick.

Auch das Gebiet „Drachenöde“ überzeugt durch abwechslungsreiches Design. Der Drachentempel „Wyrmruh“ versprüht hier seinen ganz eigenen Charme und umgarnt die Spieler mit drachischer Melancholie. Um es auf den Punkt zu bringen: Nordend ist sicherlich das beste und aufwändigste, was Blizzard optisch und gestalterisch jemals geschaffen haben.

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David: Anfangs war ich etwas ernüchtert: Gerade die beiden Startgebiete („Heulende Fjorde“ und „Boreanische Tundra“) wirken dank ihrer karger Regionen und bekannten Grafiksets auf den ersten Blick wenig berauschend und neuartig. Spätestens aber in Drachenöde hat es mich dann gepackt: Wunderschöne Landschaften, stimmige Atmosphäre und ein paar der spektakulärsten Aussichten, seit es WoW gibt.

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Davids Lieblingsgebiet: die malerischen Grizzly Hills.
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Das zieht sich durch die herbstlich-bewaldeten Grizzly Hills, über das düstere Zul’Drak oder das finale Gebiet Eiskrone. Vor allem im Kristallklangwald und der neuen Hauptstadt Dalaran war ich baff – wer hier nicht mindestens fünf Minuten stehen bleibt und das Design ungläubig bewundert, hat ein Herz aus Stein. Besonders klasse: Die Hintergrundmusik vieler Regionen gehört zum Besten, was ich je in einem PC-Spiel gehört habe.

Fakt ist: Die Technik von „Wrath of the Lich King“ ist veraltet – obwohl Blizzard noch einmal nachpoliert hat. Fakt ist aber auch: Das fünf Jahre jüngere „Warhammer Online“ sieht in meinen Augen nicht viel besser aus. Es ist die homogene Mischung aus vielen kleinen Details, Farben und Settings, die in World of Warcraft zu einem atmosphärischen Ganzen verschmelzen – und so immer wieder zum Staunen einlädt.

Quests in Nordend

Die Quests waren in der Vergangenheit immer einer der größten Kritikpunkte an WoW. Macht „Wrath of the Lich King“ da etwas besser?

Garry: Warum Quests in World of Warcraft einer der größten Kritikpunkte sein sollen entzieht sich meiner Kenntnis. Natürlich wird es immer Aufgaben geben, die den Spieler auf Monsterjagd schicken und zum Auftraggeber zurückkehren lassen. Das ist sicherlich wenig innovativ, aber das gehört zur Spielmechanik einfach dazu. Wie will man viele tausend Quests in einem Spiel unterbringen ohne dabei auf eine derartige Mechanik zurückzugreifen?

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Die Königin der Drachen am Tor des Zorns - die epische Angrathar-Questreihe gehört zu den absoluten Highlights des Addons.
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Im Lich King muss ich Blizzard aber erneut über den grünen Klee loben. Es gibt eine unglaubliche Menge an Quests. Die Zahl reicht wohl sicherlich an die eintausend heran. Darunter gibt es wahre Perlen zu erleben. Besonders durch die Einführung der Phasing Zones ist es gelungen, mehr Dynamik ins Questsystem und damit auch die Spielwelt zu transportieren.

Ein Beispiel ist etwa die epische Questreihe am Tor des Zorns, die euch von Ogrimmar bis Unterstadt führt. Viel mehr sei hier noch nicht verraten, jedoch wird der Spieler am Ende dieser Quest mit einem fast 5-minütigem Ingame Video belohnt, welches in Spielfilm-Format das dramatische Geschehen erzählt. Mit dem Lich King höchstpersönlich in der Hauptrolle, versteht sich. Das ist sicherlich eines der absoluten Hightlights in Wrath of the Lich King.

Blizzard haben sich ungeheure Mühe gegeben, das Spielerlebnis so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Da gibt es sogar Quests, die den Spieler in nach Goblinmechanik gebauten Bomberflugzeugen umherfliegen lassen. Das ist wahrlich ein fantastisches Spielerlebnis, und man ist dann auch nicht böse, wenn man als nächstes wieder 15 Elfenbeinhölzer sammeln muss.

David: Ganz ehrlich: Ich hätte im Leben nicht daran geglaubt, dass Blizzard hier tatsächlich noch einmal fünf Gänge zulegen könnte und die Ideenkeule derart heftig schwingt. Auch weil ich zu jener Fraktion gehöre, die zwar über einfallslose Missionen nach Schema F meckert, aber selbst keine Vorschläge hätte, wie man dieses Problem umgehen könnte – wirklich viel Spielraum gibt bei den Aufträgen eben nicht.

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Neue Questmechaniken gestalten die Welt von Warcraft so abwechslungsreich wie nie zuvor.
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Und jetzt das: Die meisten Quests in Nordend sind durchweg abwechslungsreich und spaßig gestaltet, weichen dabei zum Teil weit von den üblichen „Töte X, sammle Y“-Mechanismen ab. Oft darf man sich nun zum Beispiel auf Reittiere oder Fahrzeuge schwingen, gewinnt durch Buffs übermenschliche Stärke oder verwandelt sich in exotische Kreaturen, um den Feind zu unterwandern.

Blizzard setzt zudem sehr häufig das neue Phasing Zones-System ein. Dabei wird die Spielwelt durch eine personengebundene Mini-Instanz im Laufe einer Quest grundlegend verändert – obwohl hunderte anderer Spieler im selben Gebiet sind. Eindrucksvoll bestaunen darf man dieses System z.B. bei zwei der besten Quests der WoW-Laufbahn: Der Todesritter-Quest und der genialen epischen Questreihe am Tor des Zorns, Angrathar.

Was kann der Todesritter

Endlich kommt die erste Heldenklasse: der Todesritter. Doch macht der düstere Sklave des Lichkönigs auch wirklich Spaß?

Garry: Ich selber habe den Todesritter nur bis Level 60 gespielt, Spaß macht er aber gleich von Beginn an. Spricht man mit Level 80 Todesrittern auf dem Beta Realm, so möchte eigentlich niemand diese Klasse wieder wechseln. Derzeit gestaltet es sich so, dass der Todesritter als Schadensklasse wohl zu stark ist. Man sieht das leicht an den „Schadensrankings“ in Instanzen.

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Garry empfindet den Todestitter als deutlich zu stark - aber spaßig.
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Hier liegt meist der Todesritter vorne (die Community nennt ihn jetzt schon liebevoll „DK“, was für Death Knight steht) und man kann davon ausgehen, dass Blizzard an diesem Umstand noch feilen werden. Auch als „Tank“ gefällt der „DK“ durchaus, wenngleich er hier extrem von der Ausrüstung mit all ihren unterschiedlichen Attributen abhängig ist (Verteidigungswertung, Ausweichwertung, Parieren usw.).

Der Todesritter ist eine absolute Bereicherung für World of Warcraft. Mir selber liegt er nicht so sehr, ich bleibe lieber bei einer Supporterklasse wie dem Priester. Erlebt haben sollte die ersten fünf Todesritter-Level aber jeder einmal!

David: Zu Beginn der Beta war der Todesritter nach stark verbuggt und schlecht ausbalanciert. Da konnte man dann dank eines Fehlers mit den Ghoulen, die der düstere Recke beschwört, selbst hochstufige Elitegegner bedenkenlos aus den Latschen pusten. Mittlerweile hat sich dies zwar deutlich gebessert, auf mich wirkt der Todesritter aber dennoch etwas zu stark im Vergleich zu manch anderer Klasse.

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Am Anfang war der DK noch verbuggt, jetzt ist er eine großartige Alternative im Raid- und PVP-Geschehen.
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Besonders beliebt ist derzeit die Blut-Skillung (von den drei Talent-Spezifikationen Blut, Unheilig und Frost), mit der sich der Todesritter dank verschiedenster Talente im Kampf heilen kann - im PvE ist es da schon eine echte Kunst zu sterben. Nichtsdestotrotz fügt sich die Heldenklasse wunderbar in die bestehende Spielwelt ein, macht verdammt viel Spaß und bietet eine großartige Einführungsquest.

Klassen-Talente im Überblick

Nordend erweitert das Maximallevel auf Stufe 80. Dementsprechend gewinnen auch die „alten“ Klassen noch mehr Stärke und bessere Talente. Was hat sich da denn in Bezug auf Krieger, Magier und Co. getan?

Garry: Nun, die Formel ist einfach: alle werden stärker. Wenig überraschend, nicht wahr? Neue Talente sorgen für mehr Abwechslung, aber auch für mehr Herausforderung. Denn mehr Fähigkeiten bedeuten mehr Icons und Symbole, mehr Knöpfe, die gedrückt werden wollen und mehr Sensibilität des Spielers. Beispiel Priester: Wann nutzt man wirklich eine „Hymne der Hoffnung“, die zwar allen Spielern Mana zurückgibt, den Priester aber für 5 Sekunden aus dem Spiel nimmt.

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Nicht alle der neuen Fähigkeiten für die "alten" Klassen machen Sinn.
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Wann soll er seinen „Schutzgeist“ einsetzen, der unseren tapferen Tank einmal vor dem Sterben bewahrt, dafür aber nur einmal alle 5 Minuten gesetzt werden kann. Man kann sagen, dass die Veränderungen an den Charakteren in WotLK dazu führen, dass mehr Erfahrung benötigt wird um das Optimale aus den Klassen herauszuholen. Ein jeder sollte besser nicht glauben, dass mal wieder „alles so einfach“ ist. Das ist es nämlich gerade im High-End Bereich ganz und gar nicht. Nicht vergessen: easy to learn, difficult to master.

David: Im Laufe der Beta hat sich viel getan: Blizzard schraubt ständig an bestehenden Talenten herum, stellt die Skilltrees der verschiedenen Klassen zum Teil erheblich auf den Kopf. Obwohl sich die Spielweise der Helden zwar nicht grundlegend ändert, gefallen diese kosmetischen Eingriffe natürlich nicht jedem – Garry kann da mit seinem Priester sicherlich ein Lied von singen.

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David empfand die Burning Crusade-Talentänderungen als durchdachter.
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Was die neuen Talente angeht, bin ich ein wenig enttäuscht. Mein Hexenmeister zum Beispiel erhält in jedem der drei Talentbäume neue 61er Fähigkeiten, die zwar nett sind und durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, aber weitaus weniger spektakulär anmuten, als noch zu Zeiten von „Burning Crusade“. Mir fehlen da wirklich einfallsreiche Skills, für die ich die wertvollen Talentpunkte auch gerne ausgebe.

Instanzen im hohen Norden

Die Instanzen gehören seit dem Start der World of Warcraft zu den absoluten Highlights des Spiels. Was erwartet uns da in „Wrath of the Lich King“?

Garry: Es erwarten uns eine Vielzahl Instanzen, die man zu fünft in normalem und heroischem Modus spielen kann. Letzterer ist nur für Level 80 Charaktere auswählbar. Alle Instanzen sind sehr kurz, meistens ist man bereits in 45 Minuten oder einer Stunde fertig, selbst auf heroischem Modus benötigt man höchstens die doppelte Spielzeit. Das ist sehr angenehm, denn die 5-stündigen Marathonsitzungen im Schattenlabyrinth zu Beginn von „The Burning Crusade“ gehören der Vergangenheit an.

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Für Garry eine der schönsten 5-Mann-Instanzen bisher - Azjol' Nerub, die Heimat der Spinnen.
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Die Instanzen überzeugen durch fulminante Optik und wer einmal durch Ahn’Kahet oder Azjob Nerub gelaufen ist, der weiß, was damit gemeint ist! In Punkto Raidinstanzen steht für mich Naxxramas - die wohl beste Instanz, die Blizzard jemals gebaut haben - an vorderster Stelle. Und eines darf man festhalten: ob mit 10 oder 25 Spielern, „Naxx“ wird seinen festen Platz bei allen Raids finden. 15 (!) tolle Endgegner, tolle Items, episches Flair und vor allem ein enorm hoher Wiederspielbarkeitswert.

Ein Manko gibt es dann aber doch am Raidsystem in Wrath of the Lich King: was passiert eigentlich nach Naxxramas? Die Antwort lautet derzeit: nichts. WotLK fehlt auf jeden Fall weiterer Raidinhalt. Es gibt zwar noch einige „Single Boss Instanzen“ (ala Onyxia), aber das wars dann schon. Blizzard, hier heißt es ganz schnell für Nachschub sorgen!

David: Die Instanzen waren immer großartig und werden es auch weiterhin sein. In der Beta konnte ich beinahe jeden Dungeon antesten und sogar Raids bestreiten. Die frühen 5-Mann-Instanzen wie der Nexus oder Utgarde wirken zunächst wie Standardkost. Mit dem Levelfortschritt kommen jedoch die Herausforderungen: In Drak’Tharon Keep benötigen die Bosse schon sehr viel komplexere Taktiken und erfordern viel Disziplin.

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David liebäugelt mit dem Sitz des Lichkönigs.
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Designtechnisch überwältigen viele Instanzen förmlich: Azjol Nerub etwa sieht prächtig aus, der Kampf gegen Malygos im Auge des Nexus dürfte zum spektakulärsten Kampf seit Keal’Thas gehören und die „Höhlen der Zeit“-Instanz Stratholme weckt gar nostalgische Gefühle. Garry ist ja von Naxxramas besonders angetan. Ich freue mich hingegen auf die ganz großen Instanzen: Arthas’ Eiskrone sieht schließlich schon von außen gewaltig aus.

Allgemeine Neuerungen

Es gibt ja auch eine ganze Menge kleinerer Neuerungen wie etwa die Wahl neuer Frisuren, der neue Beruf „Inschriftenkunde“, das „Erfolge“-System oder Verbesserunge, die Blizzard beinahe unmerklich implementiert hat wie z.B. die Stapelung von Reittieren und Rufabzeichen in separaten Menüs. Was haltet ihr von diesen Änderungen?

Garry: Toll! Endlich ein „Erfolge-„System. Das ist nun sicherlich keine Sensation, so etwas gibt es in anderen MMOs schon lange. Jedoch soll das kein Grund für World of Warcraft sein, darauf zu verzichten. Über 750 Erfolge sind implementiert, das geht von „Erforsche alle Kontinente“ bis hin zu „Zeigt 15 Tieren, wie lieb ihr sie habt“ („/liebe“, Anm. der. Red.) oder auch ein schlichtes „Besiegt alle Naxx Bosse mit weniger als 9 Spielern“. Das macht Spaß und ist äußerst abwechslungsreich, auch wenn wir hier nicht von – ich wiederhole mich da gerne – einer Innovation sprechen.

Der Beruf „Inschriftenkunde“ ist etwas, was mein Priester gleich zu Anfang der Beta erlernt hat. Man kann so genannte Glyphen herstellen, die Spieler in ihr Zauberbuch einfügen dürfen. Da gibt es Verbesserungen jeglicher Art, aber auch spaßige Erweiterungen, wie z.B. eine Polarbärform für alle Druiden.

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Mit dem Friseur kann Garry so gar nichts anfangen.
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Ich persönlich halte die Einführung eines Frisörs für absolut nicht notwendig. Blizzard haben hier aber den Rufen der Spieler nachgegeben und man darf seinem Charakter nun einen anderen Haarschnitt verpassen, seinem Troll andere Hauer einpflanzen und dem Draenai einen gepflegteren Bart spendieren. Wer’s braucht.

Ingesamt gibt es eine sehr große Anzahl an Verbesserungen. Dazu gehören auch scheinbar unwichtige Kleinigkeiten wie das Verfrachten von Marken in ein eigenes Abzeichen-Menü. Vorteil: all die Marken verstopfen nicht mehr des Spielers Inventar!

David: Zunächst die negativen Aspekte: Inschriftenkunde wirkt auf mich wie ein erzwungener Verzauberungs-Ersatz, die Friseure sind meiner Ansicht nach gar völlig unnötig – bisher darf man nur aus wenigen Haarstilen auswählen. Und das Erfolge-System ist zwar eine nette Idee, aber nicht konsequent genug umgesetzt – der „Wälzer des Wissens“ aus „Warhammer Online“ gefällt mir da deutlich besser.

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David lobt vor allem die UI-Verbesserungen - wie etwa den Kalender.
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Dann gibt es da aber noch die kleinen, aber sehr feinen Änderungen an der Spielmechanik. Accountgebundene Items etwa, Detailverbesserungen der UI oder Neuigkeiten im Kampfsystem, die sich auf das allgemeine Spielgefühl auswirken – hier hat Blizzard so stark nachgelegt, dass es unmöglich scheint alle Neuerungen aufzuzählen. Im Vergleich zu Burning Crusade ist dieser Schritt einfach riesig.

PVP und die Zukunft von Azeroth

Auch das PVP-System wird etwas erweitert. Was haltet ihr von den Belagerungswaffen und neuen Schlachtfeldern?

Garry: Autsch, da fragt ihr den Falschen. Ich bin absolut kein PvP Spieler und war noch nicht einmal in der neuen PvP Gegend „Tausendwinter“. Die PvP Mechanik ist sicherlich sehr umstritten, man hört, dass Warhammer Online da mehr zu bieten habe. Beurteilen kann ich das jedoch in keiner Weise. David, bist du nicht ein PVP-Experte?.

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PVP? Für David und Garry bietet dieses System zu wenig Reiz.
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David: Nee, um ehrlich zu sein, hat mich das PVP-System immer kalt gelassen. Die Schlachtfelder machen zwar kurzzeitig Spaß, motivieren mich auf lange Sicht aber nicht wirklich. Die Belagerungswaffen sind zwar eine nette Idee, zum PVPler macht mich das aber nicht. Dementsprechend habe ich das neue Schlachtfeld „Tausendwintersee“ bisher erfolgreich gemieden.

Am vergangenen Wochenende lud Blizzard wieder einmal nach Anaheim zur hauseigenen Messe „Blizzcon“. Doch die Ankündigungen bezüglich „World of Warcraft“ hielten sich leider im überschaulichen Rahmen. Hätte man da nicht ein wenig mehr Infos herausrücken können?

Garry: Was wollt ihr noch wissen? Dass Wrath of the Lich King am 13. November in den Läden stehen wird? Das war schon vorher bekannt. Und ehrlich gesagt: mehr muss man auch gar nicht wissen. Wenn das Spiel in den nächsten vier Wochen nicht sein blaues Wunder erlebt, dann steht uns Mitte November ein neuer Superknaller aus dem Hause Blizzard Entertainment ins Haus. Gut gemacht, Blizzard!

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Die Blizzcon gab Aufschluss über die kommenden Instanzen.
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David: Logisch, schließlich wurde zu „Wrath of the Lich King“ alles gesagt, das Spiel erscheint kommenden Monat und mit der Ankündigung des nächsten Addons warten die Herren aus Irvine wohl bis zur Blizzcon 2009. Trotzdem denke ich, dass auch WoW-Fans auf ihre Kosten gekommen sind: Das der schwarze Drache „Deathwing“ etwa endlich ins Spiel findet, wusste bisher noch niemand und freut mich ganz besonders.