"Ein großer Schritt in Richtung Perfektion: Auch wenn Blizzard das MMO-Rad nicht neu erfindet, war es wohl nie zuvor runder, als in den verschneiten Weiten Nordends." - David Hain

Schluss mit „Mehr vom Gleichen“. Um mit der stärker werdenden Konkurrenz mithalten zu können, braucht es mehr als erweiterte Featurelisten. Das scheint auch Blizzard im dritten Anlauf endlich bemerkt zu haben und rüstet mit „Wrath of the Lich King“ gehörig auf: In jedem Quadratmilimeter Nordends merkt man die Freude, mit der die Entwickler ihre Welt beleben – verspielt, liebevoll und detailversessen bis in die letzte Ecke der tiefsten Dungeons.

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Besonderes Lob gilt an dieser Stelle einem alten Sorgenkind: Die Quests, früher Sinnbild für die im Grunde monotonen MMO-Mechanismen, wachsen in Nordend förmlich über sich hinaus. Abwechslungsreich, kreativ, witzig – allesamt Attribute, die man den Aufträgen wohl niemals zugetraut hätte. Als absolutes Highlight stechen hier die Phasing Zones hervor, mit denen endlich echte Veränderungen innerhalb der Spielwelt möglich sind.

Noch nutzt Blizzard das geniale Feature nur selten – aber dieser Schritt ist ein großer. Ein wichtiger. Und die Richtung könnte gar nicht besser sein. Es zeigt sich: Blizzard ruht sich nicht auf der Position des Platzhirschen aus, sondern setzt gekonnt nach. Das ist großartig für uns, die zahlenden Abonnenten, die erneut für die kommenden anderthalb Jahre bestens unterhalten werden. Und es ist ein harter Schlag für die Konkurrenz, die ein ums andere Mal spielend deklassiert wird.

Unsere Empfehlung gilt übrigens mit zwei Ausnahmen: Gelegenheitsspieler werden im Endgame immer noch zu schnell arbeitslos, PvP-Liebhaber werden im direkten Vergleich bei Warhammer Online sehr viel besser bedient. Bewertet man jedoch das Gesamtbild, bietet Azeroth nach wie vor das schönste und ausgefeilteste Betätigungsfeld für Freizeit-Abenteurer jeden Alters.

Übrigens beruht unser Test auf der finalen Betaversion, die mit der Verkaufsfassung jedoch identisch ist. Dort konnten wir in den vergangenen drei Monaten ausgiebig sämtliche Features des Addons antesten, selbst den Engame-Content. Dennoch bleiben wir natürlich am Ball und werden in einer Nachbetrachtung auf die Stabilität der Server und die Bereinigung der letzten Bugs eingehen.

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Pro

  • Spitzenmäßiger Soundtrack
  • Süchtig machendes Erfolgssystem
  • Belagerungswaffen für PvP-Modus
  • Grandios: Die Phasing Zones
  • Neue Instanzen wirken ausgefeilter
  • Todesritter macht großen Spaß
  • Wunderschöne Spielwelt
  • Geniale neue Quests

Contra

  • Seltene Questbugs
  • In hohen Stufen ungeeignet für Gelegenheitsspieler
  • Schwaches PvP-System

Grafik

Die beinahe vier Jahre alte Technik merkt man der Grafik natürlich an, jedoch macht das Art-Design diesen Umstand durch Atmosphäre, Fantasie und Farbenpracht mehr als wett.

Sound

Musikalisch war und ist World of Warcraft ein Ohrenschmaus. Auch die neuen Stücke fügen sich perfekt in dieses Bild: Vor allem in den Grizzly Hills und in Eiskrone sollte man die Lauscher spitzen.

Gameplay

Am Spielprinzip ändert sich nichts, immer noch questet, sammelt, reitet und kämpft man sich durch Instanzen und andere Gebiete.

Multiplayer

Das PvP-System bleibt im Grunde gleich (durchwachsen), wird allerdings durch die Belagerungswaffen etwas aufgepeppt. Der Fokus bleibt auf High-End-Raids.