Es ist Patchtag in Azeroth. Will heißen: Während die einen in freudiger Erwartung ob der zahlreichen Änderungen auf den Status des Blizzard Downloaders stieren, ducken sich erfahrene World of Warcraft-Veteranen vorwichtig weg. Denn bisher griff sie noch immer ebenso zuverlässig wie gnadenlos, die goldene MMO-Regel: "Never play on patching day."

Nach langer Wartezeit ging auf den WoW-Servern heute der erste Patch (Version 3.0.8.) für das neue Addon "Wrath of the Lich King" online. Neben vielen Bugfixes und versprochenen Performance-Verbesserungen, erwartet die MMO-Fanbase vor allem die zahlreichen Änderungen der Spielmechaniken. Scheinbar waren diese doch recht komplexen Programmänderungen ein wenig zu viel des Guten.


In den USA ging Patch 3.0.8. bereits gestern online, seither häufen sich in den offiziellen Foren die Beschwerden: Scheinbar haben sich dieses Mal derart schwierwiegende Fehler eingeschlichen, dass bestimmte Spielelemente völlig unbrauchbar geworden sind.

Der erste Grund der Verärgerung ist ein massives Problem mit der "neuen" Beschwörungsmechanik des Hexenmeisters. Ursprünglich sollte das bekannte "Ritual der Beschwörung" einen Portalstein erstellen, mit dem Gruppenmitglieder weitaus bequemer herbei teleportiert werden sollten. Diese Mechanik wurde in der letzten Sekunde wieder auf das alte "Portal" umgeändert, jedoch blieb die Abklingzeit des alten Portalsteines, weshalb die Hexer nun pro Port eine Zwangspause von zwei Minuten einlegen müsst.


Weitaus härter trifft es jedoch PVP-Liebhaber: Die Schlacht um den Tausendwintersee wurde auf allen US- und EU-Servern bis auf Weiteres abgeschaltet, da sie den Nordend-Kontinent dauerhaft abstürzen ließen. Nun befindet sich Tausendwinter im Besitz derjenigen Fraktion, die das PVP-Gebiet vor dem Herunterfahren der Server zuletzt im Griff hatte.

Dies hat durchaus schwierwiegende Folgen: Zum einen bekommt die dadurch begünstigte Fraktion dauerhaft den Tausendwinter-Buff, mit dem man die "Splitter des Steinbewahrers" sammeln kann. Zum anderen bleibt der benachteiligten Fraktion der Weg zu "Archavons Kammer", einer Raidinstanz innerhalb Tausendwinters, für die Dauer dieser Änderung verwehrt. Abzuwarten bleibt, wielange Blizzard benötigt, um dieses Problem zu beheben.

Die anderen großen und kleinen Fehler haben wir für euch hier einmal gefiltert aufgelistet:

  • Fast alle Animationen von Frauen der Rasse Mensch sind verbuggt.
  • Es gibt einen Fehler im Tooltip von Heulende Böe (Todesritter) und die Fähigkeit Auslöschen (Todesritter) erzeugt nicht die korrekte Menge Runenmacht. Die Beschwörung von Ghulen mit der Glyphe zur Entfernung der Reagenzienkosten, funktioniert ebenfalls nicht.
  • Segen des Schutzes (Paladin) erzeugt zusätzlich beim Paladin Vorahnung.
  • Rechtschaffene Vergeltung (Paladin) scheint auch Buße zu brechen. Des Weiteren scheint Zornige Vergeltung (Paladin) Vorahnung zurückzusetzen.
  • Die accountweite Erstellung eines Todesritters auf beliebigen Servern, sollte man auf einem die Anforderungen besitzen, funktioniert nicht.
  • Die Majestätische Drachenstatuette und die Illustration der Drachenseele scheinen nicht mit Zaubern, die über Zeit wirken zu funktionieren.
  • Scheinbar wurde die Gesundheit und der Schaden der Hexer-Begleiter nicht bei allen Spielern wie vorgesehen verändert. Dies soll laut den amerikanischen Postern mit einem Hotfix gelöst werden, sollte man das Problem gelöst haben.
  • Eine neue unsichtbare Arenawertung wird nun zusätzlich zum Erstellen von Arenaspielen herangezogen. Dies führt zu unnormalen Paarungen, die in seltsamen Wertungsveränderungen bei den Teams enden. Zum Beispiel Zuwachs bei der persönlichen Wertung bei "verlorenen" Spielen.
  • Brunnen des Lichts (Priester) scheint nun angreifbar zu sein, wird danach grau und kann nicht mehr benutzt werden.
  • Diverse Beschreibungen wie der Tooltip von Titangriff oder Questtexte bei den Dalaran Kochquests sind nicht korrekt.
  • Die Animation von Untoten Schurken während Verstohlenheit ist nicht korrekt.
  • Das Flugschiff der Horde in Eiskrone scheint auf manchen Servern nicht zu existieren.

Auch wenn manche Dinge (fehlerhafte Animationen) zwar vernachlässigbar sind, sorgen andere Probleme wie etwa die nicht funktionierende accountübergreifende Todesritter-Erstellung, die immerhin als DAS Feature in Patch 3.0.8. angepriesen wurde, unter den Spielern für erheblichen Unmut. Zumal diese Liste noch nicht einmal alle Fehler aufzählt...

Patch 3.0.8. folgt damit einer Tendenz, die sich schon bei den vergangenen Patches in einem Abwärtstrend befand: Der Quellcode scheint eine Größe erreicht zu haben, der es Blizzards Entwicklern nicht gerade leicht macht. Bemerkbar macht sich dies auch an anderer Stelle: Die Möglichkeit, zwei Skillungen für einen Charakter zu erstellen und Reittiere auch im Wasser nutzen zu können, wurde ursprünglich für Patch 3.0.8. angekündigt, aufgrund massiver Probleme aber bis zum nächsten Content Update verschoben.

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