Es war wie Weihnachten und Neujahr zusammen, als Leroyspeltz, ein Spieler von World of Warcraft: Wrath of the Lich King, auf einem seiner Charaktere ein mysteriöses Hemd mit dem schnöden Namen Martins Fury entdeckte. Es musste sich wohl dorthin verirrt haben, als sein Account nach einem Hackerangriff neu bestückt wurde. Der Spieler übergab es an seinen Gildenchef und so nahm das Unheil seinen Lauf.

Dabei ist er nur ein Gnom...

Denn wie sich bald herausstellte, trug das hässliche Kleidungsstück unsagbar große Macht in sich und war eigentlich nur als Abendgaderobe für Gamemaster gedacht. Das interessierte den Gildenchef namens Karatechop wenig - immerhin stammte es ja offiziell von Blizzard.

Außerdem schien es dieser ominöse Martin ja nicht weiter zu vermissen. Und so nutzte der arglose Spieler das gute Stück, um sich mit seinen Jungs in mehr als einem Dutzend der spannendsten Instanzen auszutoben.

Nichts und niemand kann der Wut von Martins Hemdlein widerstehen.

Bei Blizzard allerdings fand man das weniger lustig und bannte gleich die halbe Gilde, inklusive den Träger des mächtigen Hemds und löschte unzählige Threads im Forum. Jetzt allerdings wirkt die Macht von Martins Raserei erneut und hat die Community erfasst.

Die spaltet sich derzeit in zwei Lager, von denen eines hinter der harten Vorgehensweise von Blizzard steht, während die andere Seite den guten Karatechop als Märtyrer verehrt und ihm schon in Comicform ein Denkmal gesetzt hat.

Vorsicht, Blizzard - Menschen, die sich Ausrufezeichen an die Stirn pappen, sollte man nicht wütend machen.

Auf Petitionen der Spielerschaft, die Gilde doch schnellstmöglichst zu entbannen, antworten die rechtmäßigen Träger des Hemdchens unisono: "Nein".

Doch irgendwie drängt sich der dringende Verdacht auf, dass diese Krise um ein ausgesprochen hässliches Kleidungsstück längst noch nicht ausgestanden ist.

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