Wir waren für euch auf der Blizzard Pressekonferenz in Hamburg. Chef Producer Frank Pearce stand Rede und Antwort. Autor: Tobias Wüst

Was wurde in den letzten Jahren nicht alles über World of Warcraft geschrieben. Selten hat ein Computerspiel in den Medien so viel Aufmerksamkeit erregt wie Blizzards Megaseller. Gleichzeitig gab es aber auch selten so viele Kritiker, die ihrem Unmut freien Lauf gelassen haben. Aufgehört zu spielen haben allerdings trotz des ewigen Herumnörgelns die Wenigsten.

Wie auch, bietet der Markt doch derzeit keine wirkliche Alternative zu World of Warcraft. Alle potentiellen Blockbuster erscheinen frühestens im nächsten Jahr. Mit dem AddOn "The Burning Crusade" legt Blizzard Entertainment jetzt sogar noch eine Schippe drauf und könnte der Konkurrenz auf immer und ewig enteilt sein, noch bevor deren Produkte überhaupt auf dem Markt sind.

World of Warcraft: The Burning Crusade - Felmyst Firstkill mit For the Horde32 weitere Videos

Der Erfolg von World of Warcraft darf mit Fug und Recht als einzigartig bezeichnet werden. 19 Monate sind mittlerweile seit dem US-Release vergangen und ein Ende des Siegeszugs ist derzeit noch nicht in Sicht.

Aktuellen Berichten zufolge meldet Blizzard Entertainment 6,5 Millionen zahlende Kunden, wovon immerhin 1,25 Millionen aus Europa kommen. Doch damit noch lange nicht genug. The Burning Crusade, die erste World of Warcraft Erweiterung, steht in den Startlöchern. Mit einem Release dürfen wir vermutlich noch in diesem Jahr rechnen, schließlich will sich Blizzard das lukrative Weihnachtsgeschäft nicht durch die Lappen gehen lassen. Noch bevor The Burning Crusade Ende August auf der Games Convention in Leipzig erstmals dem europäischen Publikum vorgestellt wird, konnten wir uns auf einer Pressekonferenz einen Eindruck über die neuen Features machen.

World of Warcraft: The Burning Crusade - Das Add-on zum erfolgreichsten MMO aller Zeiten steht in den Startlöchern. Alle Infos hier!

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Während andere Entwicklerstudios ein AddOn nach dem anderen für ihre MMOs auf den Markt werfen, lässt sich Blizzard alle Zeit der Welt. Nicht umsonst ist das kalifornische Entwicklerstudio für seine außergewöhnlichen Expansion Sets bekannt, die so manche Vollpreisspiele anderer Hersteller in Sachen Umfang locker in die Tasche stecken. Dies wird auch bei The Burning Crusade nicht anders sein.

Packshot zu World of Warcraft: The Burning CrusadeWorld of Warcraft: The Burning CrusadeErschienen für PC kaufen: ab 19,90€

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit
Es ist zwar eher unwahrscheinlich, dass jemand die Ankündigung von The Burning Crusade bisher verpasst hat. Trotzdem möchten wir zunächst einen Blick auf die bereits bekannten Features des AddOns werfen.

Sowohl auf Seiten der Allianz als auch bei der Horde wird es eine neue Rasse geben. Die Blutelfen, die vormals als Hochelfen bekannt waren, sollen der Horde einen sympathischeren Touch verleihen und das Ungleichgewicht zwischen den beiden Fraktionen (die Allianz verfügt im Moment über deutlich mehr Spieler) auflösen.

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Die Allianz wird mit den Draenei verstärkt, die von Blizzard als eher unbeliebt eingestuft werden. Dieser Schachzug könnte aufgehen. Schon jetzt kann man in den unterschiedlichen Community-Foren beobachten, dass sich deutlich mehr Fans für die Blutelfen interessieren.

Vor einer Woche wurde zudem bekannt gegeben, dass mit diesen neuen Rassen erstmals der Paladin auf Seiten der Horde und der Schamane auf Seiten der Allianz spielbar werden. Was man von dieser Entscheidung hält, sei jedem selbst überlassen. Ein Großteil der Community ist mit dieser Entscheidung jedenfalls nicht einverstanden. Es wird also zwei neue Rassen geben, auf neue Klassen müssen alle World of Warcraft Spieler dagegen leider verzichten. Dies ist sicherlich sehr schade. Die Entscheidung, keine neuen Klassen zu integrieren ist allerdings nachvollziehbar.

Das Balancing würde praktisch unmöglich werden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass zu einem späteren Zeitpunkt - sprich mit einem möglichen zweiten AddOn - neue Klassen eingeführt werden.Mit der Veröffentlichung von The Burning Crusade wird das Höchstlevel von 60 auf 70 angehoben. Der Aufstieg bis zum neuen Maximallevel soll laut Aussage der Entwickler sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Dies wurde allerdings auch schon für das Hauptspiel angekündigt. Es bleibt daher zu hoffen, dass Blizzard Entertainment dieses Mal Wort hält und der Levelaufstieg zur echten Herausforderung wird.

Zu den weiteren Highlights des AddOns gehören der neue Beruf des Juweliers und die so genannten Flying Mounts, auf denen sich die Spieler völlig frei über dem neuen Gebiet der Outlands bewegen können. Weiter werden neue Battlegrounds und unzählige Instanzen hinzukommen.

Der Trend geht dabei immer mehr in Richtung kleiner 5-Mann Instanzen, die in einem größeren Dungeon zusammengefasst werden. Blizzard selbst nennt diese Orte "winged instances".Ausbau der Talentbäume
Mit dem Anheben des Maximallevels wird jeder Spieler zehn zusätzliche Talentpunkte vergeben können. Die drei Talentbäume pro Klasse werden daher um zwei neue Ebenen ausgebaut, die mit Punkten gefüllt werden können. Dies entspricht fünf neuen Zaubern bzw. Fähigkeiten je Berufung. Gänzlich neue Talentbäume wird es dagegen nicht geben.

Die derzeitigen High Level Instanzen wie Ahn'Qiraj und Naxxramas sollen im AddOn übrigens auch für Gelegenheitsspieler spielbar werden. Blizzard Entertainment setzt darauf, dass sich die "normalen" Spieler, sobald sie einige Level aufgestiegen sind, in die ehemals unüberwindlichen Festungen hineinwagen, die nun für sie im Bereich des Möglichen liegen.

Ob dieser Plan aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Es wäre jedenfalls sehr schade, wenn ein Großteil der Spieler den tollen Content aus den letzten Patches nie zu Gesicht bekommen würde.

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Von Saphiren und anderen Edelsteinen
In The Burning Crusade setzt Blizzard Entertainment wieder auf gesockelte Items, die wir bereits aus dem Diablo 2 AddOn Land of Destruction kennen. Ausrüstungsgegenstände werden bis zu drei Sockel enthalten, die vom Spieler mit Edelsteinen (Gems) gefüllt werden können.

Dadurch werden bestimmte Eigenschaftswerte angehoben und die Qualität der Ausrüstung generell verbessert. Vereinzelt werden diese Sockel auch farblich markiert sein. Sobald in diese speziell gekennzeichneten Sockel die passenden Edelsteine eingesetzt werden, kann der größtmögliche Bonus erreicht werden.

Einmal benutzte Edelsteine sind übrigens auf immer verloren. Zwar können diese Sockelplätze erneut mit Edelsteinen versehen werden, die bereits eingebauten Steine werden aber dabei zerstört. An Edelsteinen sollte allgemein kein Mangel bestehen. Die im Hauptspiel gesammelten Gems können nämlich auch in The Burning Crusade benutzt werden. Alte Ausrüstungs-gegenstände werden dagegen allerdings keine Sockel bekommen. Zusätzlich zu den gesockelten Gegenständen sorgt auch der neue Beruf des Juweliers für reichlich Glanz im Spiel. Alle Charaktere mit dieser Profession können dann für sich selbst, für ihre Gilde oder auch für alle anderen Spieler Ringe, Halsketten und Schmuck herstellen.

Von ganz leicht bis verdammt schwer
Äußerst interessant ist ein neues Feature, das Blizzard Entertainment in allen Instanzen der Outlands einführen möchte. Der Gruppenleiter soll beim Betreten der Instanz einen von fünf Schwierigkeitsgraden auswählen können.Somit wird ein und derselbe Dungeons für Spieler unterschiedlichste Level zu einem beliebten Ausflugsort. Anhand des Schwierigkeitsgrades wird festgelegt, wie viel Lebensenergie und welche Angriffskraft die Gegner haben. Selbstverständlich ändern sich je nach Schwierigkeit auch die gedroppten Gegenstände. Nur auf der höchsten Stufe können die besten Items gefunden werden.

Rassenboni und neue Quests
Draenei und Blutelfen bekommen ein komplett neues Startgebiet spendiert, in dem sich die Charaktere bis Level 20 aufhalten. Die Blutelfen starten im Eastern Kingdom nördlich der Eastern Plaguelands. Die Draenei sind mit ihrem Schiff auf eine bisher unbekannte Insel gestürzt, die sich westlich von Darkshore vor Kalimdor befindet.

Sobald Level 20 erreicht ist, geht die Geschichte in den bereits hinlänglich bekannten Gebieten weiter. Hierfür werden neue NPCs mit neuen Quests platziert, damit dieselben Aufgaben nicht zum x-ten Mal erfüllt werden müssen. Blizzard legt also großen Wert auf Abwechslung.

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Selbstverständlich werden auch die Draenei und die Blutelfen bestimmte Rassenboni bekommen. Die Blutelfen beispielsweise sind ein sehr magiebegabtes Volk. Sie erhalten daher eine Mana Gutschrift, ein Plus auf Verzauberungen, sowie fünf Bonuspunkte auf alle Resistenzen.

Die Draenei dagegen haben einen Bonus von fünf Punkten auf den Beruf des Juweliers, einen "Heal over time" (HoT - Heilung über einen bestimmten Zeitraum) mit Cooldown und einen Bonus von zehn Punkten auf Schatten-Resistenz.Wer mit wem und wo?
Viele Fans beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie das Zusammenspiel zwischen AddOn-Besitzern und normalen Charakteren ablaufen wird. Hier hat Blizzard Entertainment seit der BlizzCon im letzten Jahr einige Änderungen vorgenommen.

Hieß es damals noch, dass The Burning Crusade Gegenstände nur Käufern des AddOns zur Verfügung stehen, sollen nun alle Charaktere die neuen Ausrüstungsteile erwerben können. Viel werden sie damit allerdings nicht anfangen können, liegen die Levelvoraussetzungen doch zumeist jenseits von Level 60 und somit außerhalb ihrer Reichweite. Nichts geändert hat sich dagegen beim Betreten der neuen Gebiete. Diese werden nur Besitzern des AddOns zugänglich sein.

Kein Player Housing, keine Heldenklassen
Schmerzlich vermisst haben wir bei der Vorführung leider die Themen Player Housing und Heldenklassen.

Auf Nachfragen wurde uns versichert, dass derzeit nicht an der Implementierung dieser beiden Features gearbeiten wird. Da werden wir uns wohl noch ein wenig gedulden müssen, bis ein weiteres AddOn am Horizont erscheint.

Ausblick
Blizzard Entertainment scheint auch mit The Burning Crusade alles richtig zu machen. Die Neuerungen sind zwar nicht bahnbrechend, dafür allerdings wohlüberlegt. Kleine Features wie beispielsweise die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade für die neuen Dungeons sind schlichtweg genial.

Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass sich The Burning Crusade wie warme Semmeln verkaufen wird. Wer aktiv World of Warcraft spielt wird zuschlagen und wer mittlerweile aufgehört hat, wird sicherlich seinen Weg zurück nach Azeroth finden. Kurzum, The Burning Crusade dürfte eines der Highlights im diesjährigen Weihnachtsgeschäft werden.