In der Vergangenheit hat sich die Polizei zum Aufspüren Verdächtiger schon des öfteren kreativer oder doch zumindest seltsamer Methoden bedient: Wahrsager, das eine oder andere Medium, Telepathen, die Liste könnte so weiter gehen. Nun ist aber erstmals ein Verdächtiger gefasst worden, weil er leidenschaftlicher World of Warcraft-Spieler ist.

Nachdem er des Drogenhandels angeklagt wurde, hatte sich der US-Amerikaner Alfred Hightower aus dem Staub gemacht und das Land verlassen. Was er allerdings nicht zurückließ, war seine Angewohnheit, WoW zu spielen. Das Sheriff Department von Howard County in Indiana hatte bei Ermittlungen erfahren, dass Hightower ein "Spiel mit Hexen und Zauberern" spiele, das sich letzten Endes als WoW entpuppte. Der zuständige Deputy setzte sich darauf hin mit Blizzard in Kontakt, in der Hoffnung, man könne ihm beim Aufspüren helfen.

"Sie müssen uns nicht antworten und ich nahm an, dass sie es nicht tun würden. Es war schon drei oder vier Monate her, dass ich die Vorladung abgeschickt hatte. Ich hatte sie einfach in meinen Hinterkopf verbannt und mich wieder anderen Dingen gewidmet. Dann erhielt ich endlich eine Antwort von ihnen. Sie sandten mir ein ganzes Bündel an Informationen. Sie waren sehr kooperativ. Es war sehr nett, dass sie bereit waren, uns mit Informationen zu versorgen.", so Deputy Roberson.

Das von Blizzard so bereitwillig herausgegebene Datenpaket beinhaltete unter anderem Hightowers IP-Adresse, Account-Informationen, Rechnungsadresse, seinen Online-Screennamen und den Server, auf dem er bevorzugt spielte. Mithilfe dieser Informationen war es dem Büro ein leichtes, Hightowers Standort zu ermitteln. Hightower war nach Kanada geflohen und wurde kurze Zeit später von den kanadischen Autoritäten aufgegriffen.

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