Die Zeiten sind hart auf dem Arbeitsmarkt. Auf jede freie Stelle kommen unzählige Bewerbungen und so sind potentielle Arbeitgeber schon im Vorfeld gezwungen, kräftig auszusieben. Wurde beim Einstellungsgespräch bislang immer eher allgemein nach den Hobbies gefragt, werden die Personalchefs seit einiger Zeit konkret: "Spielen Sie World of Warcraft?".

Wer dann glaubt, einen Gleichgesinnten gefunden zu haben und sich stolz über virtuelle Errungenschaften und erbrachte Leistungen auslässt, braucht auf die Absage nicht lange zu warten. Immer mehr Firmen sortieren die offensichtlichen Zocker unter den Bewerbern sofort aus.

Als Gründe werden immer wieder die schlechten Schlafgewohnheiten der Spieler angeführt sowie die Unfähigkeit, 100 Prozent zu geben, weil der Geist regelmäßig auf Wanderschaft gehe - vorwiegend in Richtung Azeroth.

Allerdings besteht noch Hoffnung für arbeitssuchende Blizzard-Fans, sofern man umzugswillig ist. Wie die arbeitsvermittelnde GMP Group berichtet, sei in Singapur bislang kein einziger Bewerber wegen seiner Leidenschaft zu World of Warcraft ausgeschieden. Das Hobby ist in Asien nicht nur verbreiteter, sondern genießt auch ein höheres Ansehen als in der westlichen Welt.

Annie Yap, Chefin des Unternehmens bestreitet zwar nicht die Probleme, die aus einer Spielsucht erwachsen können, glaubt aber daran, dass man in Singapur eine "pragmatischere Art in Denken und Einstellungen" habe und gar nicht zuließe, dass das Spielen und der Job kollidierten.

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