Am Freitag wurde ein Dokument von AntiSec-Aktivisten geleaked, in dem die Möglichkeiten und Praktiken von Activision Blizzard thematisiert werden, mit Strafverfolgungsbehörden zusammen zu arbeiten. Darin wird unter anderem beschrieben, welche Informationen Blizzard speichert, wie lange sie vorgehalten werde und unter welchen Umständen sie an Ermittlungsbehörden weitergegeben werden könnten.

World of Warcraft - Interne Strafverfolgungsrichtlinie geleaked

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Die Kommunikation und die Logins in WoW werden aufgezeichnet und können Ermittlungsbehörden zur Verfügung gestellt werden.
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Das Dokument aus dem Jahre 2009 scheint authentisch zu sein; eine offizielle Bestätigung gibt es dafür allerdings nicht. Ebenfalls kann es durchaus sein, sofern es authentisch ist, dass in den letzten Jahren Änderungen daran vorgenommen worden sind. Denn in der achzehnseitigen Richtlinie heißt es ausdrücklich, dass Änderungen jederzeit vorgenommen werden können, ohne dass es dafür explizite Gründe geben muss.

Da Activision Blizzard gerade was World of Warcraft angeht die meisten Anfragen von Strafverfolgungsbehörden bekommt oder in Straftaten ermittelt wird, die in Zusammenhang mit WoW stehen hat das Unternehmen einige Standards aufgestellt. So werden beispielsweise IP-Daten seit dem 1. März 2009 auf unbegrenzte Zeit gespeichert. Mail-Nachrichten in einem aktiven Account werden für 29 Tage gespeichert und danach automatisch gelöscht. Ermittlungsbehörden können also nur die Mails der Spieler innerhalb dieses Zeitraums anfordern. Ebenfalls teilt Blizzard die Account-Informationen mit - also alle Daten, welche die Spieler selbst eingegeben haben, wenn auch ohne Garantie auf Richtigkeit, dass die Firma diese Daten nicht überprüft. Zu den Account-Informationen zählen übrigens auch die Zahlungsverläufe, die Zahlungsmethoden und die Kreditkartendaten. Im Falle einer Anfrage von Ermittlungsbehörden, werden die infrage kommenden Daten, die innerhalb eines Zeitraums von 90 Tagen gespeichert wurden, übermittelt. Dabei handelt es sich vermutlich auch um Chatlogs, die innerhalb von 90 Tagen angefallen sind. Über die Speicherfrist der Chats (bei denen auch private Chats gespeichert werden) lässt sich das Dokument allerdings nicht genau aus. Um den Spieler genau identifizierbar zu machen, ist es notwendig, dass Blizzard mitgeteilt bekommt, um welchen Charakternamen, welche Fraktion und welchen Server es sich handelt. Je genauer die Informationen über den betreffenden Char sind, desto genauer kann der Spieler ermittelt werden, der dahinter steht. Blizzard weist auch darauf hin, dass die Anfrage so genau wie möglich formuliert werden muss, da bei neun Millionen aktiven Accounts ansonsten kaum genau zu heraus zu bekommen ist, wer hinter dem Nickname steht.

Die angeforderten Daten werden von Blizzard dann per Mail in Form von Screenshots, HTML-Seiten, Word-Dokumenten oder Excel-Tabellen übermittelt. Auch ein unterschriebener Brief, als offizielles Dokument, in Form eines PDF oder Fax wird verschickt. Das dient offenbar der formalen Korrektheit, denn Gerichte und Behörden akzeptieren zwar die Schriftform - eine Klage oder Strafanzeige muss jedoch handschriftlich unterschrieben werden.

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