Wenn es um Forschung und Videospiele geht, dann ist das Erste, was man in den Medien sieht, meist das Krimininologische Forschungsinstitut, bei dem es thematisch grundsätzlich um die negativen Auswirkungen von Videospielen auf die Entwicklung Jugendlicher geht.

World of Warcraft - Forscher bestätigen: WoW fördert das soziale Miteinander

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Gruppen und Gilden in WoW funktionieren wie reale Gruppen. Eine Gilde ist wie ein Sportverein.
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An der Universität Duisburg-Essen geht man andere Wege. Der kaum erforschte Zweig der Videospiele wird hier seit drei Jahren auf seine sozialen Aspekte hin, wie z.B. die Bildung von Gruppen oder die Altersstrukturen oder die Interaktion zwischen Spielern untersucht.

Aktuell liegen erste Ergebnisse vor, die sich auf die Motivation und der sozialen Gruppe der WoW-Spieler beziehen. Diese sind gänzlich anders, als das weithin tradierte Klischee, nach dem der typische WoW-Bewohner sich kaum bewegt, stundenlang vor dem PC sitzt und auch sonst keine Freunde hat.

Erforscht wurde ein Personenkreis aus Männern und Frauen im Alter von 21 bis 40 Jahren. Dieser wurde ganz bewusst ausgewählt, weil diese Alterskohorte in der Gesellschaft ansonsten kaum auffällig ist. Das Ergebnis der Befragungen ist für Leute, die sich mit Computerspielen weniger wissenschaftlich beschäftigen kaum erstaunlich: Die Hauptmotivation für WoW-Spieler ist das soziale Miteinander. Dabei kommt es vor allem auf das Erlebnis an, gemeinsam etwas zu machen (man könnte hier an Quests oder Instanzen denken), wobei es durchaus möglich ist, dass auch reale Freundschaften entstehen. Es wäre in der Tat mit der Mitgliedschaft in einem Sportverein vergleichbar.

Virtuelle Gruppen funktionieren dabei genauso wie reale Gruppen. Die Spieler identifizieren sich mit ihrer Gilde, sie treffen sich online, reden über ihre Hobbys, Sport oder auch private Dinge. Nicht selten treffen sich die Spieler auch in der Offlinewelt.

Die Forscher sind sich insofern einig, als dass sie sagen können, dass die sozialen Gruppen im Spiel eine Ergänzung des echten Lebens darstellen. Ein erweiterter Freundeskreis, wenn man so will.

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