Als größtes Crowdfunding-Projekt aller Zeiten zieht Star Citizen nicht nur spendable Fans an, sondern auch jede Menge Kritiker. Diese Gruppe, angeführt und angestachelt von Internet-Troll Derek Smart, hat einen ziemlich schmutzigen Propagandakrieg gegen Chris Roberts angezettelt. Der allerdings schlägt jetzt zurück - und zwar mit Waffen, die er beherrscht wie kein anderer.

Für andere Crowdfunding-Projekte wäre es ein ziemlicher Segen, wenn täglich eine fünfstellige Summe auf dem Konto einginge. Nicht so für Star Citizen, wo man zuvor noch auf sechsstellige Zahlungseingänge zählen konnte. Zuvor - das war, bevor Derek Smart dem Projekt und seinem Initiator Chris Roberts den Kampf angesagt und die Szene gehörig aufgemischt hatte.

Langsamer Gigant

Dass Derek Smart dabei weniger am Erfolg von Star Citizen interessiert ist als an dessen Misserfolg, aus dem er persönlichen Profit zu ziehen hofft, interessiert dabei nur die wenigsten. Für die Smart-Liga steht fest: Chris Roberts veruntreut Gelder, belügt die Community in Bezug auf seine privaten Verhältnisse und hat überdies gar nicht vor, Star Citizen zu einem Abschluss zu bringen, weil ihm das auch gar nicht möglich wäre.

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Erfolg hatte Derek Smart mit dieser Schmierenkampagne vor allem deswegen, weil Chris Roberts in der Tat Terminprobleme zu haben scheint. Das Indie-Projekt, dass längst größer als alles geworden ist, was jemals in diesem Genre entwickelt wurde, verzögert sich immer weiter. Und auch die veröffentlichten Module als spielbare Einzelteile eines großen Ganzen werfen mehr Fragen auf als Antworten darauf zu geben, wie genau Star Citizen später mal funktionieren soll. Kein Wunder also, dass manch einer vermutet, Roberts habe sich längst mit den mittlerweile über 90 Millionen Dollar abgesetzt.

Roberts legt die Karten auf den Tisch
Der jedoch schlug aktuell nicht von einer Südseeinsel aus zurück, sondern von der Citizen Con 2015 in Manchester, für die man offensichtlich einiges an Material zurückgehalten hatte. Während der zweistündigen Präsentation zog Roberts dann tatsächlich alle Register und führte mit der ihm eigenen sympathischen Bescheidenheit vor, was man in den vergangenen Monaten und Jahren auf die Beine gestellt hat.

Und das ist durchaus spektakulär anzusehen, selbst für Unterstützer, die bereits durch die Module wandeln oder fliegen können. Von der Sternenkarte über die übergangslose Spielerfahrung zwischen Avatar- und Raumschiffsteuerung bis hin zur Integration der Story im Rahmen von Squadron 42 - mittlerweile wird deutlich, welche Vision Chris Roberts da hatte und mit welcher Liebe zum Detail er sie zu verwirklichen gedenkt.

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Alte Liebe rostet nicht

Eine Liebe, die Fans und Entwickler verbindet, weil sie aus einer langen Tradition erwachsen ist. Der Tradition von Wing Commander und seinen Nachfolgern nämlich - all jenen Space-Games, für die Roberts ganz oder teilweise verantwortlich zeichnet. Diese Traditionalisten waren es, die Star Citizen von Anfang an unterstützten. Nicht etwa, weil sie sich ein MMORPG davon erhofften, sondern weil sie endlich wieder ins Cockpit klettern wollten, um Dienst bei der Flotte zu verrichten.

Für diese Leute, die sich nur sekundär um den MMO-Teil von Star Citizen scheren, hatte Chris Roberts ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht: Die Rede von Admiral Bishop nämlich, die den Anfang von dem markiert, was der junge Pilot im Rahmen seiner Militärlaufbahn erleben wird. Eine Rede, die den Fans von Wing Commander eine Gänsehaut über den Rücken jagt und die sie wissen lässt, dass sie genau das bekommen werden, worauf sie gehofft hatten. Eine Rede zudem, die Derek Smart ganz und gar nicht gefallen dürfte.

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Vampire, Jedis, Zwerge, Zwiebelritter und FBI-Agenten

Dessen Anhänger bemühen sich derweil darum, den sicherlich sündhaft teuren Cast zu kritisieren, in dem bekannte Namen auftauchen wie Gary Oldman, Mark Hamill, Mark Strong, John Rhys-Davies, Liam Cunningham und Gillian Anderson. Doch diese Kritik nimmt kaum noch jemand ernst, denn letztlich liefert Chris Roberts damit genau das ab, wofür die Unterstützer in einem erweiterten Ziel gezahlt hatten.

Star Citizen ist, allen Verzögerungen und den Problemen beim Shooter-Teil zum Trotz, nach wie vor auf Kurs. Und was immer manch ein erbitterter Kritiker unter Vaporware verstehen mag - Star Citizen ist mit Sicherheit nicht das passende Beispiel dafür. Squadron 42, der Story-Teil von Star Citizen, soll nun tatsächlich 2016 erscheinen. Dass er sich verspäten würde, war angesichts der Dimension des Vorhabens abzusehen und ist akzeptabel, wenn die Geschichte qualitativ an die grandiose Rede von Admiral Bishop anknüpfen kann.

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Geduld ist die Mutter aller guten Spiele

Was den MMO-Teil von Star Citizen betrifft, müssen wir allerdings noch bedeutend länger warten. Trotz aller schönen Bilder ist noch jede Menge Optimierungsarbeit nötig. Und das ist nur die technische Seite - die vielen Module sinnvoll zu einem lebendigen Universum zu fusionieren, ein dynamisches Marktsystem zu entwickeln, NPC-Fraktionen, politische Szenarien, Ökosysteme - das alles entwickelt man nicht mal eben so in ein paar Monaten.

Doch Chris Roberts ist nicht der Typ, der in schwierigen Situationen kapituliert, steckt doch auch ein wenig von Admiral Bishop in ihm. Ihn mit Anschuldigungen und ständigen Zweifeln zu überschütten, ist weder fair noch zielführend. Geben wir ihm die Zeit, die er braucht, um seinen Traum von der perfekten Space-Simulation zu verwirklichen. Danach können wir immer noch über ihn und Star Citizen urteilen.

EverQuest Next Landmark - Ehre, wem Ehre gebührt!

Viel geurteilt wird in diesen Tagen auch über EverQuest Next. Und zwar obwohl oder gerade weil es noch immer kaum Informationen zu den genauen Spielmechaniken gibt. Auch in diesem Zusammenhang wird bereits von Vaporware gesprochen und davon, dass EverQuest Next längst eingestellt sei. Doch wenngleich man das in der Games-Branche nie ganz ausschließen kann, ist es doch höchst unwahrscheinlich, dass sich Daybreak seines größten Hoffnungsträgers beraubt.

Zudem man technisch durchaus etwas vorzuweisen hat, wie Landmark zeigt. Dabei handelt es sich zwar lediglich um den Baukasten zu einem Spiel, jedoch hat Daybreak angesichts der schier endlosen Möglichkeiten, die dieser bietet, ein Stück Technologie in der Hand, die den meisten anderen Studios da draußen fehlt und an dem noch immer rege entwickelt wird. Ein Baukasten, mit dem sich EverQuest Next im Handumdrehen entwickeln lässt. Dieser Ansicht sind auch die drei Spieler, die aus Dankbarkeit ein kleines Video gebastelt haben. Ein Video, das sich all jene, die nicht an die Arbeit von Daybreak glauben, mal reinziehen sollten.

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Daybreaks kaputtes Erbe

Wobei es für den Publisher seit dem Ausscheiden aus dem Mutterkonzern Sony nicht unbedingt einfacher geworden ist. Die meisten Titel, die Daybreak im Programm hat, haben im Laufe der Jahre an Dynamik verloren und allein die Idee mit den EQ-Hardcore-Varianten hat dafür gesorgt, dass ein paar Altspieler zurückgekehrt sind und sich die Zahlen ein wenig verbessert haben.

Längst hat jedoch auch PlanetSide 2 zu schwächeln begonnen, wie aktuell Executive Creative Director Jens Andersen auf Reddit zugeben musste: “Das Spiel krebst echt herum und das nicht nur auf der PS4, um ehrlich zu sein.”. Man schaue gerade, was man kurzfristig tun könne und hoffe auf Unterstützung durch die Spieler dabei, neue Möglichkeiten zu finden, Umsatz zu generieren.

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Derzeit, so scheint es, wird Daybreak tatsächlich von seinem noch unfertigen Zombie-Survival-Game getragen, dessen Karte aktuell um ein mehrstöckiges Krankenhaus erweitert wurde. H1Z1 erfreut sich insbesondere wegen seiner Battle-Royale-Deathmatches allergrößter Beliebtheit und rangiert mittlerweile auch auf Twitch in der Top 10 der meistgesehenen Spiele.

Crowfall - wer nicht fragt, bleibt dumm

Ob Crowfall da jemals landen wird, ist fraglich, denn tatsächlich gehören MMOs nicht unbedingt zu den beliebtesten Genres auf Twitch. Das allerdings mag vor allem daran liegen, dass in kaum einem aktuellen Titel irgend etwas Bedeutsames geschieht. Und genau das soll bei Crowfall anders werden, wo besonders ehrgeizige Spieler Anhänger um sich scharen und um die Vormachtstellung auf dem Server kämpfen werden.

Und da sich allein schon aus dieser Idee heraus unzählige Möglichkeiten und Regeln ergeben, nach denen man die Welt bauen kann, laden die Entwickler derzeit alle Registrierten ein, eine umfangreiche Studie mitzumachen. Eine Studie, die zum Nachdenken anregt und die anhand unzähliger Detailfragen beweist, wie weit die Entwickler von Crowfall vorausplanen und mit welch profundem Hintergrundwissen sie da ans Werk gehen. Hätte jedes Studio vorab eine solche Studie in Auftrag gegeben - uns wäre viel bedeutungsloser Schund erspart geblieben.

Ark: Survival Evolved - in jedem siebten Ei…

Das richtige Gespür dafür, was Spieler wollen, haben auch die Entwickler von Ark: Survival Evolved. Der Überraschungshit des Jahres, der nach Angaben der Entwickler im kommenden Juni fertig werden soll, fesselt schon im Early Access ein gewaltiges Publikum. Und Ark wird von Woche zu Woche besser. Waren es neulich erst die Winter- und Sumpflandschaften sowie Flöße und fliegende Festungen, die ins Spiel gebracht wurden, ist es jetzt ein Element, von dem Spieler seit Ewigkeiten träumen.

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Wer nämlich Männchen und Weibchen der gleichen Gattung gezähmt hat, kann fortan darauf hoffen, dass sich die beiden mögen und Nachwuchs in die virtuelle Welt setzen. Nachwuchs, der ebenso Erbanteile seiner Eltern mitbekommt wie eventuelle zufällige Abweichungen. Mit etwas Geduld und Glück lassen sich so mit der Zeit ganz individuelle Exemplare mit besonderen Werten züchten. Es gibt also doch noch Entwickler, die auf das hören, was die Spieler wollen

Black Desert - zu schön, um wahr zu sein?

Und wer gedacht hatte, das das allenfalls für Indie-Entwickler gelte und insbesondere asiatische Publisher ohnehin keine Rücksicht auf westliche Vorlieben nähmen, der dürfte in der vergangenen Woche gehörig überrascht worden sein. Und zwar von der Nachricht, dass sich Publisher Daum Games dazu entschlossen hat, Black Desert Online in Europa und in den USA, anders als in Südkorea und Russland, nicht free-to-play anzubieten.

Man lokalisiere das Spiel mit ungefähr 2,5 Millionen Wörtern auch ins Deutsche und passe das Gameplay ebenso wie das Geschäftsmodell an die Vorliebe westlicher Spieler an. Im Klartext heißt das: Black Desert wird gegen einen einmaligen Kaufpreis zu haben sein und dafür ohne Abonnement auskommen - ähnlich wie wir es von Guild Wars 2 kennen. Auch einen Cash-Shop wird es wohl geben, jedoch soll sich der auf Kosmetisches beschränken und keine Pay-to-Win-Elemente beinhalten, wie man sie von den asiatischen Versionen her kennt.

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Ein faires Geschäftsmodell - ohne die Möglichkeit, sich mit echtem Geld Vorteile im Spiel zu erkaufen - wäre tatsächlich das, was Black Desert zu dem vielleicht vielversprechendsten MMO des kommenden Jahres machen würde. Grund genug für uns, in den nächsten Tagen mal persönlich mit Daniel Loehr zu sprechen - jenem Mann, der im Westen für Black Desert Online verantwortlich zeichnet und der diese richtige Entscheidung zu verantworten hat. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.