Dutzende Survival-Games tummeln sich mittlerweile im Early Access auf Steam und beinahe wöchentlich kommen neue hinzu. Dabei haben nur die wenigsten Entwickler das Zeug, es über die Ziellinie zu schaffen, die meisten überschätzen sich maßlos und unterliegen im Kampf gegen die Tücken der Technik. Vielleicht, so glaubt unser Kolumnist, sollte man die zur Abwechslung mal zuerst angehen.

Dark and Light - willkommen im Early Access!

Die Festplatte glüht, der Lüfter der Grafikkarte röhrt und die Server können nicht im Ansatz bewältigen, was ihnen da an Rechenleistung abverlangt wird. Wer sich eines der aktuellen Early-Access-Survival-Games auf Steam antun möchte, dessen Nervenkostüm muss mindestens so stark sein wie der hochgezüchtete Gaming-Rechner. So auch bei Dark and Light, mit dem sich der chinesische Publisher Snail nun ebenfalls an der Survival-Front in Stellung bringt.

Dass man sich im ersten Augenblick beinahe ein wenig wie in ARK fühlt, kommt nicht von ungefähr, immerhin entwickelt Snail Games aktuell auch den offiziellen VR-Ableger ARK Park, der allem Anschein nach jedoch eine etwas friedvollere Richtung nimmt als die Dino-Sandbox. Und wenngleich es optisch einige Gemeinsamkeiten zwischen ARK und Dark and Light gibt, soll letzteres eher an das gleichnamige MMORPG mit der für damalige Verhältnisse gigantischen Welt erinnern, das 2006 zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt erschienen war und schon zwei Jahre später eingestellt wurde.

Zauber aus Fernost

Tatsächlich bringt sich Dark and Light mit einem eigentlich alten Ansatz neu ins Genre ein, vermischt typische Fantasy-RPG-Elemente mit Survival, setzt auf die Faszination der Magie und auf eindrucksvolle Zauberei, statt auf Dinos, Zombies oder dergleichen. Dazu kommt der besondere Charme einer wundervoll gestalteten, bebaubaren Welt, die wirklich zur Erkundung einlädt und die spielerisch eben nicht so oberflächlich bleibt wie die mancher Rollenspiele.

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Dass man die Fauna zähmen und nutzen kann, gehört mittlerweile quasi zum Standard, allerdings geht das Team hinter Dark and Light dabei etwas vorsichtiger vor. Anders als bei ARK scheinen die bezwungenen Kreaturen nicht ganz so übermächtig, überrennen nicht einfach mal so die Behausungen anderer Spieler und roden auch nicht gleich komplette Wälder.

Der frühe Vogel fängt den Käfer

Eine klare Kaufempfehlung? Aktuell nicht, denn so großartig das alles klingt, hat die Sache doch einen Haken. Dark and Light ist in einem wirklich frühen Stadium der Entwicklung, erinnert von der Performance und den zahllosen Bugs eher an das ARK der frühen Tage. Weder die Performance noch der Netzcode sind aktuell optimiert und die ersten Schritte wagt man am besten noch alleine, in einem lokalen Game.

Und wie ich so von Bugs und Rucklern gepeinigt durch die Landschaft hüpfe, frage ich mich einmal mehr, ob es wirklich sinnvoll ist, den Early Access tatsächlich schon so früh anzusetzen. Klar - die Optimierung nimmt man gemeinhin gegen Ende der Entwicklung vor, um nicht alles doppelt und dreifach erledigen zu müssen. Doch einen gewissen Standard, der halbwegs frustfreies Zocken garantiert, sollte man angesichts der Konkurrenzsituation doch wahren, sonst hat man die Spielerbasis bereits verloren, bevor es überhaupt richtig losgeht.

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