Nach den großen Themen der vergangenen Wochen sind wir jetzt doch noch ins Sommerloch gefallen. Das macht aber gar nichts, denn so haben wir endlich mal wieder etwas Zeit, all den kleinen aber feinen Randwelten einen Besuch abzustatten, eine Bestandsaufnahme zu machen und unsere Charaktere auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten.

So aufgeregt, begeistert und bisweilen wütend die MMOGler in den letzten Wochen und Monaten waren, so ruhig sind sie in diesen Tagen. Mitten im Sommerloch haben sie sich in ihrer Lieblingswelt ein ruhiges Plätzchen gesucht, wo sie jetzt einfach mal verschnaufen und geduldig warten – auf die Dinge, die da kommen.

Und dass spätestens am 18. August mit der gamescom wieder ordentlich Leben in die virtuellen Buden kommt, daran besteht kein Zweifel. Denn während die Spieler ihre Charaktere im Spiel aufpolieren, werkeln die Mitarbeiter der Publisher und Studios schon auf Hochtouren an ihrem Messeauftritt in Köln - und manch einer packt dabei auch die eine oder andere Überraschung mit ein.

World of Darkness – bringt CCP bald Licht ins Dunkel?

Eine davon könnte das „World of Darkness“-MMO werden, über das man bislang nicht mehr weiß, als dass es bei CCP North America und White Wolf Publishing entwickelt wird. Und genau dieses neue Bündnis hat sich dann auch zur gamescom angemeldet und bereits mehrfach im Vorfeld angedeutet, dass man bald ein wenig Licht ins Dunkel der mysteriösen Welt bringen werde.

World of Darkness gehört zu den beliebtesten Fantasy-Rollenspielen. Dort kämpfen Dämonen, Geister, Magier, Vampire und Werwölfe mehr oder weniger offen um die Vormachtstellung in der Welt – für CCP wahrscheinlich das perfekte Ausgangsmaterial, um daraus einen neuen Sandkasten zu zimmern. Zumindest hoffen das zahlreiche Fans von EVE Online. Doch längst nicht alle Weltraumpiloten sind begeistert. Immerhin scheint man wegen World of Darkness, Dust 514 und den umstrittenen Elementen von Incarna so manche Entbehrung hinnehmen zu müssen.

EVE Online – expandiert das Universum überhaupt noch?

Wie jetzt bekannt wurde, arbeiten derzeit nämlich nur noch 54 CCPler unmittelbar am großen Weltraum-MMOG. Davon sitzen insgesamt 22 Mitarbeiter, unterteilt in drei Teams, an neuen Features, Missionen und Effekten für die nächste Erweiterung. Manchem Fan kommt das wie ein schlechter Witz vor, bedenkt man, dass es mehr als 300 Leute waren, die im vergangenen Jahr mit Apocrypha die bislang üppigste Erweiterung ins All schossen.

Wiped! - Die MMO-Woche - KW31: Blizzard investiert, Star Trek expandiert, Transformers transformiert

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CCP arbeitet an zahlreichen Titeln parallel: Ob man sich damit nicht übernommen hat?
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Übernehmen sich die Isländer mit zu vielen Projekten gleichzeitig? Oder wird die neue strategische Ausrichtung aufgehen, mit kleinen Teams Großes zu produzieren? 2011 wird auf jeden Fall ein entscheidendes Jahr für CCP werden. Entweder werden sie mit Dust 514 und World of Darkness neben EVE Online zwei weitere Standbeine bekommen oder sie verlieren eine Menge Geld, Fans und den guten Ruf, den sie sich über all die Jahre hinweg mit EVE Online aufgebaut haben. Wetten werden angenommen!

Blizzard Entertainment - „gewaltige Investitionen“

Und während man bei CCP gut haushalten muss, muss sich Platzhirsch Blizzard um die Ausgabenseite der Bilanz anscheinend keine allzu großen Sorgen machen. Activisions CEO Bobby Kotick kündigt im zweiten Quartalsbericht zwei gewaltige Investitionen an – eine in den Titel von Neuzugang Bungie, die andere in jenes bislang noch streng geheime Projekt.

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Nach StarCraft 2 beginnt Blizzard als Nächstes ein neues Franchise.
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Doch von beiden verrät Kotick wieder einmal nicht mehr, als dass es sich um komplett neue Produkte handelt und im Hause Blizzard ein „echter Fahrplan für Innovation und Kreativität“ erstellt werde. Hoffentlich, denn spätestens seit dem eher mäßig innovativen StarCraft 2 befürchtet mancher Kritiker, dass den erfolgsgewohnten Entwicklern mittlerweile die konzeptionellen Spielideen ausgegangen sein könnten. Dabei muss man die Jungs bei Blizzard immerhin noch für ihren inhaltlichen Ideenreichtum loben und den Mut, eigene Geschichten zu erzählen.

Transformers MMO – Autobots aus Fernost

Wann immer es einem Studio an konzeptionellen Ideen mangelt, macht man das in der Branche gern dadurch wett, dass man sich einfach einen bekannten Namen schnappt und eine existierende Welt mal schnell als MMO verwurstet. Genau das, so befürchten Fans, könnte auch den beliebten Transformers blühen.

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Gute Idee? Nach ihrem Kinoauftritt werden die Transformers demnächst als MMO erscheinen.
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Um deren virtuelle Umsetzung kümmert man sich nämlich derzeit bei Net Dragon. Die Chinesen haben schon jetzt eine ganze Reihe von Titeln im Programm, das wohl bekannteste davon ist Might an Magic Heroes: Kingdoms. Wie man Autobots und Decepticons, die in enger Kooperation mit Hasbro versoftet werden, letztlich inhaltlich und konzeptionell umsetzen wird, ist bislang noch nicht bekannt. Sicher ist nur, dass die Entwicklung schon im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll. Na, ob das mal gutgeht...

Mythos – keinen Oscar für den Film

Ganz sicher nicht gut ist der Trailer zu Mythos, jenem totgesagten Titel der untergegangenen Flagship Studios, den letztlich der südkoreanische Publisher Hanbit Soft gerettet hat und der hierzulande von Frogster vertrieben wird. Das aktuelle Video gibt etwas über die Hintergrundgeschichte preis, wurde dabei allerdings ausgesprochen lieblos zusammengeschustert und schlecht vertont. Die Fans sind sauer.

Mythos Global - Intro Trailer2 weitere Videos

Das allerdings haben allein die Jungs in Seoul zu verantworten – Frogster hatte auf das Video keinen Einfluss. Dafür kann sich der Publisher über eine neue Partnerschaft mit der Gameforge AG aus Karlsruhe freuen, die jetzt 60 Prozent der Anteile am aufstrebenden Publisher aus Berlin hält. Deren Browserspiele gehören zwar bislang nicht unbedingt zu den bedeutendsten Titeln am Markt, doch das könnte sich bald ändern, da man bei Gameforge an einigen „Star Trek“-Spielen für den Browser arbeitet.

Captains of DarkTide – die Saga sticht in See

Überhaupt scheinen Browserspiele immer beliebter zu werden. Kein Wunder – denn optisch sind manche Titel längst nicht mehr von der installierten Konkurrenz zu unterscheiden. Wer sich selbst davon überzeugen möchte und nicht unbedingt auf das kindgerechte Free Realms steht, sollte unbedingt einen Blick auf Captains of DarkTide werfen (offizielle Seite).

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Captains of Darktide orientiert sich an Pirates.
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Das Browsergame, läuft seit vergangenem Dienstag in der Open Beta und richtet sich an die Fans des Kultspiels Pirates! Inhaltlich basiert es auf SAGA, einem der ersten Spiele, die eine persistente Welt mit Elementen aus der Echtzeitstrategie in Einklang bringen konnten.

Bloodline Champions – easy to learn, hard to master!

Unbedingt ansehen sollte man sich auch die Beta von Bloodline Champions. Das Spiel erinnert an eine Mischung aus der Arena von World of Warcraft und DOTA und lässt zwei Teams mit dem Auftrag aufeinanderprallen, einander zu eliminieren. Auf den ersten Blick beinahe erschreckend einfach.

Doch dem Spiel merkt man in jeder Sekunde an, dass es insbesondere für den E-Sport entwickelt und ausgefeilt wurde. Es ist optisch übersichtlich, läuft flüssig und erfordert etwas, das angesichts der ganzen Titel für Individualisten in den letzten Monaten beinahe schon in Vergessenheit geraten ist: Teamplay.

Star Trek Online – gemischte Gefühle in Season 2

Ein Team hat man auch in Star Trek Online, allerdings hat das mit Teamplay wenig zu tun, denn in Cryptics Weltraum-MMO kommt man die meiste Zeit ganz prima alleine zurecht. Und so verwundert es nicht, dass es selbst Gelegenheitsspieler unkompliziert zum Vizeadmiral bringen und bald nicht mehr wissen, womit sie sich im Spiel die Zeit vertreiben sollen.

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Zu spät? Star Trek Online bekommt eine Season 2.
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Etwas Abhilfe sollte da eigentlich Season 2 schaffen, mit der Cryptic rund sechs Monate nach Release wieder ordentlich Inhalte in die virtuelle Galaxis geschaufelt hat. Die Levelgrenze wurde angehoben, Minigames sorgen für etwas Abwechslung, die Fek'ihri bedrohen das Imperium der Klingonen und ein neues diplomatisches System soll für zusätzliche Motivation sorgen.

Jene Fans, die dem Titel von Beginn an erhalten geblieben sind, scheinen durchaus zufrieden mit der Richtung Cryptics, gieren aber schon nach mehr. Immerhin versprechen die Entwickler, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen und bald auch die gesamte Mechanik hinter den Erkundungsmissionen neu zu gestalten.

Die Welt nach dem Sommerloch

Derweil warten wir darauf, dass sich das Sommerloch wieder schließt und hoffen, dass auch der letzte Gildenkollege seine Kampagne in StarCraft 2 bald hinter sich gebracht hat, damit wir uns endlich wieder wie gewohnt im Team durch die Welten kämpfen können. In der nächsten Woche melden wir uns dann zurück, mit einigen weiteren Spekulationen rund um die bevorstehende gamescom. Bis dahin wisst ihr ja, was gespielt wird.