Was macht man, wenn man den Allmächtigen in der Tasche hat? Wie fertig muss fertig eigentlich noch werden, um endlich fertig zu sein? Und welche Spalte verschlingt in diesen Tagen ganze Gilden? Woche für Woche stellt sich der MMOG-Fan die verrücktesten Fragen, bis Wiped!, wie an jedem Wochenende, die Antworten liefert...

Wiped! - Die MMO-Woche - Die Welt und das Gameplay erklärtEin weiteres Video

Dass die Bevölkerungszahl in unseren Lieblingswelten von Zeit zu Zeit mal fluktuiert, sind wir ja gewohnt. So viele Spieler wie am vergangenen Wochenende allerdings hatte nicht einmal der Blizzard’sche Kataklysmus zu seiner stürmischsten Zeit auf dem Gewissen. Wo zum Teufel also steckten die verschollenen Spielkameraden?

Rift - große Pläne in Telara?

Ein Besuch auf mehreren Teamspeak-Servern brachte schnell Aufschluss: Da tobten doch tatsächlich ganze Gilden über die Ebenen von Telara und stellten sich in Rift irgendwelchen Aufrissen im Raum-Zeit-Gefüge, statt sich brav durch die gewohnten Instanzen jener Welten zu plagen, denen man in den letzten Jahren so erbittert die Treue gehalten hat.

Wiped! - Die MMO-Woche - KW 2: Es lebe die Anarchie

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Rift lockt regelmäßig mit Beta-Wochenenden.
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Wo immer man sich auch einloggt - die Luft ist raus. Wer nicht gerade ein Sandbox-MMO spielt, hat alles gesehen, erreicht, bekommen, was irgendwie geeignet war, Spaß zu erzeugen. Gierig wartet man seit Monaten auf jene neuen Inhalte, mit denen die Studios ihre Spielerschaft hin und wieder mal anfüttert, um nicht auch noch den letzten Kunden zu verlieren. Inhalte, die einen Vielspieler allenfalls für ein paar Tage beschäftigen können.

Die Beta von Rift kommt da wie gerufen. Man fühlt sich auf den ersten Klick heimisch und wird nach jahrelanger Eintönigkeit geradezu in die dynamisch anmutende Welt der Rifts hineingerissen. Bei Trion weiß man das und nutzt die Gunst der Stunde. Getreu dem Motto „Aufhören, wenn es am schönsten ist“ öffnet man die Pforten immer gerade so lange und so weit, dass der Spieler voller neuer Eindrücke und ohne Ermüdungserscheinungen aus dem jeweiligen Beta-Wochenende rausgegangen ist.

Es knallt nicht, klingelt aber in der Kasse

Mehr als eine Million Spielstunden konnte der Publisher bereits während der letzten Testrunde verbuchen und beim nächsten Anlauf werden es mit Sicherheit nicht weniger. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass die Rifts vom 25. bis zum 28 Januar erneut geöffnet werden. Diesmal darf bis Stufe 30 gekämpft werden.

Das langt zwar keinesfalls, um wirklich eindeutig feststellen zu können, ob Rift auch langfristig hält, was es kurzzeitig verspricht, doch scheint das für die Spielergemeinde längst keine Rolle mehr zu spielen. Wer etwas auf sich hält, hat den Titel längst vorbestellt. „Zumindest, um die Zeit bis zum echten Knaller zu überbrücken“, hört man immer wieder.

Das lässt zwar einerseits vermuten, dass es Trion gelingen wird, Rift bis zum März als eines der erfolgreicheren MMOs am Markt zu platzieren, offenbart allerdings auch, dass trotz der frühen Begeisterung kaum jemand davon ausgeht, dass Rift selbst ein „echter Knaller“ werden könnte. Es fehlt eben doch die nötige Portion Innovation.

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Bis auf Stufe 30 dürft ihr im nächsten Beta-Wochenende kraxeln.
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Trion wird allerdings erstmals den Beweis erbringen, dass sich mit einer gut gemachten Kopie eben doch auch gutes Geld verdienen lässt - mit verheerenden Folgen: In den nächsten Jahren steht uns die wahre Flut an Ablegern des Standard-MMO-Konzepts erst noch bevor. Es sei denn, ein anderes Studio schafft es rechtzeitig, mit viel Innovation noch viel mehr Geld zu verdienen...

Star Wars: The Old Republic - noch ist fertig nicht fertig genug!

Ob BioWares Alte Republik dazu geeignet ist, ist noch immer höchst umstritten. Vor allem die aktuelle Funkstille sorgt in der Community für Beunruhigung. Während das Studio im vergangenen Jahr noch eine Ankündigung nach der anderen rausjagte, gibt man sich seit Jahresende verdächtig bedeckt. Warum nur, fragen sich die Fans.

Wenn einer die Antwort auf diese Fragen kennt, dann Senior-Online-Community-Manager Stephen Reid. Und genau der meldete sich jetzt im Forum zu Wort, um ein paar Dinge klarzustellen. Wenn man nämlich über System 'A' spräche, führe das automatisch dazu, dass auch System 'B' zur Sprache käme, gibt Reid zu bedenken. Wenn 'B' aber noch nicht fertig sei, könne man deswegen auch nicht über System 'A' reden. Klar?

Wer A sagt, muss auch B sagen!

Okay - doch wie viele 'B's hat das Star-Wars-MMO denn noch? Und warum hat man im vergangenen Jahr jede noch so kleine Chance wahrgenommen, über all die 'A's zu berichten, und schweigt jetzt so beharrlich? Schreitet der Titel denn noch nicht seiner Vollendung entgegen? Sollte denn auch die Arbeit an den 'B's nicht langsam abgeschlossen sein?

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Funkstille bei BioWare - ein schlechtes Zeichen?
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BioWare hat im vergangenen Jahr den Hype geschürt und fährt in diesen Tagen die Ernte ein. Stünde der Release unmittelbar bevor, wäre das auch kein Problem - so jedoch denkt man an die Kritik von „EA Louse“ zurück und es überwiegt die Sorge, dass bei der Alten Republik irgendetwas nicht so läuft, wie es sollte.

Anarchy Online - es lebe die Anarchie!

Für das Team von Funcoms Oldie-MMO Anarchy Online lief es in der vergangenen Woche auf jeden Fall auch nicht ganz nach Plan. Irgendwie war den Norwegern ein Game-Master-Account abhandengekommen. Den hatte sich nämlich ein Spieler unter den Nagel gerissen, der die Gelegenheit beim Schopfe packte und den Allmächtigen spielte.

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Mit Game-Master-Account sorgte ein Spieler in Anarchy Online für Furore.
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Ganze zwei Stunden lang trieb der unerwartet zu großer Macht gelangte Zocker seinen Schabernack auf dem Server und sorgte, wie Game-Director Colin Craigg später bekennen musste, für eine „spektakuläre Show mit ganz besonderen Gästen“, denen der Usurpator Einlass in Borealis gewährte. Unliebsame Zeitgenossen piesackte der Allmächtige, andere wiederum beschenkte er mit Ausrüstung, derer man im Spiel selbst eigentlich nicht habhaft werden dürfte.

Und so endete die unterhaltsame Aktion mit einer langen Nacht für das gesamte Team, das in über 30 mühevollen Stunden den Scherbenhaufen wieder beseitigen musste, den der virtuelle Amokläufer hinterlassen hatte. Und fühlte sich Colin Craigg mittlerweile nicht zu alt, um noch öfter solche Nächte zu durchleben - er wäre glatt gewillt, von einem „aufregenden Ereignis“ zu sprechen, das „viele Spieler genossen haben... echt kreativ.“

Earthrise - eine Sache der Connection

Vielleicht dient dieses ungeplante Spektakel ja nebenbei auch dem Team von Earthrise als Warnung. Immerhin arbeitet man auch bei den Masthead Studios auf Hochtouren daran, bis zum 04. Februar die virtuelle Anarchie auszurufen - eine gnadenlose Sandbox mit Full Loot noch dazu. Dass solche Welten auch entsprechend kreative und findige Spieler anlocken, steht außer Frage.

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Earthrise soll von einem einzigen Server aus weltweit betrieben werden.
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Bereits berichtet haben wir, dass Earthrise tatsächlich auf einem einzigen Server weltweit betrieben werden soll. Neu ist allerdings die Information zum genauen Standort. Um weltweit die beste Anbindung zu gewährleisten, hat man sich bei Masthead dazu entschlossen, den Server an der Ostküste der USA zu stationieren.

Für Europäer dürfte der Ping damit, je nach Provider, etwa zwischen 100 und 200 Millisekunden liegen - spielbar zwar, angesichts der angekündigten Action-Spielmechanik jedoch nicht unbedingt optimal. Bleibt nur zu hoffen, dass wir vor dem Release noch in den Genuss einer halbwegs offenen Beta-Phase kommen, damit wir endlich Konkretes über die Spielbarkeit von Earthrise sagen können.

Cryptic Studios - MMOs vom Fließband?

Über die Cryptic Studios kann man sagen, was man will, aber an der atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der dort gearbeitet wird, ist nicht zu rütteln. Für Star Trek Online verging nur ein Jahr zwischen Ankündigung und Release - obwohl man parallel noch an Champions Online arbeitete.

Ersteres wird mit Updates versorgt wie kaum ein anderes MMO. Die Champions hingegen, bislang eher stiefmütterlich behandelt, werden ab dem 25. Januar aufs Free-to-Play-Modell umgestellt - wohl auch als Antwort auf den aktuellen Release von Sonys Suphelden aus DC Universe Online. Doch mit STO, CO und Neverwinter scheint man bei Cryptic noch nicht ausgelastet.

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Man hat ein weiteres MMO mit noch unbekanntem Titel in der Entwicklung. Damit werde man, so kündigte das Studio jetzt an, neue Wege beschreiten und die Grenzen des traditionellen MMORPG sprengen. Leere Worthülsen? Oder wird Cryptic auf seine alten Tage doch noch innovativ? Wir sind auf jeden Fall gespannt auf die offizielle Ankündigung, die nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen dürfte.

Und auch für uns hat das Warten bald ein Ende, denn der Controller steckt schon am PC, damit wir uns sofort nach Gotham City begeben können, um die Superhelden von DC Universe in ihrem Kampf gegen eine Bedrohung zu unterstützen, gegen die sogar Supermans stärkster Widersacher Lex Luthor machtlos zu sein scheint. In der kommenden Woche berichten wir dann direkt aus den Metropolen der Superhelden. Bis dahin wisst ihr ja, was gespielt wird.