Eine Zeit des Kampfes scheint in der MMO-Branche angebrochen. ArenaNet kämpft gegen das informationstechnische Frühjahrsloch, NCsoft gegen die Chefs aller Onlinewelten und Black Prophecy gegen Vorurteile. Nicht zuletzt kämpft die Zockerschaft gegen das fiese Sonnenlicht, das in diesen Tagen besonders dreist versucht, unsere sonst so klare Sicht zu trüben.

Dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, wusste man schon in der Antike. Doch was uns in diesem Frühjahr aus der MMO-Ecke so alles entgegengeflogen kommt, deutet auf jeden Fall an, dass die Welt für Zocker nicht nur in diesem Sommer ausgesprochen heiß wird – auch in den nächsten Jahren ist kaum eine Abkühlung zu erwarten. Das allerdings setzt voraus, dass sich die Community langsam an neue Geschäftsmodelle gewöhnt.

Für viele Schüler und Sparfüchse sind Spiele mit Monatsgebühr längst out. Allzu verlockend ist das Angebot der Free-to-play-Provider, die jeden Monat mit unzähligen neuen Welten auf den Markt drängen. Doch was die Masse anlockt, schreckt den eingefleischten Profi meist ab. Itemshops mit Wunderbuffs stehen dem Balancing im Wege und das betriebswirtschaftliche Streben des Providers beißt sich mit den Hoffnungen der Spielerschaft auf ungetrübten Spielspaß.

Black Prophecy – düstere Vorahnung durch free 2 play?

Auch die Fans der Sci-Fi-Simulation Black Prophecy sind von düsteren Vorahnungen geplagt, seit Reakktor Media plötzlich mit f2p-Provider gamigo kooperiert und damit feststeht, dass der heiß ersehnte Titel einen Itemshop bekommen wird. Immerhin haben die Macher das Problem erkannt und bemühen sich jetzt redlich, die wesentlichen Bedenken passionierter Weltraumpiloten aus der Welt zu schaffen.

Skepsis in der Community: Der jüngste Trailer zu Black Prophecy sah jedenfalls vielversprechend aus.Der gesamte Content sei ohne Zahlung zugänglich, jede Mission zu schaffen und jeder andere Spieler zu bezwingen. Der Unterschied bestehe lediglich darin, dass der kostenlos Spielende mehr Zeit investieren muss. Man darf also gespannt sein, ob Reakktor die Anpassung des Titels an das Free-to-play-Modell gelingt, ohne dass dabei das Balancing auf der Strecke bleibt. Wir können es in Kürze alle gemeinsam rausfinden, denn gamigo nimmt ab sofort Bewerbungen für die Closed Beta an.

Guild Wars 2 – es hat begonnen!

Solche Probleme hatten die Jungs von ArenaNet noch nie. Sie machten Guild Wars einfach zu einem Hybrid zwischen MMO und Rollenspiel, verzichteten komplett auf Monatsgebühren und verkauften regelmäßig Erweiterungen. Kein Wunder, dass Guild Wars über die Jahre hinweg einen grandiosen Erfolg feiern konnte. Einen Erfolg, an den die mit Spannung erwartete Fortsetzung anknüpfen könnte, denn auch die soll ohne monatliche Gebühr und wohl auch ohne Itemshop auskommen.

Verständlich, dass die Fans schon seit Jahren nach News zur heiß ersehnten Fortsetzung gieren. Und während die Informationen zu Guild Wars 2 bis vor einigen Tagen noch äußerst dünn gesät waren, scheint jetzt eine wahre Infoflut über die Communitys hereinzubrechen. Kampfsystem, Bewaffnung, Berufe, Skills – bei ArenaNet gibt man sich auf einmal ungewohnt mitteilungsfreudig. Ein regelmäßiger Blick auf die offizielle Seite und in die Foren der Community lohnt sich ab sofort auf jeden Fall.

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NCsoft – Rechtsstreit ad acta gelegt

Weniger redselig ist man derweil bei Mutterunternehmen NCsoft. Dort kämpfte man bereits seit Dezember 2008 gegen die Firma Worlds.com, die doch tatsächlich die offiziell patentierten Rechte auf das Interagieren von Avataren in virtueller Umgebung besitzt. Eine Goldgrube also, sollte das Gericht für den Inhaber des Patents entscheiden, denn dann könnte das Unternehmen jeden MMOG-Publisher verklagen.

Jetzt allerdings scheint das Problem gelöst – zumindest für NCsoft. Der Rechtsstreit wurde niedergelegt, NCsoft einigte sich mit dem Kläger, verweigert jedoch jede weitere Auskunft dazu. Experten gehen davon aus, dass in diesem Vergleich eine nicht unerhebliche Summe geflossen ist, die Worlds.com zur Finanzierung weiterer Verfahren gegen andere Publisher nutzen könnte. Die Goldgrube ist also noch nicht versiegt und man kann davon ausgehen, dass wir erneut von den „Herren der Onlinewelten“ hören werden.

Wiped! - Die MMO-Woche - KW 17: Die Themen der Woche: Guild Wars 2, Avatar MMO in 3D, epische Raumschlacht in STO und vieles mehr

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Kommt ein Avatar MMO in 3D?
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Avatar – MMO in der dritten Dimension?

Auch für Jon Landau, den Produzenten des Erfolgstitels Avatar, ist die Goldgrube offenbar noch nicht versiegt. Nach einer nicht unbedingt glorreichen Versoftung des Erfolgstitels will man es möglicherweise mit einem MMOG versuchen. Man sei sehr an einer solchen Umsetzung interessiert, müsse es allerdings richtig angehen, verkündete Landau jüngst in einem Interview. Für den Filmemacher steht dabei fest, dass auch bei den Spielen die Zukunft klar in der Dreidimensionalität liegt.

Aion – wird weicher für den Westen

Zwar nicht optisch, jedoch spielerisch dreidimensional ist NCsofts Aion. Das feiert zwar in Asien große Erfolge, kommt jedoch in Europa nicht so recht in Gang. Zu zäh der Weg nach oben, zu hart das Grinden, bescheinigen selbst spielende Fans dem Spiel immer wieder. Das soll sich nun definitiv mit Patch 1.9 ändern, der den Spielern endlich eine „Energie der Erlösung“ beschert. Davon und von vielen Dingen mehr berichtet Chris „Kinslon“ Hager auf der offiziellen Seite.

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Vindictus: "300" in sexy.
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Vindictus – für Sparta!

Weit härter als bisher will man hingegen bei Free-to-play-Publisher Nexon werden. Dort hatte man bislang vorwiegend familienfreundliche Unterhaltung im Programm. Mit Vindictus will man allerdings auch die erwachsene Spielerschaft für kostenlos spielbare MMOs begeistern. Aus offiziellen Kreisen heißt es, das Spiel orientiere sich am Film 300. Allerdings prügelten auch sexy Girls ordentlich mit, was das Spiel, glaubt man zumindest bei Nexon, letztlich interessanter mache als die inoffizielle Filmvorlage. Der neue Trailer scheint das sogar noch zu untermauern.

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Craft of Gods – unabhängige Götterschmiede

Ebenfalls sehr erwachsen wirkt ein weiterer Titel, der bereits am 27. Mai auf dem Markt aufschlagen soll. Craft of Gods ist in der bislang noch weitgehend unbekannten slavischen Mythologie angesiedelt, in der sich mächtige Götter aller Elemente bedienen und sich mutige Helden in deren Weg stellen. Craft of God wird von den Cyberdemons entwickelt und durchläuft derzeit die offene Betaphase. Wer auf Independent Games steht, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.

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Star Trek Online – endlich unendlich oder unendlich endlich?

Einen zweiten Blick verdient auch Star Trek Online, das zum Release im Februar noch erschreckend wenige Inhalte geboten hat. Mittlerweile konnten die Jungs von den Cryptic Studios aber etwas nachlegen. Noch fehlt es zwar an einem spannenden Meta-Content, doch die Missionen machen Gelegenheitszockern durchaus Laune. Wie das in etwa aussieht, zeigt ein neuer Trailer, in dem Deep Space 9 unter Belagerung steht. Auf jeden Fall bietet das Filmchen actionreiche Szenen, wie sie in dieser Form kaum in der offiziellen Serie zu sehen waren.

Mehr aus der Welt der MMOs könnt ihr in der kommenden Woche an gleicher Stelle lesen. Ihr wisst ja, was bis dahin gespielt wird.

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