Während Blizzard nach wie vor mit Zugängen zu seinem Arena-Shooter Overwatch geizt, stehen längst auch die Konkurrenten in den Startlöchern und hauen mit Zugängen nur so um sich. Allen voran Paladins, das von den Hi-Rez Studios bewusst schon jetzt in die Beta geschickt wurde. Eine Entscheidung, die in mehrfacher Hinsicht sinnvoll ist und die das Rennen in diesem umkämpften Genre nachhaltig beeinflussen könnte. Doch kann Paladins überhaupt halten, was Overwatch verspricht?

Lasst mich rein!

Für ein paar Tage war der Rummel um Overwatch ziemlich groß. Auf Twitch stürmte es ganz schnell ganz nach oben und ließ vermuten, dass eben doch noch Interesse besteht an weiteren Arena-Shootern mit MOBA-Einschlag. Doch lange hielt der Hype nicht an, denn nur zuschauen möchte man bei einem solchen Game auf Dauer eben auch nicht, zudem offenbar nur eine Handvoll deutscher Streamer Zugang bekommen hat und es derzeit keine Möglichkeit gibt, weitere Freunde mit ins Game zu holen.

Bedeutend einfacher schafft man es als Fan dieses eigentlich nicht mehr ganzen neuen Genres dann schon in die Beta von Paladins, da man als aktiver Spieler dort zumindest die Möglichkeit bekommt, einen Freund ins Spiel einzuladen. Und sollte man absolut niemanden kennen, der Paladins schon spielt, kann man sich für unter 20 Dollar auch ein Gründerpaket sichern.

2 weitere Videos

Angriff der Klonkrieger

Gleiches habe ich seinerzeit bei SMITE getan und es bis dato nicht bereut. Tatsächlich ist Paladins nämlich kein “Overwatch für Arme”, wie man es in den Kommentaren der Ahnungslosen immer wieder lesen kann und erst recht kein Overwatch-Klon. Denn wenn ein Studio von sich behaupten kann, dieses Genre der MOBA-Shooter - oder wie auch immer man es nennen möchte - nachhaltig mit geprägt zu haben, dann sind das die Macher von SMITE.

» Passend dazu: MOBA-Shooter sind das Streben nach dem ultimativen Mittelmaß

Und diese Herkunft merkt man Paladins auch an. Wenngleich das Spiel, das derzeit ausschließlich in einer Art Capture-the-Flag-Modus gespielt wird, noch sichtbar in den Kinderschuhen steckt, insbesondere die Optik noch ein wenig Feinschliff gebrauchen kann, scheint Hi-Rez die Grundlagen im Genre außerordentlich gut zu beherrschen.

Die Kämpfe nämlich laufen wundervoll flüssig ab und gehen MOBA- und Shooter-Fans gleichermaßen schnell in Fleisch und Blut über. Sie verlangen mit der relativ weiträumigen Umgebung bedeutend mehr Zielwasser als beispielsweise Overwatch und bringen neben den üblichen aktiven Skills noch ein pfiffiges neues Element mit ins Spiel.

2 weitere Videos

Das Ass im Ärmel

Ähnlich einem Kartenspiel baut man zwischen den Runden nämlich an einem Kartendeck. Pro Held sind es insgesamt 30 Karten, die man im Deck haben kann. Einen kleinen Teil davon zieht man dann während der laufenden Runde und kann seinen Helden dann mit einigen netten Passiv-Skills aufwerten. Ein Element, das klassischen Deck-Building-Games entliehen ist und das man innerhalb weniger Runden verstanden hat, das jedoch ein kleines Zufallselement in einen MOBA-Shooter bringt, in dem sonst jeder nur das skillen würde, was dem derzeitigen “Meta” entspricht.

Derweil laufen bei Hi-Rez die Entwicklungsarbeiten weiter, denn vollendet ist derzeit nur der Kern des Spiels. Der Rest soll gemeinsam mit der Community entwickelt werden - dafür lässt man die Spieler ja gerade so früh rein, fokussiert auf Spaß und probiert nebenbei “eine Menge verrückter Sachen” aus. Und da jeder Spieler, der auch wirklich aktiv zockt, einen Freund einladen kann, wächst da gemeinsam mit dem Spiel gerade eine ordentliche Community heran.

Bilderstrecke starten
(6 Bilder)

Die günstige Alternative

Und was das Geschäftsmodell betrifft, haben die Entwickler eine klare Haltung: “Wir glauben stark daran, dass free-to-play ein fantastisches Geschäftsmodell ist. Aber es muss fair umgesetzt sein, damit es nicht “pay-to-win” wird. Das ist schwieriger für uns, als man glaubt und bitte seid nachsichtig mit uns, während wir das Spiel um diese Philosophie herum austarieren.”

Wer bereits Erfahrung mit Hi-Rez gesammelt habe, so die Entwickler weiter, wisse, dass man an fairen Systemen für alle Spieler interessiert sei und die Erfahrung all jener, die nie einen Cent bezahlt haben ebenso respektiere. Insofern liegen die Stimmen, die Paladins als “Overwatch für Arme” bezeichnen, vielleicht gar nicht so falsch - wenngleich sie dabei wahrscheinlich etwas anderes im Sinn hatten.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: