Nach der gamescom ist vor der PAX. Und während die Infos aus Köln noch immer nicht ganz abgearbeitet sind, schwappen schon die nächsten über den großen Teich. Und wie es scheint, hält Seattle mehr für MMO-Fans bereit als die Massenveranstaltung in der Domstadt. Entsprechend halten wir uns gar nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern kommen gleich zur Sache.

Trion Worlds - des Pudels Kern

Zu Trions Worlds zum Beispiel, jenem Publisher, der in den letzten Monaten arg viele negative Schlagzeilen generiert hat, inbesondere weil das Geschäftsmodell von ArcheAge für westliche Spieler kaum zu tolerieren ist. Das Verwunderliche: Andere Titel wie Rift, Defiance oder auch das neue Trove hat Trion in dieser Hinsicht weit besser im Griff. Dort verzichtet man zumindest auf einschneidende Pay-to-win-Eingriffe.

Das alles allerdings ist, wie Firmenchef Scott Hartsman aktuell durchblicken ließ, einem Vertrag geschuldet, nach dem das südkoreanische Studio XLGames, das ArcheAge entwickelt hat, auch dessen Geschäftsmodell weltweit definiert und dem westlichen Publisher, angesichts der Bedeutung der asiatischen Spielerschaft, wenig Spielraum lässt. Ein Vertrag, der aller Wahrscheinlichkeit nach noch unter Lars Buttler abgeschlossen wurde, bevor Hartsman mit der Geschäftsführung betraut wurde, was auch seine anfängliche Ahnungslosigkeit erklären würde.

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Devilian - Lektion gelernt?

Für ArcheAge ist im Umkehrschluss die Kehrtwende zu einem vernünftigen Geschäftsmodell damit wohl unmöglich. Für andere Titel hingegen könnte sich diese negative Erfahrung als nützlich erweisen, immerhin hat man bei Trion gelernt, welch hohen Preis man im Westen für Pay-to-win-Elemente zahlen muss.

Devilian hingegen, Trions jüngster Einkauf aus Südkorea, könnte von den Erfahrungen, die man bei ArcheAge gesammelt hat, profitieren. Trions Bereitschaft, knallhart zu verhandeln vorausgesetzt, könnte man sich alle nötigen Freiheiten erkämpfen und das Dungeon-Geschnetzel hier zu einem fairen Spielerlebnis machen. Und nicht weniger wird nötig sein, damit es sich überhaupt gegen das starke und wirklich kostenlose Path of Exile behaupten kann.

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Atlas Reactor - Trions kleine Brötchen

Und dann wäre da noch Atlas Reactor, eine Entwicklung aus eigenem Hause, mit der Trion zeigt, dass man künftig lieber auf kleine Titel mit größerem Charme setzen möchte als auf technisch allzu aufwendige Welten, die es dann doch nicht schaffen, die Spieler nachhaltig in ihren Bann zu ziehen. Trove schafft das bei einem ganz speziellen Publikum schon ganz gut.

Im Gegensatz dazu zielt Atlas Reactor in eine ganz andere Nische und soll all jene Spieler bedienen, die rundenbasierte Strategie ebenso lieben wie das MOBA-Konzept. Im Gegensatz dazu bekommen die Spieler bei Atlas Reactor jedoch einen Zeitrahmen, innerhalb dessen sie ihre Anweisungen erteilen können, um dem Spiel danach die Ausführung zu überlassen. Ein MOBA also, das möglicherweise auch bei reiferen Spielern punkten könnte, die unter einer schlechtere Reaktionsfähigkeit leiden.

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Doch wie immer gilt: Ein MOBA-Game entwickelt man nicht mal eben so. Dafür bedarf es schon ganz besondere Entwickler mit ordentlich Erfahrung in den Bereichen E-Sport, Skill-Konzeptionierung und Balancing. Wie schnell ein allzu unkoordinierter Vorstoß in die Welt der vorgefertigten Helden in die Hose gehen kann, haben jüngst schon Turbine mit Infinite Crisis und EA mit Dawngate bewiesen. Ob Trion Worlds wohl über diese Sorte Entwickler verfügt?

The Park - mehr Grusel mit Funcom

Über welche Sorte Entwickler der norwegische Publisher Funcom verfügt, wissen wir. Leute wie Joel Bylos nämlich, die hervorragende Unterhaltung Geschichten für ein erwachsenes Publikum inszenieren können. Entsprechend macht es auch Sinn, dass sich die finanziell angeschlagenen Norweger künftig von solchen Experimenten wie LEGO Minifigures Online verabschieden und sich wieder auf das Geschäft konzentrieren, das sie verstehen.

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Und man verabschiedet sich mit dem neuen Projekt nicht nur von bunten Klötzchen, sondern auch vom ganzen aufgesetzten MMO-Beiwerk, durch das sich viele Horror-Fans bei The Secret World nur behindert gefühlt haben. The Park bietet Abenteuer pur an einem der beliebtesten Orte aus The Secret World und natürlich jenen subtilen Grusel, den man von Funcom gewohnt ist. Ein Abstecher, der sich für Spieler ebenso lohnen könnte wie für Funcom.

H1Z1 - vergessene Sandbox?

Für Daybreak hat sich der Abstecher ins Zombie-Survival-Genre schon jetzt gelohnt. So sehr, dass Kritiker dem Publisher jetzt vorwerfen, man entwickle lediglich den beliebten Deathmatch-Modus weiter und lasse die Sandbox links liegen. In einem aktuellen Beitrag auf Reddit allerdings versichert man von offizieller Seite, dass man die Sandbox nicht vergessen und für die Monate Oktober und November neue Features geplant habe.

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Mit dabei ist dann das bereits vorgestellte Krankenhaus als neue Location, neue Typen von Zombies, ein umfangreiches Gildensystem, Berufe und Verbesserungen beim Basisbau. Und dann wäre noch der aktuelle Wipe der Sandbox-Server, der in der Community für einige harsche Worte gesorgt hat, laut Daybreak jedoch nötig gewesen sei.

Nicht zuletzt möchte man gewährleisten, dass der stete Verfall selbst errichteter Bauwerke richtig funktioniert - ein ebenfalls nicht unumstrittenes Feature. Das jedoch scheint nötig, um ausufernde Bauvorhaben zu unterbinden und allzu erfolgreiche Architekten aus der Passivität zurück in die postapokalyptische Realität zu holen.

Star Citizen - Zahltag

Die juristische Realität hat derweil die Entwickler von Star Citizen eingeholt, gegen die eine Klage vorliegt, in der man eine juristisch wasserdichte Buchführung für das Crowdfunding-Projekt verlangt und eine Rückzahlung der dem Projekt zur Verfügung gestellten Beträge an all jene fordert, die selbiges verlangen - Initiator Derek Smart natürlich ausgeschlossen, der sein Geld bereits ungefragt zurückerhalten hatte, weil man ihn nicht länger zu den Unterstützer von Star Citizen zählen will.

Derweil sieht sich Chris Roberts rechtlich nicht verpflichtet, überhaupt Beträge an die Geldgeber rückzuerstatten, soll jedoch 1.269 Unterstützer ausgezahlt haben. Klingt viel, ist jedoch kein großer Akt angesichts von fast 970.000 Fans, die Star Citizen bislang finanziell unterstützt haben. Und trotz des juristischen Theaters, das Derek Smart da veranstaltet, wächst der Betrag, der Chris Roberts zur Verfügung steht täglich.

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Allein von Donnerstag auf Freitag ist er um fast 140.000 Dollar auf nunmehr über 88 Millionen Dollar nach oben geschnellt, was möglicherweise daran liegt, dass aktuell das “Social Module” aufgespielt wurde, mit dem die Unterstützer vorab schon mal einen Hauch dessen erleben sollen, was später mal den MMORPG-Anteil von Star Citizen ausmachen soll.

Project Gorgon - kann nun auch schöner werden

Ebenfalls sehr erfolgreich, wenngleich auf weit niedrigerem Niveau, ist Project Gorgon, das auf Kickstarter angetreten war, um insgesamt 20.000 Dollar zu sammeln. Ein bescheidenes Ziel, das die Entwickler nicht nur erreicht, sondern um ein Vielfaches übertroffen haben. 74.781 Dollar kamen am Ende zusammen und über 1.300 Unterstützer, die fortan das Fundament der neuen Community errichten sollen.

Mit den Einnahmen möchte das Studio nicht nur die erweiterten Ziele verwirklichen, darunter ein Skillset für Barden sowie die Möglichkeit, zum Vampir zu werden - man möchte obendrein am Feinschliff arbeiten und das Spiel ansehnlicher machen. Ende Oktober soll Project Gorgon dann im Early Access auf Steam aufschlagen, was aller Voraussicht nach noch einmal eine kleine Finanzspritze mit sich bringen wird.

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Ganz risikofrei ist ein frühes Release auf Steam allerdings auch nicht, verstehen viele Käufer doch nach wie vor nicht, was Early Access bedeutet und bewerten Spiele, die in diesem Programm angeboten werden, mit entsprechender Härte. Und ist der Ruf auf Steam erst einmal ruiniert, lässt sich das hinterher kaum noch korrigieren.

Eco - in letzter Konsequenz

Und auch Eco hat es auf Kickstarter geschafft. Elf Tage vor Ablauf der Kampagne dürfen sich die Initiatoren bereits über 130.000 Dollar freuen - 30.000 mehr als erhofft. Und wenn die Begeisterung auf der Crowdfunding-Plattform nicht nachlässt, ist auch noch bedeutend mehr drin. Die Entwickler dürfen also fortan mit einem vergleichsweise üppigen Budget haushalten.

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Eco simuliert ein komplexes Ökosystem mit sozialer, bzw. unsozialer Komponente, bei dem die Spieler zwar aus dem Vollen schöpfen dürfen, jedoch die Konsequenzen für ihr Tun zu tragen haben.
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Üppiger auf jeden Fall als die Ressourcen, die den Spielern in der fertigen Welt zur Verfügung stehen sollen. Die baut auf ein komplexes Ökosystem, in der jede Ressource endlich ist. Und wenn die Bevölkerung nicht aufpasst, verschlechtern sich die Lebensbedingungen auf einem Server so sehr, dass er eines Tages unbewohnbar werden könnte. Ein interessanter Spielplatz auf jeden Fall für Survival- und Sandbox-Fans ebenso wie für experimentierfreudige Hobby-Wissenschaftler.

Bless - Stimmung made in Germany

Aus Asien kommt derweil eine Nachricht, die die Herzen mancher Kinofans höherschlagen lässt: Kein geringerer als Kultkomponist Hans Zimmer (Gladiator, Pirates of the Carribean, Crimson Tide...) ist für die musikalische Untermalung von Bless verantwortlich, jenem Realm-vs-Realm-MMO aus Südkorea, das nach der Aufweichung vieler Sandbox-Mechaniken von Black Desert ohnehin schon stärker in den Fokus Community gerückt ist als bisher.

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In Südkorea wurde derweil der letzte Closed-Beta-Test zu Bless für die Zeit vom 17. bis zum 25. Dezember angesetzt. Danach wird man intensiv an der Veröffentlichung arbeiten und wir werden zumindest regelmäßiger mit Infos und Videomaterial zu dem optisch ungemein beeindruckenden MMORPG versorgt.  

Ausblick

Optisch weniger beeindruckend, jedoch dafür im Westen schon seit langem spielbar, ist Guild Wars 2, dessen erste Erweiterung nun verbindlich für den 23. Oktober angesetzt wurde. Auf eine endgültige Bestätigung hinsichtlich der finanziellen Seite warten wir zwar noch, jedoch kursieren Gerüchte, dass man das Buy-to-play-Konzept teilweise aufweichen und auf free-to-play umstellen möchte. Bis zum kommenden Wochenende wissen wir auf jeden Fall mehr darüber.