RoM, WAR, AoC und STO werden erweitert? SGW kommt nicht, dafür legt SWG nach? Und warum kommt MO ins Stocken, während die DOTA-Liga zu HoN abwandert? Blickt bei all den Onlinespielen überhaupt noch jemand durch? Ja, wir – und ab sofort beleuchten wir in unserer neuen Rubrik an jedem Wochenende eine Szene, in der sich selbst der Nerd von nebenan verirrt.

Seitdem Blizzard mit WoW das Perpetuum mobile der Spielewirtschaft erfunden zu haben scheint, drängen beinahe im Wochentakt neue Studios mit noch neueren Onlinewelten auf den Markt – jede davon revolutionärer als die anderen, behaupten zumindest die Entwickler. Selbst eingefleischte Fans sind die unzähligen ungefilterten PR-Meldungen mittlerweile leid, in denen sich die nächste Hype-Blase von der Ankündigung des Titels an täglich weiter aufbläht, nur um dann mit einem peinlichen Release zu zerplatzen.

Wir haben beschlossen, uns das Verfassen und euch das Lesen solcher Nachrichten zu ersparen, in denen zum x-ten Mal zur fröhlichen Ostereierhatz im hinterletzten MMO geblasen wird. Damit ihr aber trotzdem auf dem Laufenden bleibt, laden wir euch zu einer kurzen Sightseeing-Tour durch die Branche ein. Die wichtigsten Ereignisse der Woche stellen wir zusammen – kurz, knackig und auf den Punkt gebracht. Und was in unserer MMO-Woche nicht steht, will auch niemand wissen...

EVE Online – Versicherung für Tyrannen

Wissen sollte man auf jeden Fall, was Sandbox-MMOG sind, denn die sind mächtig im Kommen. Das Sandbox-Prinzip steht für ein nichtlineares Gameplay, bei dem die Bewohner einer Onlinewelt selbst das Leben auf dem Server bestimmen und durch kriegerische, politische oder ökonomische Handlungen für Inhalte sorgen. Prominenteste Vertreter dieser Gattung sind derzeit Lineage 2 und EVE Online. Insbesondere letzteres hat im Laufe der Jahre gewaltig an Popularität zugelegt, ist älter und gleichzeitig ausgereifter geworden.

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Und wenn der Erfolgstitel dann am 18. Mai endlich mit Tyrannis in die nächste Runde geht, sind nicht einmal mehr die bislang unantastbaren Planeten vor der Expansionswut der Corps sicher. Sicherer wird es allerdings in Sachen Kontostand, denn erstmals seit dem Release im Jahre 2003 zahlt die Versicherung bei Verlust des Schiffes eine an den jeweils aktuellen Marktpreis angepasste Summe. Bleibt zu hoffen, dass die heiß ersehnte Tyrannei nach Ostern nicht ins Stocken kommt.

Mortal Online – festgefahren

In einem anderen Sandkasten stockt es derzeit nämlich gewaltig. Das Release des gnadenlos erwachsenen PvP-Spiels, das sich stark am Genre-Urahn Ultima Online orientiert, musste um mindestens einen Monat verschoben werden. Auf dem Betaserver läuft kaum noch etwas synchron. Der an sich schon schwierige Einstieg in die Welt mit den vielen Freiheiten wird dadurch schlicht unmöglich. Bis die technischen Probleme behoben sind, gilt also: Finger weg von Star Vaults Sandbox!

Xsyon – heimlich und gigantisch

Doch was bleibt da noch an freien Welten übrig, wo es in den letzten Wochen schon so verflixt ruhig um Earthrise geworden ist? Möglicherweise bietet Xsyon ja eine Alternative. Für die einen ist das nur ein MMOG, für die anderen der mit 1200 Quadratkilometern Fläche größte Sandkasten der Welt. In dem sollen Spieler dann tatsächlich alle denkbaren Freiheiten besitzen, sogar Straßen bauen und die Landschaft verändern können.

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Ob das auch wirklich Sinn und vor allem Spaß macht, werden wir möglicherweise bald wissen, denn Indie-Publisher Notorious Games will die Beta noch im April zum Abschluss bringen. Gleich danach soll das riesige postapokalyptische Areal, das der aufmerksame Weltenbummler analog zwischen Kalifornien und Nevada wiederfinden kann, für die experimentierfreudigen Landschaftsbauer geöffnet werden.

Weltraum und Frauen: die letzten Geheimnisse des Universums

Moonlight Online – MMO mit Biss?

Derweil sollten sich flirtfreudige Onliner auf Moonlight Online freuen. Das dürfte zwar weitaus linearer werden, wird jedoch auch mutmaßlich mehr weibliche Spieler beherbergen als alle Sandbox-Welten zusammen. Immerhin geht es um Vampire und düstere Romantik. Twilight lässt grüßen. Springen, fliegen und klettern soll man können und Krieg gibt es obendrein – natürlich gegen die Werwölfe. Free-to-play-Publisher IGG will das Spiel noch in diesem Jahr veröffentlichen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Itemshop den interessanten Ansatz des Titels nicht zerstört.

Black Prophecy – düstere Prophezeiung

Genau das, befürchtet zumindest die Liga der Weltraumpiloten, könnte bei Black Prophecy passieren. Seit Jahren warten die Veteranen von X-Wing, Freespace und Wing Commander auf brauchbare Dogfights online. Und während Jumpgate Evolution noch einmal auf unbestimmte Zeit im Trockendock von NetDevil verschwunden ist, liegt nun alle Hoffnung auf dem Weltraumshooter aus Hannover. Der sollte eigentlich zum vollen Preis vermarktet werden, wird jetzt aber von Gamigo vertrieben, wo man bekanntlich auf Mikrotransaktionen spezialisiert ist. Passen Itemshop und Weltraum-PvP zusammen? Die Mehrheit der Fans glaubt nicht daran und in der Community brodelt es.

Black Prophecy - Es lebt! Und sieht geil aus2 weitere Videos

Star Trek Online – die Saison hat begonnen

Auch an die Zukunft von Star Trek Online wollte zum Release niemand so recht glauben, denn das Spiel bot dem fleißigen Grinder anfangs nicht mehr als rund 50 Stunden Spielspaß. So langsam ist allerdings Schluss mit dem Müßiggang, denn neben allerlei kleinen Updates lieferte Cryptic jetzt mit Staffel Eins eine ganze Reihe neuer Inhalte, darunter Missionen, PvP-Karten und ein neues Klingonenschiff. Parallel dazu hellt sich die Stimmung in der Community gewaltig auf.

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Neues Flaggschiff bei Cryptic: Bill Roper übernimmt die Brücke bei STO.
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Ob das so bleibt, entscheidet von nun an nicht zuletzt die Arbeit von Bill Roper. Denn der löst Jack Emmert in der Funktion als Chief Creativ Officer (CCO) bei Cryptic ab und zeichnet fortan für die kreative Ausgestaltung von STO und Champions Online verantwortlich. Ist Urgestein Roper der richtige Mann für die Brücke, wo er doch in der Vergangenheit schon mehr als nur ein Flaggschiff versenkt hat?

Stargate Worlds – ein neuer Anfang nach dem Ende?

Solche Totalverluste sind allerdings auch längst keine Seltenheit mehr in der aufstrebenden Branche und selbst großen Namen wie Stargate Worlds schützen vor der Pleite nicht. Mit der haben die Jungs von Cheyenne Mountain Entertainment zu kämpfen, die in den vergangenen Jahren vergeblich versuchten, eine Onlinewelt auf die Beine zu stellen. Aus den großen Plänen wurde letztlich nur ein kleines Stargate Resistance, das jetzt an einen neuen Publisher verkauft werden musste.

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Gibt es noch Hoffnung für Stargate Worlds?
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Doch so schlecht die Nachricht für Fans auch klingen mag – sie weckt neue Hoffnung. Käufer des Spiels ist nämlich ein Unternehmen namens Fresh Start, das beinahe ausnahmslos von ehemaligen Mitarbeitern von Cheyenne formiert wurde. Man kämpft also noch immer verbissen und greift tief in die ökonomische Trickkiste um Zeit zu schinden. Im Sinne der unzähligen Serien-Fans hoffen wir, dass das Tor zu den Sternen doch noch eines Tages geöffnet werden kann.

Star Wars: The Old Republic – die Macht liegt allein in der Maus

Nicht ganz so rosig sind die Aussichten für alle Konsolenfreunde unter den Onlinespielern. Die hatten sich nämlich, nachdem der Titel auf einer Xbox-360-Releaseliste aufgetaucht war, voller Euphorie darauf gefreut, Star Wars: The Old Republic mit dem Controller spielen zu können. In einer Pressemitteilung fegte Entwickler Bioware jetzt die kühnen Träume beiseite:

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Enttäuschung für Konsoleros: SWTOR erscheint doch nicht auf Xbox 360.
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„Auch wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass heutzutage andere Betriebssysteme und Plattformen für Spiele zur Verfügung stehen, entwickeln wir derzeit ausschließlich für den PC unter Ausnutzung des Windows-Betriebssystems.“ Damit liegt die geballte Macht einmal mehr in der Maus und allen Unkenrufen zum Trotz ist es undenkbar, dass die Konsolen den PC in den nächsten Jahren als Spielekiste ablösen werden.

Neues aus der Welt der Fantasy

Funcom – geheime, grausame Welten

Weit besser scheint es derweil bei Funcom zu laufen, wo man anlässlich der jüngsten Game Developers Conference nicht nur an stimmungsvollen neuen Trailervideos zu The Secret World arbeitet, sondern auch ständig neue Inhalte für Age of Conan nachlegt. Update 1.07 wurde von der kommenden Erweiterung Rise of the Godslayer abgespalten und erfreut jetzt mit den Shrines of Bori vor allem Freunde des gepflegten Gilden-PvP.

Insgesamt hat der Publisher nach dem missglückten Start von Age of Conan vor zwei Jahren in der Zwischenzeit eine erstaunlich gute Arbeit geleistet. Zwar bietet die Welt der Barbaren noch immer kein besonders ausgesprägtes Endgame, doch wurde die inhaltliche Durststrecke unterwegs beseitigt und das Spiel befindet sich in Sachen Qualität und Fan-Gunst längst in der Top 10 der MMOGs. Wer sich über Ostern langweilt, sollte unbedingt einen zweiten Blick riskieren.

The Secret World - GDC 2010 Trailer2 weitere Videos

Heroes of Newerth - DOTA war gestern

Kein echtes MMOG und trotzdem das beste Mittel gegen aufkeimende Langeweile ist derzeit übrigens Heroes of Newerth, das am vergangenen Donnerstag in die Open Beta gegangen ist. Der DOTA-Klon, der derzeit nur optional rund 20 Euro kostet, konnte sich schon während der Closed Beta gegen Spiele wie Demigod und League of Legends durchsetzen.

Immerhin finden sich die meisten Helden aus dem Original in HoN wieder, und auch die Items und deren Zusammensetzung sind weitgehend identisch. Dafür unterliegt die Software nicht den Einschränkungen von Warcraft 3 und bietet solch praktische Optionen wie Leavercheck, Reconnecten und ingame Voice. Für jeden Onlinespieler und Team-PvPer ist dieses Spiel ein Muss!

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Mount and Blade: Warband – Ritter ohne Furcht und Tadel

Ebenfalls kein MMOG aber mit bis zu 64 Spielern auf dem besten Weg dorthin ist die Rittersimulation Mount and Blade, für die seit Mittwoch die heiß ersehnte Erweiterung Warband verfügbar ist. Die bietet nicht nur grafische Verbesserungen, sondern auch unzählige neue Optionen im Spiel, eine neue Fraktion, Liebschaften und allerlei Ritterliches mehr.

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Mit Warband erscheint dieser Tage der Nachfolger zu dem Jakob seinem Lieblingsspiel.
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Mount and Blade versprüht einen Hauch von Sandbox, war ursprünglich als Fanprojekt geplant und von einer Handvoll Leuten entwickelt worden. Es gilt als die beste Simulation von Kämpfen hoch zu Ross. Mittlerweile werkeln zwölf kreative Köpfe bei TaleWorld und Fans sind sich längst einig, dass man dort das Zeug dazu hätte, ein MMOG aus dem Geniestreich zu zimmern.

Runes of Magic – das alte Königreich

Etwas massiver geht es derweil im Free-to-play-Giganten Runes of Magic zu. Das spielen allein in der westlichen Welt mittlerweile mehr als drei Millionen Menschen auf 23 Servern. Und die freuen sich besonders auf den April, in dem ihnen die Jungs von Runewaker mit Kapitel III eines der größten Updates überhaupt bescheren wollen.

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Das erfolgreichste F2P-MMO schlägt bald Kapitel 3 auf.
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Mehrere hundert neue Quests, drei neue Zonen, PvP-Rangsystem und Schlachtfeld-Belohnungen sind nur einige der unzähligen neuen Features eines MMOGs, das trotz Free-to-play-Konzept zu den qualitativ hochwertigsten und umfangreichsten Spielen am Markt zählt. Umso häufiger kommt die Frage auf, ob sich die Kosten überhaupt durch Mikrotransaktionen einspielen lassen.

Dass dem so ist, untermauert jetzt eine aktuelle Studie von DFC Intelligence, in der man den Trend zum Kauf virtueller Gegenstände genau unter die Lupe genommen hat und der Free-to-play-Branche einen Umsatz von über drei Milliarden Dollar bis zum Jahre 2015 prognostiziert. Rosige Aussichten also für Runewaker und Co.

Mit diesem Blick in die Kristallkugel entlassen wir euch in die verdienten Osterferien. Wir sehen uns am kommenden Wochenende mit der nächsten Ausgabe von Wiped! wieder – falls wir uns nicht zwischendurch in der einen oder anderen virtuellen Welt begegnen. Ihr wisst, was gespielt wird.