Wie genial wäre das, wenn sich ein paar der großen und erfolgreichen Indie-Publisher dazu durchringen könnten, ihr angesammeltes Vermögen in die Entwicklung eines richtigen MMORPG zu stecken. Klar, das ist riskant, wenn man keine Ahnung vom Genre hat. Wenn man es aber richtig anstellt, die richtigen Leute rekrutiert und aus den Fehlern der letzten Dekade lernt, wäre der Erfolg durchaus gesichert.

Wiped! - Die MMO-Woche - Die Welt und das Gameplay erklärtEin weiteres Video

Wenn Blizzard, Ubisoft oder Electronic Arts ein paar Milliarden Dollar Überschuss generieren, ist das für diese Unternehmen kein Problem. Im Gegenteil - als börsennotiertes Unternehmen weiß man schon, mit dem Geld etwas anzufangen. Der Markt ist ein Fass ohne Boden und ein paar Milliarden sind da kaum der Rede wert.

Anders geht es da schon jenen Studios, die irgendwann mal als kleine Klitsche mit ein paar Entwicklern begonnen und sich über die Monate und Jahre hinweg mit einem guten Titel nach oben gearbeitet haben. Auch dort freut man sich natürlich über ein paar hundert Millionen extra, doch steht man irgendwann vor einem Problem: Wohin mit all dem vielen Geld?

Denn ewig wird der Erfolg selbst des besten Spiels nicht andauern. Zumindest dann nicht, wenn das Spiel nicht oder nur sehr schwierig zu erweitern, auszubauen und an die technischen Entwicklungssprünge anzupassen ist. Manchmal kommt ein Konkurrent daher, der es einfach besser macht oder die Community stürzt sich versammelt auf ein ganz neues Genre. Besonders anfällig für den Zahn der Zeit sind MOBA- und Arena-Games.

Nachdem die zuletzt jahrelange Erfolge feiern und Rekorde brechen konnten, setzten ihnen zuerst PlayerUnknown's Battlegrounds und danach noch Fortnite derart zu, dass sich in den Studios oder bei deren Eigentümern Existenzängste ausbreiten. So erfolgreich der eine Titel auch sein mag - er kann zur Falle werden, wenn es an Alternativen fehlt.

Riot - China macht Druck

In genau so einer Zwickmühle steckt man aktuell bei Riot Games, die trotz des Titels doch eigentlich nur ein einziges Game im Angebot haben: League of Legends. Auch wenn das noch immer zu den erfolgreichsten Spielen aller Zeiten gehört, hat es doch wie kaum ein anderes unter dem Erfolg von Fortnite gelitten und einen Teil seiner aktiven Spieler an das Battle-Royale-Game verloren.

So viele auf jeden Fall, dass sich erstmals auch die chinesischen Eigner von Tencent in die laufenden Geschäfte einmischen und von Riot dringend Alternativen zu LoL fordern. Konkret schweben Tencent da ein paar schnell entwickelte Handy-Titel vor. Doch das ist etwas, womit man sich bei Riot offenbar zuletzt beschäftigen möchte. Zudem streitet man die Mahnung aus China offiziell natürlich ab und erklärt, man sei auf beiden Seiten zufrieden mit League of Legends.

LoL und der Plan B

Dass man bei Riot jedoch schon an einem Plan B arbeitet, lässt der Dampf in der Gerüchteküche vermuten, den man schon seit Wochen auf verschiedenen Kanälen gezielt freisetzt. Die ganze Diskussion begann mit einer lapidaren Frage auf Twitter, wie es angesichts der gigantischen Landkarte von League of Legends eigentlich mit einem MMO wäre? Die Fans waren ebenso aus dem Häuschen wie die Presse.

Dann kam das Dementi. Es sei nur so eine Idee gewesen, ein Gedankenspiel, gefolgt von einem erneuten Hinweis, dass die Flause doch schon konkreter sein könnte, als man bei Riot zugibt. Und nun meldet sich ausgerechnet Greg Street zu Wort und kündigt an, dass er das Team von League of Legends verlassen werde, nicht jedoch Riot.

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