Wie sicher sind Raumschiffe, wenn ein Vulkan ausbricht? Warum haben Entwickler von MMOs so große Angst vor Farmern? Wodurch unterscheidet sich das gemeine Zockerweibchen von seinen männlichen Artgenossen? Auch in dieser Woche geben wir wieder Antworten, die keiner wissen will – auf Fragen, die niemand gestellt hat – den MMO-Fan von nebenan mal ausgenommen.

Virtual Island Entertainment – Rettung für Männerwelten

Es ist nicht lange her, da war die Zockerei noch eine reine Männerdomäne. Erspähte man tatsächlich mal ein weibliches Wesen auf einer Convention, war das arme, unwissende Ding entweder vom Freund dorthin geschleift worden oder es handelte sich um eine Professionelle, die kleine Jungs mit großen Argumenten anlocken sollte.

Wiped! - Die MMO-Woche - Ausgabe #4: Zockerweibchen und Goldseller-Mafiosi

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Virtual Island verspricht seinen Spielern "intime Beziehungen". Aha...
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Doch mit der männlichen Gemütlichkeit ist es in den Lebensräumen der Zocker vorbei. Jedes Jahr nehmen mehr und mehr Kleingruppen von Zockerweibchen den beschwerlichen Weg nach Leipzig oder Köln auf sich. Sie trollen sich dreist in Spieleforen, mischen Communitys auf und infiltrieren die einst so ruhigen Teamspeak-Server der Gilden. Bisweilen wird sogar schon davon berichtet, wie besonders aberwitzige Exemplare die Vorherrschaft im Clan an sich gerissen und männliche Zocker als Arbeitsdrohnen eingesetzt haben sollen.

Zockerweibchen ins Exil geschickt

Doch wie lässt sich diese verheerende Entwicklung aufhalten? Wie bewahrt man virtuelle Welten vor weiblichen Einflüssen und wie entfernt man Zockerweibchen, die sich bereits in der bequemen, virtuellen Nische eingenistet haben? Die Jungs von enVie Interactive warten jetzt mit einer vielversprechenden Idee auf: dem Virtual Island Entertainment – einer Onlinewelt, die speziell auf die Bedürfnisse des gemeinen Zockerweibchens zugeschnitten ist.

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In Strandbars wie diesen trifft man sich zum flirten, feiern, Spaß haben.
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Die Frauenflüsterer setzen dabei auf niedere Reize, die direkt auf das Unterbewusstsein der Zockerin wirken. Man verspricht „episodische Inhalte, einzigartige Shopping-Erlebnisse, ein auf Mode und Kunst ausgerichtetes Design“ und nicht zuletzt „intime Begegnungen“. All das wird eingebettet in eine tropische Inselwelt.

Wenn der Plan von enVie Interactive aufgeht, werden sich Millionen Zockerweibchen aus ihren angestammten Welten lösen und auf der neuen Frauentrauminsel siedeln. Dort können sie fortan im Exil nach Herzenslust shoppen und sich intimen Begegnungen stellen. Die echten Männerwelten könnten dann tatsächlich wieder sicher werden. Grandioser Plan, enVie - ihr wisst, wie Frauen ticken!

Goldseller-Mafiosi und chinesische Spaßverderber

Aion – Bündnis gegen Farmerbanden

Wie leicht sich Spieler generell verführen lassen, weiß man offensichtlich bei NCsoft. Dort ist man bereits vor einem Monat ein Bündnis mit den Jungs von Rooster Teeth eingegangen, bekannt durch die Machinima-Serie Red vs. Blue. Die Jungs produzieren jetzt Clips, in denen auf unterhaltsame Art und Weise vor den dunklen Machenschaften von Goldsellern und Powerleveling-Diensten gewarnt werden soll.

Der erste Clip sorgte für Aufruhr in der Community. Zu frisch war die Erinnerung daran, dass NCsoft den Banhammer anfangs etwas unkontrolliert geschwungen und durchaus lautere Spieler aus Aion geschmissen hat. Der Sturm hat sich allerdings etwas gelegt und der zweite Clip von Rooster Teeth ist durchaus sehenswert und zeigt, welch unfeine Gesellen man sich ins Haus holt, wenn man Dienste wie „Papa Lou's Power Leveling for Losers“ in Anspruch nimmt.

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Bei NCsoft selbst ist man derweil bemüht, den Fans von Aion noch etwas Geduld abzuringen. Patch 1.9 soll in der westlichen Welt definitiv im Mai aufschlagen und der etwas gelangweilten Spielerschaft neue Aufgaben verschaffen. Ganz Ungeduldige dürfen schon ab dem 29. April auf dem Testserver durch das 1.9er Abyss flattern.

Chinas Regierung kennt keinen Spaß

Überhaupt nicht gezockt wurde am vergangenen Mittwoch hingegen in China. Um den Opfern des verheerenden Erdbebens zu gedenken, wurde durch die Regierung eine Vergnügungssperre verhängt. Die beliebten Karaoke-Bars blieben geschlossen, unterhaltsame Fernsehprogramme zeigten nur ein schwarzes Bild und die Server der Onlinewelten wurden samt und sonders heruntergefahren. Die spaßfreie Zeit verlief weitgehend friedlich. Zu den befürchteten Raids auf den Regierungssitz durch erboste Zockerhorden kam es nicht.

EVE Online – wie sicher ist New Eden?

Bedrohlich nah an einer Naturkatastrophe sitzen derzeit die Jungs von CCP in Islands Hauptstadt Reykjavík. Kein Wunder, dass sich die Fans voller Sorge fragen, wie sicher die eigene Flotte in New Eden wirklich ist, wenn der Vulkan erst mal so richtig loslegt. Absolut sicher, verkünden die Jungs von CCP jetzt aus ihrem eisigen Hauptquartier. Die Spielserver stehen nämlich gar nicht in der Gefahrenzone, sondern im sicheren London.

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Trotz Aschewolke: EvE Online ist sicher.
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Und so arbeitet man bei CCP trotz Aschewolke weiterhin auf Hochtouren an der Erweiterung Tyrannis, dem letzten wichtigen Schritt vor Incarna, jenem legendären Update, das es den Spielern im kommenden Jahr ermöglichen soll, mit Avataren auf Stationen zu wandeln. Incarna wird dann hoffentlich auch die ersehnte Verknüpfung zwischen den beiden unabhängigen Spielen EVE Online und Dust 514 herstellen.

Warner Bros. kauft Turbine, Inc.

Eine ebenfalls massive Verknüpfung existiert seit einigen Tagen zwischen dem Filmgiganten Warner Bros. und dem MMO-Entwickler Turbine. Was genau Warner mit Turbine vorhat, ist noch nicht bekannt. In der Branche wird allerdings schon mächtig spekuliert. Warner bringt nicht nur das nötige Kleingeld mit, sondern hat auch einige spannende Filmchen im Programm, die sich nach dem Vorbild von Dungeons & Dragons Online als Free-to-play-Titel massentauglich versoften lassen. Einem Harry Potter Online steht also nichts mehr im Wege.

Nachschub für Conan und RoM

TERA – Entwickler hören auf die Fangemeinde

Ausgerechnet die treusten Fans stehen jetzt einem baldigen Start des Geheimtipps TERA in Südkorea im Wege. Die Entwickler vom Bluehole Studio hatten eine Gruppe von erfahrenen Spielern in einer frühen Testphase auf die Server gelassen. Das Feedback, das die Entwickler dabei bekamen, war derart umfangreich, dass man den angepeilten Release-Termin in Korea kurzerhand verschob. Die Fans nehmen es, so scheint es, ausgesprochen gelassen. Sie freuen sich vielmehr, dass die Entwickler ihren Anmerkungen Aufmerksamkeit schenken.

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Den Geheimtipp TERA stellten wir in der letzten Ausgabe ausführlich vor.
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Im Westen spendierte Publisher En Masse Entertainment dem Titel schon mal eine überarbeitete Webseite und jede Menge Infos zur Musik von TERA. Die wird von Inon Zur (Dragon Age: Origins, Lineage 2, Fallout 3) und Rod Abernethy (Lineage 2, Dead Space) komponiert in Zusammenarbeit mit dem Northwest Sinfonia Orchestra. Auch akustisch tritt TERA damit ohne jeden Zweifel in die Fußstapfen von Lineage 2.

Age of Conan: Rise of the Godslayer – ein neuer Anfang?

Äußerst pünktlich am 11. Mai erscheint hingegen die erste Erweiterung zum erwachsenen Barbaren-MMOG Age of Conan. Darin wird, wie jetzt auch die offizielle neue Webseite verrät, erstmals das Reich Khitai vorgestellt, das stark fernöstlich geprägt ist. Funcom scheint aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben, setzt auf PvE und baut mit Rise of the Godslayer gezielt die Stärken aus, die in Age of Conan seit jeher schlummern.

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Ob die Erweiterung Age of Conan den erhofften Erfolg bringt?
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Den Spieler erwarten stimmungsvolle Umgebungen und eine düstere, inhaltsstarke Story, wie man sie aus der Romanvorlage kennt. Die Erweiterung soll die bisherige Version im Handel ersetzen. Neueinsteiger müssen also nicht doppelt zahlen. Rise of the Godslayer könnte Age of Conan zu einem verspäteten Erfolg führen und selbst jene Spieler wieder in die raue Barbarenwelt locken, die einst gefrustet abgewandert sind.

Runes of Magic – Kampf den Farmern

Weit weniger erfolgreich werden fortan die Goldfarmer sein, die in Frogsters Free-to-play-Titel Runes of Magic bislang ihr virtuelles Unwesen getrieben und die wichtigen Diamanten günstiger angeboten haben als der hauseigene Itemshop. Ab sofort sind Diamanten im Spiel nämlich überhaupt nicht mehr für Gold handelbar. Außerdem verweigert der Postservice die Annahme von Goldsendungen. Ob die Maßnahmen fruchten oder Farmer eine neue ökonomische Nische im Spiel finden, wird sich bald zeigen, wo Frogster gerade erst Kapitel III des erfolgreichen MMOs aufgeschlagen hat.

Star Wars: The Old Republic - Zeitlinie - Frieden in der Republik?2 weitere Videos

Und was kann der gelangweilte MMOler in der Zwischenzeit tun? Für das kurze Vergnügen empfehlen wir auf jeden Fall den aktuellen Videoclip zur galaktischen Zeitlinie von Star Wars: The Old Republic. Außerdem könnte sich ein Blick auf das neue Browsergame Lord of Ultima lohnen, das auf Richard Garriotts kultiger Welt basiert und hierzulande von EA-Tochter Phenomic entwickelt wurde (Test demnächst auf gamona). Wir melden uns dann auf jeden Fall am kommenden Samstag mit der fünften Ausgabe von Wiped! zurück. Bis dahin wisst ihr ja, was gespielt wird.