Blizzard - nimmt’s in die Hand

Wenn einer schon lange nichts mehr ins Rennen geschickt hat, dann ist es wohl Blizzard Entertainment. Die etablierten Titel bekommen hin und wieder neuen Content spendiert - alles jedoch im streng abgesteckten Rahmen und ohne allzu viel Innovation. Dabei wäre es nun wirklich mal an der Zeit, die Milliarden zu investieren, die wir ins Unternehmen gepumpt haben und etwas wirklich Neues zu schaffen.

Doch es gibt da wohl etwas, an dem Blizzard im Geheimen werkelt. Nachdem Mike Morhaime schon Anfang 2016 vage Andeutungen gemacht hat, scheint nun recht offensichtlich, dass in Irvine ein Handy-Game entstehen soll. Denn aktuell sucht die Spieleschmiede einen erfahrenen “Unity-Mobile-Client-Entwickler”, der an einem noch nicht angekündigten “MMO-Echtzeitstrategie-Projekt” arbeiten soll. Enttäuschend? Irgendwie schon.

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Daybreak - Parabolic

Nicht minder enttäuschend waren die jüngsten Ergebnisse von Daybreak, die das so vielversprechende H1Z1 über den Battle-Royal-Modus “King of the Kill” so gut es geht ausschlachten, während das abgespaltene MMO-Projekt “Just Survive” über die Jahre hinweg keine nennenswerten Fortschritte gemacht hat, obwohl die technischen Voraussetzungen für eine Erfolgsgeschichte nun wahrlich gegeben wären.

Doch man arbeitet offenbar schon wieder an etwas Neuem, hat sich im August den klangvollen Namen “Parabolic” gesichert, mit dem typischen Verweis auf ein Online-Game. Das wird wohl, ganz der jüngeren Tradition von SOE/Daybreak folgend, ebenfalls ein Shooter werden. Darauf deuteten zumindest vergangene Stellenanzeigen des Studios hin.

Fortnite - für nichts zu schade

Nun kann man einem Studio nicht unbedingt den Vorwurf machen, dass es auf ein offensichtlich gewinnbringendes Pferd setzt und dabei den alten Klepper vernachlässigt. Immerhin muss ein Unternehmen Gewinne einfahren - das perfekte Spiel zu liefern ist da kaum relevant und eher der verklärte Traum eines grummeligen Games-Kolumnisten.

So sieht das wohl auch das Team von Epic, das Fortnite ja nun offensichtlich ebenfalls gespalten und einen Battle-Royale-Modus aufgesetzt hat. Und auch wenn sich mir persönlich der Reiz der Sache nicht so ganz erschließen möchte: Schaut man auf 1,5 Millionen gleichzeitig in PUBG eingeloggte Spieler, scheint die Community das ja zu wollen. So auch bei Fortnite, das mit seinem PvE-Konzept kaum Beachtung fand und nun auf einen Schlag mal eben über eine Million Spieler zählt und auf Twitch in die oberen Reihen gerutscht ist.

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Das darf doch nicht wahr sein!

Sehr zum Ärger von PLAYERUNKNOWN und Bluehole, die aktuell sogar die rechtliche Situation prüfen. Übrigens nicht, wie manche Medien behaupten, weil Epic das Spielkonzept von PUBG kopiert - das gab es schon lange vorher, sondern weil Fortnite bei seiner ziemlich aggressiven Werbung den aktuellen Marktführer konkret nennt und für seine Zwecke nutzt.

Wenig erfreut scheint man bei Bluehole außerdem darüber zu sein, dass Epic Games als Unreal-Schöpfer mit ihren Eigenentwicklungen ziemlich offensichtlich Nutzen aus diversen Arbeiten und Erkenntnissen zieht, die andere Studios mit ihren Spielen vollbracht und gewonnen haben. Rechtlich mag das noch in Ordnung gehen - moralisch ist das durchaus kritisch und schadet dem Ansehen der Engine.

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Guild Wars 2 & Black Desert

Ansonsten stand die Woche noch im Zeichen der Erweiterungen, denn mit Guild Wars 2 und Black Desert gingen gleich zwei etablierte MMO in die nächste Runde. Unglaublich spektakulär sind beide Updates leider nicht. ArenaNet fehlen Mut und Mittel, die grundsätzlichen Probleme von Guild Wars 2 anzugehen und lässt das Welten-PvP weiterhin am langen Arm verhungern.

Derweil ist Black Deserts Kamasylvia-Erweiterung zwar von gigantischem Ausmaße, wird allerdings wie gewohnt in mehreren Teilen geliefert und erst der zweite bringt die meisten interessanten neuen Features. Doch das ist schon wieder eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

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