Autor: Roland Austinat

Ein Executive Producer weiß spannende Sachen zu erzählen. Das wissen wir spätestens seit gestern, wo uns Jeff Hickmann, Producer von Warhammer Online: Age of Reckoning im ersten Teil unseres großen Interviews Rede und Antwort stand.

Damit geben wir uns aber nicht zufrieden. Wir haben weitergebohrt und noch mehr heiße Infos für euch an Land gezogen. Doch genug der Worte, here we go.

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gamona: Wie sehen eure Dungeons aus? Sind sie für eine Party oder Raid-Gruppe instanziert oder kann jeder hinein, der will?

Jeff Hickman: Wir instanzieren, wenn wir es für richtig halten. Ein Beispiel: Wir haben jüngst ein Dungeon der Nachtgoblins fertig gestellt - mit drei Flügeln, deren Endbereiche instanziert sind. Wir wollen nicht, dass sich die Spieler um die Bossgegner prügeln und können die Kämpfe so an die Anzahl der Spieler anpassen.

gamona: Bedeutet das, dass ein Bosskampf dynamisch schwerer oder leichter wird, je nachdem, wie viele Abenteurer sich daran beteiligen? Bekommen wir automatisch ein paar NPC-Mitstreiter oder weniger Gegner, wenn wir mit weniger Spielern unterwegs sind?

Jeff Hickman: Darauf kann ich euch momentan leider keine endgültige Antwort geben, das diskutieren wir gerade noch. Wir haben noch ein Jahr Entwicklungszeit vor uns, um das heraus zu finden.

Warhammer Online: Age of Reckoning - Jeff Hickman spricht weiter. Teil zwei des exklusiven Producer-Interviews.

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gamona: Zurück zur PvP- beziehungsweise RvR-Balance und der Anzahl der Spieler auf beiden Seiten.

Jeff Hickman: Richtig. "Warhammer Online" besitzt vier verschiedene RvR-Modi. In "Skirmish" treffen die verfeindeten Rassen den schon erwähnten, speziell gekennzeichneten Gebieten aufeinander und geben sich gegenseitig eins auf die Mütze. '

Das können schon mal Massenschlägereien von rund 500 Spielern sein. In den Skirmish-Arealen befinden sich auch unsere "Battlefields", die mit bestimmten Aufgaben wie "Besetze den Bauernhof" verbunden sind.

Jeff Hickman: Jedes RvR-Gebiet enthält außerdem so genannte Szenarien, in dem ihr euch um Erfahrung, Geld und Ruhm prügelt. Ein Szenario, das wir bereits implementiert haben, läuft folgendermaßen: Ihr rennt in einem RvR-Gebiet auf eine riesige Wand mit einem noch riesigeren Tor zu. Automatisch landet ihr dann in einer Lobby, wo ihr als Ork die Mission "Öffne das Tor" erhaltet.

Packshot zu Warhammer Online: Age of ReckoningWarhammer Online: Age of ReckoningErschienen für PC

Für einen Zwerg hieße es entsprechend: "Verteidige das Tor". Euer Charakter wird dann automatisch alleine oder zusammen mit seiner Party einer Gruppe zugeteilt - stellt euch die Matchmaking-Funktionen von "Counter-Strike" vor und ihr wisst, wovon ich rede.

Unser Ziel: Im Szenario sollen sich zwei ausgeglichene Gruppen gegenüber stehen. Das erreichen wir, indem wir die Kampfpunkte berücksichtigen, die jeder Spieler abhängig von seinem Level, seiner Ausrüstung und seinen Fähigkeiten erhält - da sind auch Paarungen wie neun gegen zehn oder einer gegen vier Spieler drin.

Warhammer Online: Age of Reckoning - Jeff Hickman spricht weiter. Teil zwei des exklusiven Producer-Interviews.

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gamona: So starten auch Gruppen mit einem scheinbaren zahlenmäßigen Ungleichgewicht ...

Jeff Hickman: ... und schnell obendrein: Unser Ziel ist, dass ihr in weniger als einer Minute einer Gruppe zugeordnet seid. Dazu haben wir ausgeklügelte Mechanismen entwickelt, denn es macht wirklich keinen Spaß, stundenlang auf einen Wettkampf zu warten.

Warhammer Online: Age of Reckoning - Jeff Hickman spricht weiter. Teil zwei des exklusiven Producer-Interviews.

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gamona: Fehlt nur noch der vierte RvR-Modus.

Jeff Hickman: Das wäre die Kampagne, die mit den Skirmish-, Battlefield- und Szenario-Modi verknüpft ist. Das funktioniert so: In allen drei Varianten mehren die Gewinner ihren Ruhm - und den ihrer Fraktion beziehungsweise ihres Realms.

Mit genug Ruhmpunkten in der Tasche nehmen die siegreichen Spieler sogar das gesamte Spielzone, in der sich die RvR-Gebiete befinden, für ihre Fraktion ein. Das bedeutet nicht, dass die andere Fraktion nun aus der Zone heraus geworfen wird, doch wer eine Zone kontrolliert, kommt günstiger an Nachschub und andere Güter.

Jeff Hickman: Und: Mit jeder eingenommenen Zone bewegt ihr euch näher an die gegnerische Hauptstadt heran. Die Kampagne mündet in einem Szenario an den Stadttoren, die von den Einwohnern verteidigt und von den Angreifern eingenommen werden müssen.

Gelingt euch die Attacke, wechselt ihr aus dem Szenario wieder in die normale Spielwelt - und stellt fest, dass die Stadttore auch hier geöffnet sind. Jetzt stürmt und plündert ihr die Stadt: Jeder Mitwirkende bekommt zur Belohnung einen Gegenstand. Außerdem gibt es besondere Kämpfe: Besiegt ihr einen NPC-Schmied, der die besten Schwerter im ganzen Land herstellt, dann ratet mal, was ihr nach seinem Ableben findet?

Der schwierigste Kampf ist der gegen einen feindlichen König. Gelingt es euch, ihn gefangen zu nehmen, dürft ihr ihn mit in eure Hauptstadt schleifen, ihn dort ins Verlies werfen und allerhand demütigende Sachen mit ihm anstellen. Grund genug für die Zwerge, ihren Rachefeldzug auf die Hauptstadt der Orks zu intensivieren.

Warhammer Online: Age of Reckoning - Jeff Hickman spricht weiter. Teil zwei des exklusiven Producer-Interviews.

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gamona: Ich kann mir vorstellen, dass so eine Eroberung etwas frustrierend für Low-Level-Spieler sein kann, weil sie sich ja nicht gegen die Angreifer wehren können. Und zu allem Überfluss können sie jetzt nicht einmal mehr ihre Lebensmittel einkaufen ...

Jeff Hickman: Jede Stadt besitzt ein sicheres Gebiet, das selbst der mächtigste Belagerer nicht einnehmen kann. Darin befinden sich Auktionshaus, Händler, Trainer, Bank und Reisemöglichkeiten in andere Städte, so dass kein Spieler, egal welchen Levels, die Hände in den Schoß legen und auf die Rückeroberung seiner Stadt warten muss.

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Jeff Hickman: Oh, und natürlich gibt es in "Warhammer Online" die üblichen Verdächtigen wie Berufe, Gilden, eigene Häuser, Rohstoffabbau, Reittiere, rassenspezifische Transportmittel wie Katapulte, mit denen die Orks sich quer durch die Welt schleudern lassen - vieles steckt noch mitten in der Entwicklung, deswegen kann ich euch noch keine Details verraten.

Wir wollen aber sicher stellen, dass sich eure Helden auch optisch voneinander unterscheiden und klassenspezifische Rüstungen und Waffen tragen - schon in niedrigen Leveln gibt es beispielsweise ein Schamanen-Outfit. gamona: Vielleicht hast du ein paar Worte zu Berufen und dem Crafting für uns? In manchen Online-Rollenspielen sind Schmiede beispielsweise ein schlechter Witz: Waffen, die sie für andere Spieler anfertigen, werden locker von denen übertroffen, die ein Gegner fallen lässt.

Und lass uns gar nicht erst darüber diskutieren, warum ein Schmied nicht seine eigenen Waffen und Rüstungsteile reparieren kann, sondern dafür immer einen NPC-Schmied bemühen muss.

Jeff Hickman: Oder einen Reparatur-Roboter. (grinst) In unseren Crafting-Systemen sollt ihr nicht nur Waffen, Rüstungen & Co. herstellen, sondern auch verbessern. So können die von dir angesprochenen Schmiede konkurrenzfähige Produkte anfertigen, die es selbst mit den besten Waffenfunde aufnehmen können.

Jeff Hickman: Was die Reperatur eigener Ausrüstungsgegenstände angeht: Wir wollen nichts unvernünftiges machen - und als Schmied seine Waffen und Schilde nicht selbst reparieren zu können, halte ich für sehr unvernünftig.

Unsere Berufe behalten allerdings das Warhammer-Universum im Auge: Einen Ork, der umher rennt und Blumen einsammelt, kann ich mir nur schwer vorstellen. In "Warhammer Online" trennt ihr stattdessen etwa das Fleisch von den Knochen toter Tiere und Gegner und sammelt die Knochen ein, um daraus etwas anzufertigen.

gamona: Also könnte ein Beruf der des Knochensammlers sein?

Jeff Hickman: Vielleicht. Das entspricht auf jeden Fall mehr dem Geist der Tabletop-Vorlage.Jeff Hickman: Aber wenn wir das Knochensammeln im Spiel haben sollten, werden wir es so unblutig wie nur möglich umsetzen. Einem Tier die Haut abzuziehen, ist auch eine ziemlich blutige Angelegenheit, doch andere Spiele stellen das ziemlich abstrakt dar.

gamona: Du hattest zu Beginn unseres Gesprächs den Tome of Knowledge erwähnt - was können wir uns darunter vorstellen? Ist das bloß ein besseres Quest-Logbuch?

Jeff Hickman: Keineswegs. Im Tome of Knowledge merkt sich das Spiel alles, was ihr auf eurer Abenteuerreise erlebt habt. So gibt es ein Monsterverzeichnis: Trefft und tötet ihr zum ersten Mal einen Riesen, taucht dessen Bild und die Anzahl der getöteten Riesen im Tome auf. Im Laufe des Spiels kommen immer mehr Informationen dazu, etwa, wo die Burschen leben. Bringt ihr besonders viele Riesen um die Ecke, dürft ihr euch einen neuen Titel geben, den des Riesentöters.

Jeff Hickman: Ein anderes Kapitel trägt den Namen "Leaders & Legends": Darin erscheinen alle berühmten NPCs, denen ihr begegnet seid - und für jeden neuen Eintrag gibt es ein paar Erfahrungspunkte.

Im Tome findet ihr auch eine Liste aller Waffen, Rüstungen, Schilde & Co., die ihr selbst getragen und an anderen Mitspielern gesehen habt. Und: Ihr könnt eure Ausgabe mit euren aufgezeichneten Heldentaten stolz euren Freunden zeigen.

gamona: Spannende Sache! Jeff, herzlichen Dank für die spannenden Einblicke - wir werden uns sicher noch einmal unterhalten, bevor "Warhammer Online: Age of Reckoning" in rund zwölf Monaten erscheint.

Jeff Hickman: Aber gerne doch, jederzeit!