Manche Spiele schaffen nur mit gehöriger Verzögerung den Weg auf den alten Kontinent, obwohl durchaus einige Vorschusslorbeeren auf ihrem Schild haften. Vindictus gehört zu dieser Sorte, wurde das Action-Slash-MMORPG doch 2010 vom amerikanischen IGN als bestes "Free-to-Play-MMOG" ausgezeichnet. Nun steht der geschlossene Betatest für europäische Enthusiasten an, vom 15. - 19. September können ausgewählte Spieler daran teilnehmen. Doch was erwartet sie?

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Gewinnspiel: Hol dir deinen Vindictus Beta-Key

Vindictus verschlägt euch in eine düstere Welt, beschienen von einem fahlen Mond, bevölkert von unheimlichen Wesen. Hier herrschen Tod und Verderben und demnach ist auch klar, dass es sich nicht um einen getarnten Strickkurs handelt. Zunächst schließen sich alle Spieler einer Söldnereinheit namens "Crimson Blades" an, um die als Fomors bezeichneten Unwesen zu bekämpfen. Auf diese Weise hoffen die verbliebenen Menschen einen Weg in das Fabelreich Erinn zu erstreiten, das Legenden zufolge von zwei Monden und einem göttlichen Licht erhellt wird.

Das koreanische Entwicklerstudio devCAT, Teil des Publishers Nexon, setzt diese Umgebung mithilfe einer modifizierten Version von Valves Source Engine in Szene und baut dabei vor allem auf agile Körperanimationen sowie ein ausgeklügeltes Physiksystem. "So realistische Physikeffekte gab es in einem F2P-Spiel bisher wohl kaum zu sehen", heißt es von offizieller Seite. Gerade Letzteres, also eine zerstörbare und manipulierbare Landschaft, verleiht dem Free-to-Play-Slasher einen hohen Grad interaktiver Elemente.

Vindictus - Das MMO mit Half-Life-Engine

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In Vindictus dominieren momentan noch die Nahkampfklassen.
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Jede Spielfigur ist beispielsweise in der Lage, herumliegende Objekte aufzuheben und Gegner damit zu plätten. Während einer Gamescom-Präsentation war zudem gut zu beobachten, wie sich unterschiedliche Gewichte auf die Charaktere auswirken, sie sich etwa langsamer fortbewegen, wenn sie größere Kisten schleppen. Im Gegenzug richten schwerere Gegenstände aber auch mehr Schaden an.

Ein weiteres Feature, das sich die Physikengine zunutze macht, sind Fallen. Clevere Spieler können schwingende Hinterhalte gegen ihre Widersacher wenden, indem sie sie in deren Reichweite locken. Alternativ schnappt man sich das Monster einfach und wirft es in Abgründe und Fallgrube oder zerschmettert es brutal an einer Wand. Mit Blut soll das actionlastige Vindictus übrigens nicht geizen, heißt es.

Packshot zu VindictusVindictusErschienen für PC

Extreme Edition in Europa

Das hat aber, soweit wir das verstehen, nichts mit der "Extreme Edition" zu tun, die (anders als in den USA) in Europa erscheinen wird. Zwar verspricht Nexon hierzulande noch mehr Action und einen schnelleren Spielablauf, die tatsächlichen Gründe sind aber eher spielerischer Natur. Im Gegensatz zur Originalausgabe wird man bei uns beispielsweise springen können. Das hört sich nach einer simplen Änderung an, doch letztlich sorgt die Anpassung dafür, dass man seine Attacken auch im Sprung ausführen darf und das Gameplay dadurch dynamischer und realistischer wird.

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Die Aufgabe ist klar. Aber ich hasse Spinnen!!!
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Zudem werdet ihr in der Lage sein, Komboattacken aneinanderzureihen und auf diese Weise euren Schadensoutput beträchtlich anzuheben. Nexon verspricht außerdem, dass wir eine größere Palette an Fertigkeiten erhalten werden, um die Kämpfe variabler zu gestalten. Die Extreme Edition wird anfangs einen moderateren Schwierigkeitsgrad aufweisen als das US-Pendant, womit man vor allem Einsteigern der Zugang erleichtern will. Nexon betont jedoch, dass sich diese Lücke im Spielverlauf schließt und spätestens beim Highend-Content keine Unterschiede mehr festzustellen sind.

Wie in vielen Genre-Konkurrenten wird auch in Vindictus das Sammeln begehrter Gegenstände zu den hervorstechendsten Motivationsmotoren gehören. Wichtiger Bestandteil dieses Beschaffungskreislaufs wird die Erbeutung von Ressourcen sein, die man direkt von getöteten Mobs einsackt und dann mithilfe von Handwerksfertigkeiten zu mächtigen Objekten schmiedet.

Physikspielereien und Source Engine heben Vindictus aus der Masse an MMO-Spielen deutlich hervor.Ausblick lesen

Nexon hebt jedoch gleichzeitig hervor, dass der angegliederte Itemshop keineswegs als Quelle unerschöpflicher Macht dienen soll. Bei den dort angebotenen Gegenständen soll es sich demnach nicht um besonders tolle Waffen, Rüstungssets oder Premium-Dungeons handeln, die die Balance des Spiels stören könnten. Vielmehr befinden sich Dinge im Shop-Fundus, mit denen ihr eure Spielfiguren äußerlich individualisiert oder schnellere Stufenaufstiege erreicht.

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Nette Kopfbedeckung... oder?
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Nebenbei bemerkt: Zu Beginn wird sich die Anzahl verfügbarer Charakterklassen noch im überschaubaren Rahmen bewegen. Mit Lann und Fiona stehen zwei Recken bereit, die sich vornehmlich auf den Nahkampf konzentrieren. Lann stürzt sich offensiv und wagemutig mit Doppelklingen in die Schlacht, Fiona dagegen ist das defensive Gegenstück und trägt neben einem scharfen Schwert ein Schild in der anderen Hand. Weitere Klassen verspricht das Unternehmen für die Zeit nach dem offiziellen Launch, der derzeit grob für Oktober angepeilt ist.

Zunächst soll ein Magier hinzugefügt werden, später findet auch ein Ranger den Weg nach Vindictus. Konkrete Termine für diese Erweiterung stehen zwar noch aus, aber beide Charaktere gehören in Übersee bereits zur virtuellen Streitmacht. Eine Anpassung für den hiesigen Markt sollte also nicht zu schwierig sein.