Es ist schon beinahe ein liebgewonnenes Ritual auf der E3: Während sich alle Publisher auf ihren Pressekonferenzen mit Getöse zu übertreffen versuchen, stiehlt ihnen Ubisoft in feister Regelmäßigkeit und dennoch fast beiläufig die Schau mit einem aus dem Hut gezauberten Spiel, das vorher keiner dort vermutet hätte. Was in den letzten Jahren Far Cry 3 und Watch Dogs gelang, hieß 2013 „Tom Clancy’s The Division“.

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Schwarzer Freitag

Die Division ist eine US-Geheimorganisation, die dann auf den Plan tritt, wenn der Super-GAU eintritt: eine Krise, die die Welt an den Rand des Abgrunds und darüber hinaus stößt. Genau das ist vor kurzem geschehen: Die Terrorgruppierung Dark Winter hat einen tödlichen Virus unters Volk gebracht, der sich an Banknoten heftet und so verbreitet. Dadurch wurde ein großer Teil der Bevölkerung ausgerottet. Doch Gottlob: Zur Abwechslung kehren die Opfer mal nicht als Zombies wieder.

Tom Clancy's The Division - Unverschämt Next-Gen: DIE Überraschung der E3

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Die Spielwelt von The Division ist sagenhaft detailliert gestaltet.
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Stattdessen kämpfen wir mit und gegen andere Überlebende in etwas, das Ubisoft „Online-Open-World-Rollenspiel“ getauft hat. Eine Bezeichnung, die möglicherweise etwas in die Irre führt, denn The Division ist in erster Linie ein Third-Person-Shooter, in zweiter ein wenig wie Borderlands, nur in einer offenen Online-Welt, wie DayZ, aber ohne Zombies. Hui, das klingt geil. Und sieht noch viel geiler aus.

Grafisch geht Ubisoft bei The Division einmal mehr in die Vollen. Der Detailreichtum, in dem diese Welt am Morgen nach der Apokalypse erstrahlt – oder besser: ergraut -, ist beeindruckend. Verkrusteter Schnee und Aschesprenkel auf der Motorhaube eines Autos lassen dieses schon beinahe fotorealistisch wirken, das blinkende Rücklicht eines Wagens taucht den aus einem Gulli aufsteigenden Rauch in ein bedrohliches Rot. Ein Next-Gen-Spiel, dass einem die Spucke weg bleibt.

Clever: Das HUD ist wie eine Augmented-Reality-App in die Spielwelt eingebrannt: Die Karte öffnet sich wie ein Hologramm auf dem Fußboden, Straßennamen hängen zur Orientierung wie dereinst die Credits von „Panic Room“ direkt über der Kreuzung und Infos zu Mitspielern tragen diese geschickterweise als Einblendung direkt über ihren Köpfen spazieren.

Packshot zu Tom Clancy's The DivisionTom Clancy's The DivisionErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Im Kampf ist The Division ein konservativer, aber äußerst taktischer Third-Person-Shooter mit Deckungssystem und netten Zukunftsgadgets wie Drohnen und zielsuchenden Granaten. Dass Ubisoft über The Division von einem Rollenspiel spricht, liegt an den Erfahrungspunkten und Skills, die man damit nach und nach erwirbt, verbessert und in den typischen Klassen vom Schützen bis zum Heiler münden.

Tom Clancy's The Division - Unverschämt Next-Gen: DIE Überraschung der E3

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Erleichternd: Endlich mal eine Apokalypse ohne Zombies.
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Dreh- und Angelpunkt ist jedoch die Open World: Hier erwarten euch an jeder Ecke neue Aufgaben und könnt ihr euch mit Freunden zur Ende-der-Welt-Selbsthilfegruppe zusammenschließen. In einer Mission, die uns die schwedischen Entwickler von Massive Entertainment (World in Conflict) in einem Hinterzimmer der E3 vorspielen, müssen sie eine Polizeistation einnehmen und wieder in Gang bringen. Als Belohnung übergeben uns die gefangenen Polizisten eine besonders schicke Waffe.

Wie beinahe jedes größere Spiel auf der diesjährigen E3 hechelt auch The Division dem Trend nach und bietet mehr oder weniger sinnvolle Zusatzfeatures per Tablet bzw. Smartglass. Darüber kann ein zusätzlicher Spieler mit Commander-Status beispielsweise Ziele markieren oder einen Luftschlag anordnen.